Dürre in Hessen: Edersee-Atlantis taucht früher auf als erwartet

//Dürre in Hessen: Edersee-Atlantis taucht früher auf als erwartet

Dürre in Hessen: Edersee-Atlantis taucht früher auf als erwartet

Das mythenumrankte Inselreich Atlantis wurde berühmt, weil es unterging. Das Atlantis im nordhessischen Edersee ist dagegen bekannt, weil es auftaucht. Eine Brücke guckt schon aus dem Wasser.

Eine alte Grundmauer steht noch im Bereich der Dorfstelle Berich, einem Teil des Edersee-Atlantis. Normalerweise sind die Mauern unter Wasser. (Quelle: dpa) Normalerweise im Herbst sinkt der Wasserstand des Edersees, so dass die Ruinen zu sehen sind. Viele Besucher kommen dann extra für das Atlantis. (Quelle: dpa) Die kommenden Jahre wird es sogar noch mehr zu sehen geben. Ein Förderverein baut die alten Grundmauern Stück für Stück wieder auf. (Quelle: dpa) Ins Leben gerufen hat den Verein Uwe Neuschäfer. Er hat auch schon einen Plan, wie das alte Dorf wieder aufgebaut werden soll. (Quelle: dpa) Wenn der Edersee wenig Wasser führt, kommen die Reste des Dorfes Berich an die Oberfläche. (Quelle: dpa) Uwe Neuschäfer will mit seinem Förderverein zum Erhalt der Dorfstelle Berich die Grundmauern des Dorfes wieder aufbauen. So sollen noch mehr Touristen gelockt werden. (Quelle: dpa) Der versunkene Friedhof ist schon jetzt eine der Hauptattraktionen des Edersee-Atlantis. Die Betonplatten sichern die Gräber.  (Quelle: dpa) Die Restaurierung des Dorfes ist zum einen recht teuer. Außerdem können die Grundmauern nur wieder aufgebaut werden, wenn sie gerade über Wasser liegen. (Quelle: dpa) 2015 ragt die Aseler Brücke schon Anfang August aus dem Wasser. Normalerweise gibt der Edersee seine Schätze erst im Herbst frei. (Quelle: dpa)

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Die andauernde Trockenheit hat zu einem massiven Wasserverlust im Edersee geführt. War das Gewässer in Nordhessen im Mai noch voll, liegt der Füllstand nur noch bei 46 Prozent. “Im Moment wissen wir nicht, ob im August angesetzte Veranstaltungen wie ein Segelwettbewerb stattfinden können”, sagt Winfried Geisler, Vorsitzender des Regionalverbands Eder-Diemel in Edertal.

Mittlerweile ist auch die alte Aseler Brücke, Teil des “Edersee-Atlantis”, aus den Fluten aufgetaucht. Die Ruinen aufgegebener Dörfer sind eine Attraktion, aber auch Warnsignal, wenn sie vor dem Herbst zu sehen sind. Wenn der Wasserverlust weiter so hoch bleibe, werde Ende August die kritische Marke von 20 Prozent erreicht, erklärt Geisler.

Bleibt es so trocken, dann könnte auch das Dorf Alt-Berich in den nächsten Tagen aus dem See auftauchen.

Niedriger Pegelstand schadet der Ferienregion

Pegelstände sind am Edersee ein Politikum. 27.000 Liter Wasser werden pro Sekunde aus dem Stausee abgelassen, um die Schifffahrt auf der Weser zu sichern. Wenig Wasser im Edersee schadet aber der Ferienregion mit 700.000 Übernachtungen und drei bis vier Millionen Tagesgästen jährlich.

Rund 30 Millionen Euro Einbußen gab es 2017 durch die Trockenheit. Mit einer Petition hatten die Edersee-Anrainer damals versucht, etwas zu ändern. “Es folgte eine Einladung zum Verkehrsministerium nach Bonn und es laufen noch Gespräche mit dem hessischen Wirtschaftsministerium”, sagt Geisler.

Doch verändert habe sich bisher wenig. Dabei wären für die Edersee-Anrainer zwei Wege denkbar, um länger Wasser im Edersee zu halten. “Eine Option wäre, dass man den Pegel genauer fährt”, sagt Geisler. Das bedeute, den geplanten Wasserstand in der Weser bei der Stadt Hann. Münden genau einzuhalten, statt deutlich darüber zu liegen. Die andere Möglichkeit sei, schon früher in der Weser in den Sparmodus zu schalten, um länger Wasser im Edersee zu haben.

By | 2018-08-05T07:01:12+00:00 August 5th, 2018|Reise|0 Comments

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