Bayern herzlos und brillant wie immer

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Bayern herzlos und brillant wie immer

Wer es nicht explizit mit dem FC Bayern hielt, musste Mitleid haben mit Mainz 05. Mit Verve und Herzblut hatten die Mainzer sich gewehrt gegen die Übermacht aus dem Süden, länger als 80 Minuten ein 0:0 gehalten – und waren dann doch ins Münchner Mahlwerk geraten. Zweimal schlug der Rekordmeister unbarmherzig zu, fuhr mit einem schmucklosen 2:0 (0:0) wieder heim. Allerdings immerhin auch ohne Titel.

Denn endlich schwebte mal wieder so etwas wie Spannung über einem Spiel mit Beteiligung der Bayern. Allerdings nicht, weil die deutschen Fußballfans Mainz die Sensation – also ein Unentschieden – unbedingt zutrauten. Nein, die Münchner konnten Meister werden. Ein Bayern-Sieg, kombiniert mit zwei erfolglosen Spielen von Borussia Dortmund und Schalke 04, dann wäre der Rekordmeister um einen weiteren Titel reicher gewesen. Zwei Spieltage früher als in der vergangenen Saison, ergänzen Statistiker.

Doch dass es nichts mit dem Münchner Freudenfest in der Karnevalshochburg werden würde, war schnell klar. Schalke und Dortmund taten in der Ferne ihre Pflicht. Und war es nicht Mainz gewesen, das vor fast zwei Jahren am 14. April 2012 als letzte Mannschaft gegen Bayern ohne Gegentor blieb – damals, beim 0:0 in München. 62 Spiele ist das her.

Ja, der deutsche Branchenprimus konnte entspannt nach Mainz reisen. Mit Anpfiff war aber erst mal Schluss mit lustig. Denn die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel hatte ganz offensichtlich keine Lust, sich in ihr Schicksal zu fügen und den Münchnern den 18. Sieg in Folge auf dem Silbertablett zu servieren.

Zwar musste Torwart Loris Karius nach vier Minuten einen Robben-Schuss parieren, doch dann kam Mainz: Erst stürmte Ja-Cheol Koo über halblinks allein auf Manuel Neuer zu, bis ihn der Mut verließ und er einen Querpass einem Torschuss vorzog und damit unklug handelte. Dann riss Nicolai Müller seinen Gegenspieler David Alaba aus und bolzte per Pike auf den Münchner Kasten – Neuer hielt (12.).

Choupo-Moting an die Latte

Danach wurde es chancenärmer, was dem Spiel allerdings nur wenig seiner Würze nahm. Da die Mainzer sich tatsächlich Großes vorgenommen hatten und die Gäste zähnefletschend attackierten, hatten zumindest die Zuschauer ihren Spaß an der Partie – die Münchner hingegen wurden in blauen Flecken ausbezahlt. Auf jeden Fall hatten sie lange nicht mehr solche Gegenwehr erfahren. Die Teams verabschiedeten sich torlos in die Pause, Applaus von den Rängen bekamen sie dennoch.

Zurück kamen sie mit einem Knall: Mainz-Stürmer Eric-Maxim Choupo-Moting tanzte kaum eine Minute nach Wiederanpfiff Philipp Lahm aus, zog ab und beförderte den Ball an die Münchner Latte. Auf der anderen Seite übernahm Mario Mandzukic die Gegenwehr. Erst zielte er nach einer Ecke knapp neben das Tor (50.), dann köpfte er eine Alaba-Flanke so wuchtig aufs Tor, dass Karius sein gesamtes Können aufbieten musste, um seinem Team das Zu-Null zu bewahren (54.). Dass der Mainzer Schlussmann wahrlich ein Guter ist, musste auch Franck Ribéry erkennen, als der 20-Jährige seinen Schuss aus Nahdistanz parierte (68.).

Es lief also alles auf ein triumphales 0:0 für die wackeren Mainzer hinaus. Doch die Bayern erwiesen sich wieder einmal als unsentimentale Spielverderber: Acht Minuten waren noch zu spielen, da stahl Bastian Schweinsteiger sich aus der eigenen Hälfte mit nach vorne, im Sprint drang er in den Mainzer Strafraum ein, wo ihn eine Flanke des eingewechselten Xherdan Shaqiri fand, die er zum 1:0 einköpfte (82.).

Eine Demonstration der Übermacht

Herzlos war das, und doch so unvergleichlich Bayern. Und sie wären nicht die Dominatoren der Liga, wenn sie die Enttäuschung der Mainzer nicht gleich noch zum zweiten Tor ausgenutzt hätten. Ribéry ließ Karius aussteigen, passte in die Mitte, und Mario Götze brauchte sich nur noch eine Ecke auszusuchen (86.).

Es war eine bittere, vielleicht sogar unnötige Niederlage der Mainzer. Zugleich aber war es auch eine Demonstration der Münchner Übermacht. Auch in Spielen, in denen sie nicht brillieren, in denen der Gegner so etwas wie Zugriff auf den Rekordmeister hat, können die Münchner den Druck 90 Minuten lang so hoch halten, dass die Gegenwehr irgendwann zusammenbricht. Dass der FC Bayern sich jetzt noch nicht Deutscher Meister 2014 nennen kann, wird ihm wurscht sein. Am Dienstag geht es weiter bei Hertha BSC. Vielleicht klappt es ja dann mit dem neuen Titel-Rekord.

1. FSV Mainz 05 v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

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By | 2014-03-22T17:51:19+00:00 March 22nd, 2014|Sport|0 Comments

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