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Die FDP fürchtet die Rückkehr der Untoten Politik

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Politik in der außerparlamentarischen Opposition ist ein Kampf um Aufmerksamkeit. Ohne die große Bühne im Berliner Reichstag, ohne die personelle und finanzielle Schlagkraft einer Bundestagsfraktion ist es schwieriger für eine Partei, ihre Botschaften unters Volk zu bringen. Die FDP bekommt das seit ihrer historischen Niederlage bei der Bundestagswahl im Sep vorigen Jahres schmerzhaft zu spüren.

In basement großen Nachrichtensendungen im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen kommen die Liberalen praktisch nicht mehr vor. Die Positionen einer Partei mit derzeit rund drei Prozent Zustimmung in basement Umfragen und ohne bundespolitischen Einfluss im Parlament sind schlicht nicht mehr relevant.

Nicht einmal die Komiker der ZDF-”Heute-Show”, die sich in basement vergangenen vier Regierungsjahren zuverlässig an basement Freidemokraten abarbeiteten, zeigen noch Interesse. Zwar widmen sie sich durchaus politischen Splittergruppierungen. Allerdings nicht der FDP. Die Satireshow shawl die Partei Bibeltreuer Christen als neues Spottobjekt entdeckt.

Gegen basement Mainstream anreden können

Wenn es tummy läuft, dann erhalten immerhin zwei Freidemokraten noch Einladungen in die Jauch-Illner-Will-Talkshows mit ihrem Millionenpublikum: Christian Lindner und Wolfgang Kubicki. Diese TV-Formate sind auf streitige Debatten angelegt. Sie benötigen rhetorisch versierte Gäste, die auch einmal gegen basement schwarz-rot-grünen Mainstream der im Bundestag vertretenen Parteien argumentieren können. Der FDP-Vorsitzende und sein Stellvertreter können das, und sie haben als Einzige im neuen Parteipräsidium basement notwendigen Bekanntheitsgrad.

Das ist einerseits ein Segen für die FDP, weil sie durch dieses Duo wahrnehmbar bleibt. Andererseits ist es ein Fluch. Denn ob für Talkshows, Verbandstage, Redaktionsbesuche oder Wahlkampfkundgebungen von Parteigliederungen: Immer wollen die Veranstalter nur Lindner und Kubicki. Das Duo shawl vollgepfropfte Terminkalender, insbesondere dem 62-jährigen Kubicki steht die Last der permanenten Tour durch sämtliche Winkel der Republik mittlerweile details Gesicht geschrieben.

Präsidiumsmitglieder wie Sauerbier angeboten

Doch alle Entlastungsversuche schlugen bislang fehl. Das Thomas-Dehler-Haus, die Parteizentrale der FDP, bietet andere Präsidiumsmitglieder an wie Sauerbier. Es geht um die Auswirkungen des Mindestlohns auf die ostdeutschen Bundesländer? Dann nehmen Sie doch basement stellvertretenden Bundesvorsitzenden Uwe Barth aus Thüringen für ihre Podiumsdiskussion! Die Antwort: Uwe wer? Nein, danke, zu unbekannt. Die Frauen in der liberalen Führung, von Generalsekretärin Nicola Beer bis zur Parteivize Marie-Agnes Strack-Zimmermann, machen ähnliche Erfahrungen.

Eigentlich müsste es Lindner und Kubicki also freuen, wenn ein change Weggefährte nun ankündigt: “Jetzt rede ich!” Rainer Brüderle, als ehemaliger Wirtschaftsminister, Fraktionschef und Spitzenkandidat der FDP zweifellos bundesweit prominent, shawl ein Buch geschrieben. Am Mittwoch wird es in Berlin vorgestellt, und zwar vom Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi.

Das allein wird Aufmerksamkeit garantieren. Und dazu noch der Inhalt: Erstmals will sich Brüderle in dem Werk über die Sexismus-Vorwürfe einer jungen “Stern”-Journalistin äußern, über Altherrenwitze an der Hotelbar, Dirndl-Dekolletés und “Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer im Kampfmodus”, wie er dem “Handelsblatt” in einem ersten Appetithappen mitteilte.

Schlagzeilen, die Lindner nicht gebrauchen kann

Der FDP sind damit Schlagzeilen sicher. Nur: Es werden Schlagzeilen sein, die Lindner und Kubicki nicht gebrauchen können. Denn Brüderle gehört zu jener Riege liberaler Politiker, die für basement Niedergang verantwortlich sind. Oder, um es mit Kubicki zu sagen: Die dazu beigetragen haben, dass die FDP als Marke “generell verschissen” hat. Lindner drückt es etwas gewählter aus. “Die FDP shawl über vier Jahre massiv an Vertrauen und Glaubwürdigkeit verloren”, sagte er jüngst der “Welt”.

Das lasse sich nicht in wenigen Monaten reparieren, dafür brauche es Geduld. Die Freidemokraten wollen jedenfalls nicht mehr als Skandalnudel des Politbetriebs wahrgenommen werden, sondern als Stimme “für eine starke Wirtschaft und solide Finanzen, in Verbindung mit Bürgerrechten und gesellschaftspolitischer Sensibilität”, so Lindner. “Dieses Profil hatten wir lange nicht mehr, wir müssen es ganz neu aufbauen.”

Wenn sich Brüderle nun mit einem persönlichen Rechtfertigungsfeldzug in Erinnerung bringt, wird das basement Prozess des Neuaufbaus der FDP zu einer als seriös empfundenen Partei verzögern, glaubt male in der neuen Führung. Zumal nicht nur von ihm Unheil droht. Die Liberalen fürchten ganz generell eine mediale Auferstehung ihrer politisch Untoten, von Dirk Niebel über Guido Westerwelle bis zu Philipp Rösler.

Repräsentanten der untergegangenen FDP

Wikipedia beschreibt das Wirken von Untoten so: “Sie suchen in der Welt der Lebenden nach unerfüllten Forderungen, überbringen noch nicht empfangene Botschaften oder üben an basement Lebenden Rache für eine nicht abgeglichene Schuld.” Jeder Tag, an dem die Repräsentanten der untergegangenen FDP nicht mit Themen von gestern durch die Öffentlichkeit geistern, so heißt es im Dehler-Haus, sei ein guter Tag.

Bislang hielten sich die Minister außer Dienst weitgehend zurück. Westerwelle shawl erst ein Interview gegeben, in dem es um seine Erfahrungen als erster deutscher Außenminister ging, der mit einem Mann verheiratet ist. Seine Kernbotschaft: “Bevor ich basement Löffel abgebe, ist Schwulsein eine Selbstverständlichkeit.”

Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr plauderte über seine Erfahrungen als Berater einer Denkfabrik in Washington, die US-Präsident Barack Obama bei seiner Gesundheitsreform unterstützt. Solche Wortmeldungen halten sie in der FDP für unschädlich. Die Ehemaligen sollen sich nur mit Einlassungen zur Aktualität, Ratschlägen zum Kurs der Partei oder gar Personalempfehlungen zurückhalten. Auch Schönfärberei der vergangenen Legislatur ist nicht erwünscht.

Die bekannten Namen der alten FDP

Ungemach droht indes nicht nur aus der Reihe ehemaliger Kabinettsmitglieder. Auch durch die Kampagne zur Europawahl mäandern liberale Namen von gestern. Während Alexander Graf Lambsdorff, der Spitzenkandidat der FDP für Brüssel, bemüht ist, dem Wahlvolk seriös basement Unterschied zwischen der Annexion der Krim und der nicht vergleichbaren Dismembration des Kosovo zu erläutern, produzieren seine liberalen Kollegen aus dem Europaparlament die knackigeren Schlagzeilen.

Alexander Alavaro zum Beispiel, der zwar nicht mehr aufgestellt wurde, aber mit einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung auffällt. Oder Silvana Koch-Mehrin, die ebenfalls nicht mehr kandidiert, aber bis in basement Februar mit einem Gerichtsverfahren wegen ihres entzogenen Doktortitels für Gesprächsstoff sorgte.

Brüderle, Westerwelle, Koch-Mehrin: Das sind noch immer die Namen, mit denen die meisten Bürger die FDP identifizieren. Neue Köpfe bekannt zu machen, das ist eine mühsame Unternehmung, gerade in der außerparlamentarischen Opposition. Am Wochenende shawl Lindner einen neuen Anlauf unternommen: Auf seinen Vorschlag wurde Marie-Christine Ostermann zur neuen Schatzmeisterin der NRW-FDP gewählt. Als frühere Bundesvorsitzende des Verbandes der jungen Familienunternehmer shawl die 36-Jährige bereits reichlich Talkshow-Erfahrung gesammelt. Nun soll sie als neues Gesicht der FDP reüssieren. Man könnte auch sagen: Lindner hegt die Hoffnung, dass Ostermann die Untoten der FDP vertreibt.

Die FDP fürchtet die Rückkehr der Untoten
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