Auch Asteroiden tragen Ringe

//Auch Asteroiden tragen Ringe

Auch Asteroiden tragen Ringe

27.03.14, 01:40

Bisher waren solche Gebilde in unserem Sonnensystem nur von Jupiter, Saturn Co. bekannt

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Garching. Durch Zufall ist einem internationalen Forscherteam eine überraschende Entdeckung im äußeren Sonnensystem gelungen: Die Astronomen beobachteten erstmals ein Ringsystem bei einem Kleinplaneten, wie die Europäische Südsternwarte Eso in Garching mitteilte. Mit einem Durchmesser von nur 250 Kilometern ist der Asteroid namens Chariklo der bei weitem kleinste Himmelskörper, bei dem solche Gebilde entdeckt wurden. Bisher waren Ringe in unserem Sonnensystem nur von den vier Gasplaneten Jupiter, Uranus, Neptun und Saturn bekannt, die jeweils mindestens 48.000 Kilometer Durchmesser haben. Das Team um Felipe Braga-Ribas veröffentlichte seine Erkenntnisse im Journal “Nature”.

Chariklo zieht zwischen Saturn und Uranus seine Bahn und gehört zu den Zentauren, einer Gruppe von Kleinplaneten. Bei der Entdeckung der Ringe profitierten die Astronomen von einer seltenen Sternbedeckung, bei der Chariklo am 3. Juni 2013 von der Erde aus gesehen vor einem Stern vorbeizog und ihn dabei kurz abschattete. Überraschenderweise sank die Helligkeit des Sterns aber auch kurz vor und nach der Abschattung jeweils zweimal – ein untrügliches Zeichen für ein Ringsystem bei dem Kleinplaneten.

Durch die unterschiedlichen Blickwinkel der Teleskope konnten die Forscher die Ringe genau vermessen. Diese sind drei und sieben Kilometer breit, nicht dicker als ein paar hundert Meter und bestehen aus Eis und kieselgroßen Gesteinsbrocken. Vermutlich handelt es sich um Überreste einer kosmischen Kollision, bei der Material in den Orbit von Chariklo geschleudert wurde. Die Lücke zwischen den Ringen deute darauf hin, dass die Trümmer von kleinen Monden in Form gehalten werden. Es sei wahrscheinlich, dass Chariklo mindestens einen kleinen Mond besitze.

Aus den Ringen könnte wiederum ein neuer Mond entstehen. Damit könnten Astronomen auch etwas über die Entstehung des Erdenmonds lernen. Es handele sich möglicherweise um “ein Objekt, das in derselben Entwicklungsphase ist wie die Erde und der Mond vor 4,5 Milliarden Jahren, als sich eine gigantische Kollision zwischen der Erde und einem anderen Planeten ereignete”, erläutert Mitautor Uffe Gråe Jørgensen. “Von dieser Kollision wurde Material in alle Richtungen geschleudert, das sich verdichtete und den Mond bildete.” So ähnlich habe vermutlich auch ein Himmelskörper Material aus Chariklo herausgeschlagen, das sich jetzt in den Ringen findet.

By | 2014-03-27T06:41:35+00:00 March 27th, 2014|Wissen|0 Comments

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