Ein Beruf mit Aussicht(en)

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17. März 2014

Schornsteinfeger sind nach wie vor noch viel auf den Dächern unterwegs.


  1. Manuel Klausmann, 19, aus Yach lernt den seltenen Beruf des Schornsteinfegers beim einzigen Ausbildungsbetrieb im Kreis Emmendingen in Elzach. Foto: Tobias Winterhalter


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ELZACH. Mit seinem schwarzen Anzug, auch Koller genannt, und schwarzem Käppi, der Meister mit Zylinder, gilt der Schornsteinfeger gemeinhin als Glücksbringer. Manuel Klausmann aus Elzach-Yach machte erst kürzlich die Erfahrung, dass diese Tradition noch in aller Munde ist, als ihm ein Passant dreimal auf die Schulter klopfte und sich Glück für seine Prüfung wünschte.

Die dreijährige Ausbildung für dieses klassische Handwerk absolviert der 19-jährige Manuel beim Meisterbetrieb Becherer in Elzach. Der Schornsteinfeger-Azubi steigt auf die Dächer der Kunden und befreit die Schornsteine von Ruß und Schmutz. Meist benutzt er dafür den Stoßbesen, einer geschwungene Stahlstange mit Bürste dran. Ist der Weg nach unten in den Schornstein weiter, nutzt er den Leinebesen, der eine angehängte Stahlkugel hat, um mit diesem Gewicht die Bürste nach unten in den Schornstein zu manövrieren. “Aufs Dach müssen wir allerdings nicht überall”, sagt Manuel. Bei vielen Häusern sei der Zugang zum Kehren innerhalb der Wohnung.

Das Laufen und Klettern auf den Dächern ist für Manuel, der im zweiten Ausbildungsjahr ist und aufgrund guter Leistungen in der Zwischenprüfung seine Lehrzeit auf zweieinhalb Jahre verkürzen konnte, längst zum Alltag geworden. “Angst habe ich keine, aber man muss immer vorsichtig sein. Ich bin gerne auf dem Dach, man kann über die ganze Stadt blicken, trotz der Arbeit gönnt man sich da mal einen Blick,” sagt der Yacher. Ganz selten noch gibt es sogenannte Steigkamine, die so breit sind, dass der Handwerker von innen hoch steigt und den Ruß mit dem Besen gleich abfegt. Für Schmutzrückstände, die sich mit den Besen nicht entfernen lassen, bedient sich der Schornsteinfeger weiterer Reinigungsmethoden, dem Ausbrennen oder Ausschlagen. Mit einer rotierenden Stahlkette werden dabei harte Rückstände weggeschlagen. “Beim Ausbrennen verwenden wir flüssiges Gas. Bei einer Temperatur von 800 Grad verbrennt der restliche Schmutz.”

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Neben dem Kehren gehören noch weitere Aufgaben zum Arbeitsfeld eines Schornsteinfegers. Er muss zum Beispiel den Heizwert und den Brennwert von verschiedenen Heizungen messen. “Eine Abgasmessung muss bei Altanlagen jedes Jahr und bei modernen Heizungen alle zwei Jahre vorgenommen werden,” erzählt Manuel. Das Reinigen von Gas- oder Ölheizungen funktioniert mit einer Haspel, einer biegsamen Kunststoffbürste, über dünne Kunststoffrohre. “In der Regel besuchen wir jeden Kunden quartalsmäßig einmal, wenn die Anlage im Betrieb ist. Bei Kachelöfen zum Beispiel wird deshalb im Sommer meist nicht gekehrt,” beschreibt der 19-Jährige. Die 2500 Kunden, die Becherer im Standort Elzach betreut, werden von Manuel, seinem Meister Harald Becherer und einem weiteren Auszubildenden betreut.

Wichtige Grundlagen seines Berufs erlernt Manuel Klausmann zusätzlich in der Landesberufsschule in Ulm. “Da Schornsteinfeger ein seltener Ausbildungsberuf ist, steht die einzige Schule in Baden-Württemberg in Ulm. Wir wohnen dort während zwei Blöcken insgesamt elf Wochen im Jahr im Internat.” Drei Wochen im Jahr besucht er zusätzlich die überbetriebliche Ausbildung, in welcher er praktische Tätigkeiten lernt und übt.

Der Betrieb von Harald Becherer ist der einzige Ausbildungsbetrieb im Landkreis Emmendingen. Daher gestaltet sich die Suche nach Fachkräften für Becherer nicht einfach. Für die Auszubildenden bedeutet dies, dass sie nach der Ausbildung gute Chancen haben, im Betrieb zu bleiben. “Mir macht es sehr viel Spaß und ich möchte auf jeden Fall in diesem Gewerbe bleiben,” so Manuel. Mögliche weitere Geschäftsfelder sind nach einer Meisterqualifikation die Tätigkeit als Energieberater oder Bauleiter. Aber auch die Arbeit als Geselle ist sehr interessant. “Wir arbeiten mit vielen Menschen zusammen, wir sind viel unterwegs und haben täglich wechselnde Arbeitsplätze, sind an der frischen Luft und planen und arbeiten selbstständig im Arbeitsablauf. Schwindelfrei sollte man allerdings sein und mit Schmutz sollte man keine Probleme haben.” Jeder Betrieb hat einen Schmutzraum, “wo wir nach der Arbeit unsere Sachen ablegen und duschen können,” berichtet der Auszubildende.

Autor: Tobias Winterhalter

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    By | 2014-03-17T01:13:23+00:00 March 17th, 2014|Beruf & Chance|0 Comments

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