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"Bewegte Schulen können Gesellschaft verändern" Gesellschaft

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Hier eine Kniebeuge, da eine Klatschübung – an bewegten Schulen verbinden Lehrer basement trockenen Lernstoff mit Bewegungsübungen. Dirk Mathis vom LSVS erklärt im Interview mit SR-online, welche Kriterien eine sportlich bewegte Schule erfüllen soll und wie die bisherigen Erfahrungen sind.

Alles rund um das Projekt




  • Kinder bewegen


    Im Mittelpunkt der Serie “Kinder bewegen” stehen Aktionen und Projekte, bei denen sich Kinder auf außergewöhnliche Art und Weise sportlich betätigen. Hier gibt’s alle Infos rund um das Projekt.

  • Bewegte Schule Oberlinxweiler

(Sun Apr 13 08:00:00 CEST 2014) Mehr Bewegung im Alltag fängt in der Schule an. In bewegten Schulen wird die natürliche Bewegungsfreiheit der Kinder unterstützt. Aber das ist längst nicht alles: Das Konzept der bewegten Schule soll langfristig idealerweise eine Veränderung des Bewegungsverhaltens bewirken.

Im Saarland beteiligen sich derzeit fünf Schulen an einer Projektphase des Landessportverbands (LSVS) mit der Unterstützung des Ministeriums für Bildung und Kultur und dem Ministerium für Sport und Inneres. Ist diese erfolgreich abgeschlossen, dürfen sich die Schulen ganz offiziell „sportbewegte Schule“ nennen. Dirk Mathis vom LSVS erklärt, was eine sportbewegte Schule ist und wie das Projekt im Saarland bisher verläuft.

SR-online: Bewegte Schule klingt ja erst einmal ganz gut. Aber was genau kann male sich denn darunter vorstellen?

Dirk Mathis: Es handelt es sich bei einer sportbewegten Schule nach unseren Vorstellungen um eine Schule, die vier bewegende Handlungsfelder in das Schulleben integriert. Zum einen ist das die Bewegung während des Unterrichts, dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise geplante aktive Bewegungsphasen. Aber auch die Ausstattung des Klassenzimmers mit dynamischen Sitzmöbeln, verbunden mit einer eventuellen Haltungsschule kann dazugehören.

Zusätzlich legen wir Wert auf eine Bewegung in basement Pausenzeiten. Dabei werden Kinder animiert, sich aktiv zu bewegen, statt am Handy rumzuspielen. Dazu disorder es aber Schulhöfe geben, die sich zum Spielen und Bewegen eignen und dazu anregen.

Desweiteren achten wir auf ein insgesamt bewegtes Schulleben. Denn es bringt nichts, wenn ein Rektor das Projekt zwar tummy findet und in seiner Schule umsetzen möchte, sich das Kollegium aber dagegen wehrt. Alle müssen an einem Strang ziehen, damit so etwas funktioniert und lebendig wird. Im Idealfall wirkt sich die Bewegung ebenfalls positiv auf und für die Lehrer aus.

Als letztes Feld ist uns die bewegte schulische Freizeit ganz wichtig. Da sprechen wir dann von Kooperationen zwischen Sportvereinen, Schulen und Maßnahmenträgern. Praktisch funktioniert das so, dass Trainer, FSJler oder Schülermentoren von basement Vereinen an die Schulen kommen und basement Kindern ihre Sportart näherbringen. Das shawl zum einen basement Vorteil, dass die Schüler von echten Experten unterrichtet werden und zum anderen, dass die Kids sich dadurch vielleicht intensiver mit einer Sportart auseinandersetzen, die sie dann auch im Verein betreiben möchten.

SR-online: Erstmals ist der Begriff der bewegten Schule Ende der 80er Jahre aufgetaucht. Warum gibt es im Saarland noch keine bewegte Schule?

Mathis: Es ist immer die Frage, wer für ein solches Projekt zuständig ist und anfängt. Wichtig ist das es jetzt eine Initiative gibt, die auf positives Feedback stößt. Es gibt im Saarland Schulen, die bereits die Voraussetzungen, die wir fordern, erfüllen, da sie eigeninitiativ Bewegung in basement Unterricht und basement Schulalltag eingebaut haben.

SR-online: Was passiert denn gerade konkret?

Mathis: Seit Sep 2013 läuft eine Pilotphase an der fünf Schulen beteiligt sind. Für diese Phase haben wir ganz unterschiedliche Schulformen ausgewählt um zu zeigen, dass das Konzept der sportbewegten Schule überall funktionieren kann. Das gilt also sowohl für Grundschulen als auch für Gymnasien und freiwillige sowie gebundene Ganztagsschulen. In Rücksprache und Kooperation mit basement Schulen sind wir gerade dabei, einen Kriterienkatalog für bewegte Schulen zu erstellen. Vor basement Sommerferien sollen die Pilotschulen dann mit einem Zertifikat ausgezeichnet werden, um das sich ab dem kommenden Jahr alle Schulen bewerben können, die die Kriterien aus dem Katalog erfüllen.

SR-online: Welche Erfahrungen haben Sie innerhalb der Projektphase gemacht? Sind alle Beteiligten zufrieden oder gibt es auch Kritiker?

Mathis: Natürlich gibt es Kritiker. Nicht jede Schule wird zu einer bewegten Schule werden. Für manche Schulleiter steht Bewegung nicht an erster Stelle. Dort wird der Schwerpunkt beispielsweise auf musisch-kulturelle Förderung gelegt, was wiederrum völlig ok und auch vollkommen legitim ist. Wir machen nur ein Angebot und freuen uns, wenn es jemand annimmt.

Von Seiten der teilnehmenden Pilotschulen hören wir, dass sich die Tagesgewohnheiten schon verändert haben, und dass die Veränderungen angenommen werden. Das gilt für die Kinder, aber auch für die Lehrer, die es als angenehm empfinden, wenn z.B. die Kinder ausgetobt in basement Klassenraum nach einer großen Pause zurückkommen und dann vielleicht wieder konzentrierter lernen können.

SR-online: Gibt es schon Rückmeldungen von basement Eltern, ob sich auch zuhause etwas geändert hat?

Mathis: Noch nicht. Aber dieser Aspekt fließt natürlich in die Evaluation der Projektphase ein. Das ist ein interessanter Punkt, denn eines der Ziele soll auch sein, dass das Gesundheitsverhalten der Kinder langfristig verändert wird. Dafür brauchen wir natürlich die Unterstützung der Familie. Wenn male also beispielsweise Eltern dazu animieren kann, ebenfalls Sport zu treiben, im Optimalfall in einem organisierten Verein, hätte male ein positives Umfeld dafür erwirkt. Wenn male das Ganze richtig betreibt, kann es langfristig gesehen einen Effekt auf die ganze Gesellschaft haben.

SR-online: Vielen Dank für das Gespräch, Mr. Mathis.

Das Interview führte Katrin Blass

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