Das Lichter Filmfest beginnt

//Das Lichter Filmfest beginnt

Das Lichter Filmfest beginnt

Diesen Dienstag startet das größte Filmfestival Frankfurts und der Rhein-Main-Region, das Lichter Filmfest. Wieder ist es gewachsen. In diesem Jahr werden 60 Filme gezeigt, erstmals wird das festivalerprobte Caligari in Wiesbaden einbezogen. Auch der Lederpalast in Offenbach oder das Comoedienhaus Wilhelmsbad in Hanau waren 2013 noch nicht dabei und tragen den Namen “Lichter” diesmal noch tiefer in die Region. Bei den Besuchern peilt man erneut das Überschreiten der Zehntausender-Marke an.

Entscheidende Neuigkeit ist aber, dass es den Machern rund um Festival-Direktor Gregor Maria Schubert gelungen ist, den im vergangenen Jahr gesetzten Standard zu halten. Augenscheinlich wird das durch die Gewinnung von Prominenz: Auf Volker Schlöndorff als Schirmherr 2013 folgt in diesem Jahr der Regisseur Leander Haußmann (“Sonnenallee”, “Herr Lehmann”). Man habe ihn ausgewählt, weil er perfekt zum Motto passe, sagt eine Sprecherin. Man muss sich klar machen, dass das aus studentischer Initiative entstandene Festival immer noch nur sieben Jahre alt ist. “Humor, Komik und Komödie” heißt das Motto.

Heimat-Doku “Praunheim Memories” feiert Premiere

Kracher unter den Premieren ist der neue Film von Rosa von Praunheim, der an diesem Dienstag im Cantatesaal Premiere feiert und am Donnerstag in den Praunheimer Werkstätten erneut gezeigt wird. Der 71-jährige hatte 2013 unter anderem am Ort seiner Jugend, im Stadtteil Praunheim, von dem er sich seinen Künstlernamen borgte, die “Praunheim Memories” gedreht.

Dass zur Premiere der Männerchor Praunheim ein Ständchen singt und damit den Wegbereiter der Schwulen- und Lesbenbewegung in Deutschland quasi nach Hause holt, macht die Geschichte für das Frankfurter Filmfestival perfekt. Auch und gerade unter dem Vorzeichen, dass man sich vor einigen Jahren von der rein regionalen Ausrichtung löste und auch internationale Filme ins Programm nahm. Nun startet ein in Frankfurt produzierter Film im internationalen Wettbewerb.

Mehrere Filme der “neuen französischen Welle”

Die Gefahr, dass man sich bei all den Wettbewerben inhaltlich verliert, bestand immer ein bisschen bei den Lichtern. Das Motto gilt schließlich nur für die internationalen Filme. Regional gibt es nicht genügend Auswahl, um ein solches Raster anzulegen. Und so gibt es einen Publikumspreis, um den alle Langfilme konkurrieren, einen weiteren für den besten Langfilm aus Rhein-Main und Hessen, desgleichen für den besten regionalen Kurzfilm, einen Förderpreis für elf Langfilme, einen Preis für Kurzfilme insgesamt und – zum zweiten Mal – einen Art Award.

Orientierung bieten einerseits das Motto unter den internationalen Filmen. Stolz sind die Veranstalter, dass sie gleich mehrere Filme der “neuen französischen Welle” für das Programm gewinnen konnten. Als erstes Festival überhaupt. “Das sind Stoffe, in denen sich die jungen Filmemacher humoristisch mit der Wirtschaftskrise und den Folgen für unser Zusammenleben auseinandersetzen”, sagt die Sprecherin. Als Klammer fungieren aber auch die Partys, Diskussionsforen, Konzerte sowie künstlerische und experimentelle Formate im Rahmenprogramm. Viele sind auch in diesem Jahr wieder im mondän daherkommenden Büroturm “VAU” angesiedelt.

Die Lichter formulieren den Anspruch, für einen Filmstandort insgesamt zu sprechen. Der kürzliche Tod des international bedeutenden, bei der Berlinale noch für sein Lebenswerk ausgezeichneten Frankfurter Filmproduzenten Karl Baumgartner wird mit einer Schweigeminute zur Eröffnung aufgenommen. Dann werde man seinen letzten Film “Dark Room” zeigen, so Festivalleiter Schubert. “Für diesen Mann müsste man eigentlich drei Kinos füllen.”

By | 2014-03-24T21:28:41+00:00 March 24th, 2014|Rhein-Main|0 Comments

About the Author:

Leave A Comment