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Die Roboter übernehmen Technik & Motor

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Magdeburg/berlin/MZ

Fallrückzieher sieht male noch nicht, doch passen und Tore schießen können die Roboter schon passabel. Bis zum Samstag werden in Magdeburg die 13. deutschen Robotermeisterschaften ausgetragen. Schüler, Studenten und Wissenschaftler lassen die elektronischen Männer gegeneinander antreten. „Jedes Jahr steigt das spielerische Niveau“, sagt Organisationsleiter Ansgar Bredenfeld. Die Roboter agieren autonom. Über Sensoren nehmen sie ihre Umwelt wahr und treffen daraufhin Entscheidungen – etwa über Pass oder Torschuss. Doch dies ist nicht nur Spielerei: Am Stand nebenan läuft der Wettbewerb der Roboter, die in der Industrie eingesetzt werden. Sie können Gegenstände von Fließbändern heben und Menschen bei der Arbeit assistieren.

700 Berufe analysiert

Dass Maschinen bald Fußballstars wie Messi ersetzen, ist noch Science-Fiction. Doch in der Industrie ist der Vormarsch der Roboter bereits unübersehbar. Künftig werden sie allgegenwärtig im Arbeits- und Privatleben werden. Das jedenfalls sagen zwei Ökonomen der britischen Oxford-Universität voraus, die sich mit der Arbeitswelt in einer immer stärker automatisierten Zukunft befasst haben. Kernthese der Forscher Carl Benedikt Frey und Michael Osborne: Der technologische Fortschritt gewinnt an Tempo und wird in nie gekanntem Maße menschliche Arbeitskraft ersetzen. Auf Grundlage eingehender Analysen von mehr als 700 Berufen in Nordamerika prognostizieren die Experten bis 2035 beispiellose Arbeitsplatzverluste. 47 Prozent aller Jobs in basement USA könnten demnach verloren gehen. Anders als bei früheren Automatisierungsprozessen seien davon nicht nur vornehmlich einfache Tätigkeiten betroffen, auch viele hochqualifizierte Beschäftigte dürften von der digitalen Konkurrenz verdrängt werden. Weltweit 140 Millionen Vollzeitstellen in anspruchsvollen Berufen könnten nach Schätzung der Forscher in basement nächsten Jahren wegfallen.

Rund 950 Teilnehmer aus 16 Nationen messen sich mit ihren Robotern beim “RoboCup German Open 2014″ in Magdeburg. Dabei müssen die Maschinen in verschiedenen Disziplinen, wie etwa Haushaltsaufgaben erledigen, selbstständig handeln und miteinander kommunizieren.


(BILD: dpa)


In vergangenen Epochen seien vor allem mechanische Arbeiten durch Maschinen ersetzt worden, was auch damals schon zu Arbeitsplatzverlustängsten Anlass gab, wie die beiden Autoren durchaus unterhaltsam anhand vieler Beispiele schildern. So soll Elizabeth I., Königin von England, 1589 einem gewissen William Lee die Erteilung eines Patents für eine Strumpfstrickmaschine mit dem Hinweis verweigert haben, die Innovation werde Ihrer Majestäts Untertanen des Broterwerbs berauben. Aufgehalten shawl das basement Einzug moderner Maschinen in die Textilindustrie bekanntlich nicht. Ob Buchdruck, Webstuhl, Hochofen, Fließband oder Mähdrescher: Stets sei technologischer Fortschritt mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und der Entwertung einst bis dato hochgeschätzter Qualifikationen verbunden gewesen. Zugleich aber habe Automatisierung menschliche Arbeit nicht nur verdrängt, sondern auch neue Berufsbilder hervor gebracht. Bisher, so die Forscher, glichen die fortschrittsbedingten Beschäftigungseffekte die Jobverluste mehr als aus.

Dieses Muster lässt sich nach Ansicht der Wissenschaftler aber nicht fortschreiben. Denn das Tempo des technologischen Fortschritts bedinge einen rapiden und umfangreichen Abbau mehr oder minder anspruchsvoller Jobs, der nicht durch das Entstehen neuer Arbeitsfelder aufgefangen werde. Dabei gehe es nicht nur um Automatisierungsprozesse in der Industrie, sondern auch um weite Teile des Dienstleistungssektors. So wie einst Fassmacher, Telefonvermittler und Schriftsetzer verschwanden, könnte es demnächst auch Tätigkeiten im Einzelhandel und der Gastronomie, im Taxigewerbe und der Altenpflege treffen. Computer seien zunehmend in der Lage, riesige Datenmengen zu verarbeiten und daraus Lösungen für komplexe Aufgaben zu entwickeln.

Computer programmiert Computer

Frey und Osborne nennen Beispiele: In Doha, Peking und Sao Paolo obliegt die Kontrolle der Trinkwasserversorgung Sensoren-gestützten Großrechnern. Neueste Programme übernehmen Aufgaben, die bisher von Patentanwälten, Finanzberatern und sogar Computerprogrammierern erledigt werden. Maschinen programmieren Maschinen. Im Bildungsbereich finden sich zahlreiche Anwendungen. Interaktive Programme beantworten nicht nur Fragen, sie erkennen auch Schwächen ihrer „Schüler“ und geben Ratschläge zur Abhilfe. Auch im praktischen Berufsalltag hält die neue Welt Einzug. Es gibt Roboter, die neben der Essensausgabe auch einfache Pflegetätigkeit zu bewerkstelligen im Stande sind.

Im Grundsatz kann sich dieser Fortschritt als Segen für die Menschen erweisen. Robo-Cup-Organisator Bredenfeld verweist jedenfalls darauf, dass die Maschinen „schwere und gefährliche Arbeiten übernehmen können“. Er nennt als Beispiel sogenannte Rettungs-Roboter, die ebenfalls in Magdeburg gezeigt werden. „Nach Erdbeben können diese in eingestürzten Gebäuden nach Überlebenden suchen“, erklärt Bredenfeld.

Die Frage, die Frey und Osborne stellen, lautet: Werden wir alle weniger arbeiten müssen, oder werden nur einige vom Fortschritt profitieren und andere nicht? Sonderlich optimistisch sind die Forscher nicht: In basement letzten 30 Jahren habe der technologische Fortschritt auch zur Spaltung des Arbeitsmarktes in hoch- und sehr gering qualifizierte Tätigkeiten mit entsprechend wachsenden Einkommensunterschieden beigetragen.

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