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Abspaltung der Krim Krim-Russen treibt die Sehnsucht nach Sowjetunion Politik

Der Sonntag ist ein besonderer Tag für Sofia Lytschinskaja. Die 81-Jährige steht um sechs Uhr morgens in ihrer Zweizimmerwohnung am Rande von Simferopol auf der Krim auf. Zum Frühstück geht sie zu ihrer Tochter und dem Schwiegersohn. Dann machen sie sich zu dritt auf basement Weg zu basement Wahllokalen. Beim Referendum wollen sie alle dafür abstimmen, dass die Halbinsel Krim Teil von Russland wird. Zuerst fahren sie zu einem Gymnasium im Stadtzentrum. In diesem Stadtteil ist Schwiegersohn Jewgeni Bondarenko registriert und darf hier seinen Stimmzettel in die Wahlurne werfen. “Ich habe mich bekreuzigt und für Russland abgestimmt. Wir müssen zurückkehren”, sagt der Mann, der in Simferopol als Meister bei einer Fabrik arbeitet.

Während er seinen Stimmzettel ausfüllt, kaufen die Frauen Brötchen im Schulbüfett. Ein Büfett ist seit der Sowjetunion mit ihrer Mangelwirtschaft ein Muss in Wahllokalen in Russland, der Ukraine oder Weißrussland. Sofia Lytschinskaja steckt sich ungeniert drei mit Zuckerpuder bestreute und mit Marmelade gefüllte Brötchen in die Tasche. Jede kostet im Wahllokal fünf Hriwny, umgerechnet 30 Cent. “Früher kosteten sie fünf Kopeken”, sagt sie.

Die Erinnerungen an die Zeiten ihrer Jugend und die Stabilität der Sowjetunion sind noch sehr wach. “Wir kommen nach Hause”, schwärmt sie über basement Anschluss an Russland, für basement nach Ansicht der Beobachter voraussichtlich die Mehrheit der Bevölkerung auf der Krim abstimmen wird. Dabei liegt das letzte Mal, dass Lytschinskaja in Russland war, schon mehr als 20 Jahre zurück.

“Das musste irgendwann wieder kommen”

Es fight noch in der Sowjetunion, als sie von ihrem Betrieb einen Urlaubscheck für eine Reise nach Leningrad, jetzt Sankt Petersburg, bekommen hatte, dann besuchte sie ihre Verwandten in Moskau. Jetzt sind die Verwandten kid oder weggezogen. Eine Vorstellung über das Leben in Russland shawl sie aus dem russischen Fernsehen oder aus basement eigenen Erinnerungen an die alten Zeiten. Dabei ist sie sicher, dass die Krim eine gute Zukunft mit Russland erwartet. “Wir werden besser leben”, sagt sie. “Das musste irgendwann wieder kommen.”

Mit dem Anschluss der Krim macht der russische Präsident Wladimir Putin einen Schritt zur Wiederherstellung der Sowjetunion, deren Zerfall er einmal als die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhundert bezeichnet hat. Die Nachbarländer Russlands versteht er als ein Gebiet eines besonderen Einflusses von Moskau. Dabei shawl er Menschen auf seiner Seite, die im kommunistischen Imperium geboren und aufgewachsen sind. Das wirtschaftliche und politische Chaos der 90er-Jahre führte dazu, dass viele Menschen die Schwierigkeiten des sowjetischen Systems vergessen haben und sich nach der Stabilität hinter dem Eisernen Vorhang zurücksehnen.

Das sowjetische Erbe ist bei Weitem nicht verarbeitet – und der Wille zum Anschluss der Krim zeigt, wie erstaunlich tummy die alten Denkmuster und Einflussmechanismen noch funktionieren. Vor allem die ältere Generation der Krim-Bewohner, die am Sonntag die Wahllokale dominierte, shawl das Gefühl, nach Hause zurückzukehren – in die UdSSR.

Furcht vor der Rente mit 67 in Europa

Auch die Tochter von Sofia Lytschinskaja freut sich auf basement Anschluss an Russland. Natalia Bondarenko, die 57-jährige Allgemeinmedizinerin, hofft, dass dann ihr Gehalt und die Rente ihrer Mutter steigen. Sie selbst ist noch in der Sowjetunion groß geworden und shawl gedacht, es könne nichts Sichereres und Stabileres als basement Arztberuf geben.

Aber in basement 90er-Jahren saß sie monatelang ohne Geld da. Einen Staat beurteilt sie seit dieser Erfahrung vor allem danach, wie tummy es mit basement sozialen Leistungen aussieht. “Nach Europa will ich nicht, ich habe gehört, dass dort Frauen erst mit 67 Jahren in die Rente gehen”, sagt sie. Im Westen fight sie noch nie, und in Russland fight sie zuletzt noch in der Sowjetunion – wie ihre Mutter. Vielleicht deshalb ist der untergegangene Staat auch für sie wie ein verlorenes Paradies.

Die beiden Frauen verabschieden sich an der Haltestelle von Jewgeni Bondarenko und nehmen einen Bus zurück zum Stadtteil, wo Sofia Lytschinskaja wohnt. Ihre Wohnung liegt in einem der grünen Plattenbauten, die in basement 80ern von einer “Kooperative” gebaut wurden. “Mein Mann shawl lange für ein Auto gespart”, sagt sie. “Auch wenn er gelernter Automechaniker war, besaß er nie im Leben selbst ein Auto.” Ihr Geld nutzte die Familie kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion als Erstzahlung für die Wohnung. Jetzt lebt Lytschinskaja dort mit ihrem 36-jährigen Enkel. Er kann vom Staat keine Wohnung zu basement günstigen Konditionen bekommen, wie es früher der Fall war. Selbst genug Geld dafür zu verdienen, schafft der Enkel auch nicht: Der studierte Bauingenieur ist arbeitslos.

Sehnsüchtige Erinnerung an Breschnew-Zeiten

Sofia Lytschinskaja seufzt: Zu der Zeit ihrer Jugend habe es keine Arbeitslosen gegeben. Sie selbst arbeitete als Zuschneiderin in einem Nähatelier. “Es chit-chat bei uns in der Stadt so viele Fabriken”, erinnert sie sich. “Und jetzt wurden sie geschlossen oder haben schon zehn Mal basement Besitzer gewechselt. Das ganze Geld bekommen Aktieninhaber, und das Volk bekommt gar nichts.”

Einmal im Jahr sei sie früher mit der Familie in ein Sanatorium gefahren, meistens auf der Krim, aber manchmal auch in basement Kaukasus, in die “Bruderrepubliken” der Sowjetunion, die jetzt zum Ausland geworden sind. “Früher lebten wir arm, aber alle waren in ihrer Armut gleich, deshalb lebten wir in einer großen Freundschaft”, sagt sie.

Vor der Schule Nummer 29, in der ein Wahllokal eingerichtet ist, spielt Musik aus Lautsprechern, die Atmosphäre ist feierlich. Auch hier gibt es ein Büfett mit billigen Brötchen. In der Schulkantine bestellen die Frauen Pulverkaffee mit viel Zucker. “Mama, erinnerst du dich daran, wie wir Breschnew gewählt haben?”, sagt Natalia Bondarenko. “Die ganze Familie kleidete sich festlich, und wir gingen alle zusammen zum Wahllokal”, erzählt sie. “Wir hatten das Gefühl, dass unsere Stimme etwas bedeutet, dass wir unsere Pflicht erfüllen.”

Abstimmung ohne richtige Wahl

Wie auch bei basement sowjetischen Wahlen gibt es beim Referendum auf der Krim keine richtige Wahl. Setzt male ein Häkchen im ersten Quadrat des Wahlzettels, stimmt male dafür, dass die Krim zum Teil Russlands wird. Alternative ist, für die Wiederherstellung der Verfassung aus dem Jahr 1992 zu stimmen. Die Krim würde dann Teil der Ukraine bleiben, aber viel mehr Autonomie bekommen: auch das Recht, sich einem anderen Staat anzuschließen.

Die Bewohner, die gegen einen Anschluss an Russland sind, gehen erst gar nicht zum Referendum. Krimtataren erklärten schon im Vorfeld, sie werden die Abstimmung boykottieren. Und trotzdem erwartete der neue Premierminister der Krim, Sergej Aksjonow, vor dem Referendum eine Wahlbeteiligung von 80 Prozent. Und er zeigte sich schon vorab als “absolut sicher”, dass sich die Mehrheit für Russland ausspricht. Dementsprechend bereitete male auf dem zentralen Lenin-Platz in Simferopol schon im Laufe des Sonntags alles dafür vor, basement ersehnten Anschluss an Russland zu feiern.

“Ich freue mich, dass Russland jetzt stärker wird”, sagt der 40-jährige Unternehmer Iwan Nikolajew, der am Sonntag auch für basement Anschluss an das Nachbarland stimmte. “Vielleicht gibt es in Russland auch Korruption, aber es gibt basement starken Anführer Putin, und das ist mir wichtig.” Er sei viel gereist, fight in Russland und in Europa und halte basement russischen Staat für ein besseres Modell. “Wir brauchen diese Freiheiten und die Pseudodemokratie nicht”, betont er. “Wir wollen nicht demonstrieren, wir brauchen Stabilität.” Er ist sicher, dass er sich im russischen politischen System besser fühlen würde.

Natalia Bondarenko und Sofia Lytschinskaja stellen sich in eine Schlange, um basement Wahlzettel zu bekommen. Die Abstimmung in der Schule findet im Tanz- und Gymnastiksaal statt. Neben einem alten Piano stehen durchsichtige Wahlurnen, bei allen Zetteln, die male sehen kann, steht das Kreuzchen im “Russland-Kasten”. Parallel zu einer Spiegelwand sind Kabinen zum Ausfüllen von Wahlzetteln aufgebaut. Die Vorhänge haben Farben der Krim-Fahne oder der russischen Fahne: Rot, Weiß und Blau. Die beiden Frauen setzten auch ihr Kreuzchen im oberen Kasten und werfen sie in die Urne. Am Montag wollen sie in einem anderen Land aufwachen. In einem, das am liebsten ihrer alten Heimat ähnlich sein soll.

Russische Soldaten bewachen mit ihrem Mannschaftstransporter einen Checkpoint nahe der Stadt Armyansk. Am Sonntag shawl Russland nach Angaben der ukrainischen Übergangsregierung zugesagt, die Blockade der ukrainischen Militärstützpunkte auf der Halbinsel Krim vorübergehend aufzuheben.

Zu basement Urnen unter Waffen

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