Ein Beruf an der frischen Luft

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Ein Beruf an der frischen Luft

15.03.2014 | 06:00 Uhr

Ein Beruf an der frischen Luft

Gelsenkirchen-Hassel.  
Gärtner im Garten- und Landschaftsbau zu sein, benötigt viel Engagement für Natur und Kollegen. In Gelsenkirchen-Hassel hat sich das Gärtnerunternehmen HVG auf die Pflege von ganzen Wohnsiedlungen spezialisiert. Auszubildende werden dort noch gesucht, genommen werden aber nur wenige.

Den ganzen Tag an der frischen Luft sein und in vielfältigen Bereichen arbeiten: Das bietet der Beruf des Gärtners. Die HVG (Haus Vogelsang Grünflächenmanagement) in Hassel bietet genau diesen Ausbildungsberuf an. Und obwohl das Unternehmen nur zehn Plätze pro Jahr vergibt, sind erst fünf davon bis jetzt besetzt. Einer der Gründe dafür: Das Unternehmen sucht die Bewerber qualitativ nach dem Können aus. Nach einem Praktikum geht es, mit ein wenig Glück, direkt in die Ausbildung.

„Eigentlich müssen unsere Bewerber nicht viele Voraussetzungen mitbringen: Hauptschulabschluss und Engagement“, sagt HVG-Sprecher Stefan Bussemas. Das Problem bei der Findung neuer Auszubildenden sei, dass die HVG erst seit zwei Jahren den Sitz in Hassel hat und daher recht unbekannt sei. Außerdem passe oft die Chemie zwischen Unternehmen und Bewerber nicht. „Wir versuchen jedes Jahr die Ausbildungsstellen zu besetzen, haben aber auch unsere Ansprüche an die Bewerber“, so Bussemas. Um zu wissen, wie die Bewerber arbeiten, wird dazu ein Praktikum durchgeführt. Wenn das zur Zufriedenheit verläuft, wird der Bewerber eingestellt.

Gartenpflege für Vivawest

Diese Hürde musste auch Julia Schmitt nehmen. Vor einem Jahr hat sich die 20-jährige bei HVG beworben. „Ich wollte etwas an der frischen Luft machen. Mein Opa wohnt gegenüber dem ehemaligen Zechengelände und da sich dort HVG angesiedelt und versprochen hat, Arbeitsplätze zu schaffen, hat er gesagt, da solle ich mich doch mal bewerben. Und das hat alles problemlos geklappt.“ Seit dem vergangenen Sommer ist Julia nun in den Siedlungsgärten der Vivawest unterwegs. Für das Bauunternehmen kümmert sich HVG um die Gärten und Gehwege. Und auch Pflastern musste Julia lernen. „Das ist echte Knochenarbeit, aber ich dachte nicht, dass ich das könnte.“ Julia ist über sich hinausgewachsen. Doch in der Berufsschule hat sie ganz andere Fälle kennengelernt: „Manche meiner Schulkollegen machen jeden Tag Überstunden und lernen nicht das, was ich in dem halben Jahr gelernt habe.“ Überstunden bei HVG musste sie bis jetzt keine machen. Alle zwei Wochen steht für eine Woche die Berufsschule an. Nach drei Jahren ist Julia dann mit der Ausbildung fertig. Und sie weiß jetzt schon, dass sie bei der HVG weitermachen möchte.

Die HVG gehört mit 350 Mitarbeitern zu der Vivawestgruppe, die sich aus dem gleichnamigen Dienstleistungsunternehmen, dem RHZ Handwerkszentrum, Marienfeld Multimedia und Skibatron Mess- und Abrechnungssysteme zusammensetzt.

Für den 1. August werden bei der HVG noch fünf Auszubildenende im Bereich Gärtner/in, Fachrichtung: Garten- und Landschaftsbau gesucht.

Kontakt für Bewerbungsangelegenheiten: Vivawest Dienstleistungen GmbH, Frau Gabi Brüske, Bergmannsglückstraße 35, 45896 Gelsenkirchen, bewerber@vivawest-dl.de

Fabio Deiaco ist Julia dabei drei Jahre voraus. Nach der Lehre bei der HVG wurde er übernommen und zieht mit seiner Kolonne – so heißen die Arbeitsgruppen – durch die Stadt und lernt bei seiner Arbeit viele Mieter kennen. „Wir übernehmen weit über 90 Prozent der Auszubildenden, weil wir wissen, dass sie gut arbeiten“, erklärt Bussemas. Für Fabio und Julia jedenfalls ist der Beruf des Gärtners der beste auf der Welt.

Franziska Gerk

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By | 2014-03-16T17:39:53+00:00 March 16th, 2014|Beruf & Chance|0 Comments

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