Das Trinkwasser wird in vielen Kommunen knapp – Trockenheit Viele Kommunen fordern Bürger zum Sparen auf

//Das Trinkwasser wird in vielen Kommunen knapp – Trockenheit Viele Kommunen fordern Bürger zum Sparen auf

Das Trinkwasser wird in vielen Kommunen knapp – Trockenheit Viele Kommunen fordern Bürger zum Sparen auf

Hessen/Rhein-Main. 

In zwei Stadtteilen von Kelkheim wird das Trinkwasser knapp. Die Kommune appellierte daher an die Bewohner, Wasser nur noch fr den persnlichen Bedarf zu entnehmen. Fr die Bewsserung des Gartens, das Befllen von Pools oder auch Autowschen drfe kein Wasser mehr benutzt werden. „Die Wasserabnahme muss auf das absolut notwendige Minimum reduziert werden“, hie es.

hnliche Szenarien spielen sich derzeit in anderen Kommunen ab – etwa in den Taunusstdten Friedrichsdorf und Knigstein. „Aufgrund der Wetterprognosen, die ein Andauern des extrem trockenen und heien Wetters voraussagen, ist die Sicherstellung der Wasserversorgung auch in Friedrichsdorf gefhrdet“, teilte Stadtwerke-Betriebsleiter Andreas Atzbach mit.

Und die Stadt Knigstein teilte mit, dass vor allem im Stadtteil Falkenstein aktuell mehr als die doppelte Wassermenge im Vergleich zu einem „normalen“ Tag dem Versorgungsnetz entnommen werde. Daher ordneten die Stadtwerke „weitergehende“ Wassersparmanahmen an. Gleichzeitig forderte gestern Abend die Feuerwehr Bad Homburg die Brger per Lautsprecher auf, weniger zu verbrauchen.

span/spanBild-Zoom


Es sind Meldungen, wie sie bislang eher aus Regionen bekannt waren, die regelmig von Trockenheit und Drre heimgesucht werden. In diesem Sommer aber sind sie Realitt in sonst gemigten Breitengraden wie Hessen. „Mit seinen dauerhaft hohen Temperaturen und der auergewhnlichen Trockenheit hat das Jahr 2018 schon jetzt historische Dimensionen“, beschrieb der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach dieser Tage die Lage. Noch nie sei zwischen April und Juli so wenig Regen, gefallen, noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 sei es in dieser Periode so warm gewesen.

Leitung am Kapazittslimit

Die Folgen sind nicht nur allerorten verdorrte Grnflchen und Bume, die vorzeitig ihr Laub abwerfen, sondern eben auch eine immer gravierendere Wasserknappheit. „Der Trinkwasserverbrauch im Rhein-Main-Gebiet ist auf einen neuen Jahresrekord geklettert“, sagte gestern Hubert Schreiber, Sprecher der regionalen Wasserbeschaffungsgesellschaft Hessenwasser, die Rhein-Main mit dem kostbaren Nass versorgt. Am vergangenen Freitag seien rund 408 000 Kubikmeter Wasser im gesamten Versorgungsgebiet verbraucht worden, die bislang hchste Trinkwasserabgabe im Jahr 2018. Das seien noch einmal mehr als am letzten Juli-Tag gewesen, an dem rund 400 000 Kubikmeter durch die Leitungen flossen.

Zum Vergleich: Im Mittel gibt Hessenwasser rund 280 000 Kubikmeter pro Tag ab, davon allein fr Frankfurt etwa 160 000 Kubikmeter.

Laufen wir Gefahr, dass uns allmhlich das Trinkwasser ausgeht? Grundstzlich sei gengend Wasser da, sagt Hessenwasser-Sprecher Schreiber. Allerdings sei es eine technische Herausforderung, das Wasser heranzufhren. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass die Trinkwasserversorgung vieler Kommunen wie etwa im Taunus auf mehreren Standbeinen steht. Zum einen wird lokales Quellwasser genutzt, das aber in trockenen und heien Phasen nicht mehr ausreicht, um den Bedarf der Kommunen zu decken. Daher wird zustzlich Trinkwasser aus dem regionalen Leitungsverbund von Hessenwasser bezogen.

Dies stammt zum berwiegenden Teil aus dem Hessischen Ried und wird ber die Wasserverbnde im Taunus bereitgestellt. „Die stellt insbesondere fr die Riedleitung, die Hauptschlagader der Wasserversorgung des Ballungsraums eine groe Herausforderung dar“, sagt Schreiber. „Die Leitung ist aktuell am Limit ihrer technischen Kapazitt.“ Daher habe man bereits im Jahr 2013 ein Neubauprogramm fr die berlastete Leitung aufgelegt.

Entwarnung gibt es auch fr Frankfurt, das ebenfalls zum Teil quasi am Tropf der Riedleitung hngt. „Die Wasserversorgung ist trotz der Hitze und hoher Verbruche gewhrleistet“, sagt Mainova-Sprecherin Ulrike Schulz und fhrt dies auf den „berrtlichen Bedarfsausgleichs“ via Hessenwasser zurck. Mit Verboten von Gartenbewsserung oder Waschen von Autos sei nicht zu rechnen.

Trinkwasser aus Tankwagen

Dennoch hoffen die Verantwortlichen hnderingend auf ein Ende der im wahrsten Sinne des Wortes Durststrecke. Zwar sind im Hessischen Ried die Grundwasserspeicher auch dank der Mglichkeit der Anreicherung mit aufbereitetem Oberflchenwasser noch ausreichend gefllt, aber in einzelnen Orten wird es langsam kritisch.

Den Notfall habe man bisher noch nicht ausgerufen, sagte Friedrichsdorfs Stadtwerke-Chef Atzbach. Allein mit den eigenen Ressourcen aus dem Taunus knne man derzeit den Bedarf nicht mehr decken. Er hoffe auf die Einsicht der Brger. „Wenn es aber bis Mitte August keine wesentliche Wetternderung gibt, mssten wir den Notstand ausrufen.“ Oder die Stadt greift zu Manahmen wie in Ulrichstein.

In der 3000-Einwohnerstadt im Vogelsbergkreis muss seit fnf Wochen rund sechs Mal tglich ein Tankwagen anrcken, um den Hochbehlter mit Frischwasser zustzlich zu versorgen, weil die Schrfquellen des Ortes den Bedarf nicht mehr abdecken knnen. „Schon in den vergangen Jahren war die Trinkwasserversorgung nicht ganz unproblematisch“, sagte Brgermeister Ulrich Schneider. Aber dass der Ort auf einen Tankwagen angewiesen ist, sei neu.

By | 2018-08-07T05:02:28+00:00 August 7th, 2018|Politik|0 Comments

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