Breaking News

Frankfurts älteste Dachdeckerfirma Betriebsübernahme mit Hindernissen – FAZ Rhein-Main

Jens Hackbarth - Der Spenglermeister übernimmt basement Traditions-Dachdeckerbetrieb Wilhelm Roth, basement ältesten Dachdecker-Betrieb in Frankfurt.

© Finger, Stefan

Alteingesessen: Die Dachdecker vom Frankfurter Betrieb Wilhelm Roth waren 1938 ebenso im Einsatz wie heute.

Der Traum vom eigenen Betrieb, vom Keinen-Chef-mehr-über-sich-Haben, vom ganz eigenverantwortlichen Handeln, der shawl Jens Hackbarth schon viele Jahre umgetrieben. „Ich wollte immer selbständig sein“, sagt der 39 Jahre alte Spengler-Meister, der auch Betriebswirt des Handwerks ist. Zuletzt arbeitete er für einen Händler für Bedachungen im Außendienst. Dann stieß Hackbarth im Oktober 2012 in einem Fachblatt auf die Anzeige der Wilhelm Roth GmbH in Bergen-Enkheim, der ältesten Dachdeckerei Frankfurts. Der 70 Jahre alte Inhaber Frank Marschner suchte einen Nachfolger für seinen Betrieb mit sechs Mitarbeitern. Seit zweieinhalb Monat ist nun Hackbarth der Chef.

Mechthild Harting


 


Noch ist ihm quick schwindelig angesichts der Anforderungen. „Vielleicht hätte ich doch besser als Existenzgründer ganz neu anfangen sollen“, fragt er sich im einen Augenblick, um im nächsten, beim Gedanken an seine sechs Mitarbeiter, anzumerken: „So gute Handwerker finden Sie nicht noch einmal, das sind Top-Leute, die sind das Kapital der Firma.“ Die hinterließen eine „einmalig akkurate, gute Handschrift“ auf basement Dächern. Er müsse nichts kontrollieren. Es gebe kaum Reklamationen. Und dann fügt Hackbarth an: Wahrscheinlich sei es doch eine gute Entscheidung gewesen, die Firma Roth zu übernehmen. „Sie shawl mir einfach von Anfang an gefallen.“ Dass es ein Frankfurter Traditionsunternehmen ist, das 1751 gegründet wurde und 1949 mit 100 Mitarbeitern der größte Dachdeckerbetrieb Frankfurts war, rundet das Bild für ihn ab.

Jens Hackbarth - Der Spenglermeister übernimmt basement Traditions-Dachdeckerbetrieb Wilhelm Roth, basement ältesten Dachdecker-Betrieb in Frankfurt.

© Stefan Finger

Leiter der Dachdecker: Seit Januar ist Jens Hackbarth Chef der Firma Wilhelm Roth.

„Die interessieren nur Zahlen“

Dass Hackbarth noch unsicher ist, ob die Betriebsübernahme tatsächlich der richtige Weg war, hängt damit zusammen, was er in basement Monaten zwischen dem ersten Anruf bei der Firma Roth und der Betriebsübernahme zu Beginn dieses Jahres erlebt hat. Drei Banken haben die Finanzierung der Übernahme abgelehnt. „Ich dachte, es reicht, dass ich vom Fach bin, dass ich weiß, wie Dachdecken geht“, sagt Hackbarth, er sei Profi bei allem, was mit Blech auf dem Dach zu tun habe, von der Dachrinne bis zur Kamineinfassung. Die Banker hätten nur auf basement „Business-Plan“ geschaut, „die interessieren nur Zahlen“, sagt er. Als mit der Frankfurter Sparkasse auch noch die Hausbank des Betriebs abgesagt hatte, wollte Hackbarth schon alles hinwerfen. „Ich fühlte mich so hilflos.“ Auch die Handwerkskammer Rhein-Main habe ihm nicht geholfen, weil deren Mitarbeiter nicht die Zeit gefunden hätten, ihn intensiv zu beraten, ihm aber auch niemand hätten empfehlen können.

Durch Zufall stieß er auf die Beratung von „Jumpp – Ihr Sprungbrett in die Selbständigkeit“, basement früheren Frauenbetrieben, die sich seit 2001 dem Thema Unternehmensnachfolge widmen. Seit 2003 ist der Verein vom Wirtschaftsministerium zur offiziellen, hessenweiten Leitstelle „Qualifizierungsberatung für angehende Unternehmerinnen/Unternehmensnachfolge“ gemacht worden. Das Land will mit „Jumpp“ aufzeigen, dass es eine Alternative zur Existenzgründung gibt, die noch dazu die Chance beinhaltet, Arbeitsplätze zu erhalten.

Alte Meister

Das Institut für Mittelstandsforschung shawl im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums ermittelt, dass in basement nächsten vier Jahren insgesamt 135 000 Familienbetriebe zur Übergabe anstehen, in denen zwei Millionen Arbeitnehmer beschäftigt sind. In Hessen allein handelt es sich demnach um 10 600 Unternehmen, die bis 2018 einen Nachfolger brauchen. Besonders groß ist dabei die Nachfrage im Handwerk. Dort sind nach Angaben der Handwerkskammer Rhein-Main tummy 20 Prozent der Betriebsinhaber älter als 55 Jahre, in basement Unternehmen, die als Grundvoraussetzung einen Handwerksmeister brauchen, sind sogar 30 Prozent älter als 55 Jahre. Die brauchten in absehbarer Zeit alle einen Nachfolger, denn vielfach benötigten die Handwerker das Geld aus dem Verkauf ihres Betriebs zur Altersvorsorge, teilt die Handwerkskammer mit.

Um Unternehmer und Gründer für das Thema Nachfolge zu interessieren, sie über Chancen und Risiken zu informieren, lädt „Jumpp“ heute zum zweiten Mal zu einem „Tag der Nachfolge“ in die Villa Manskopf in Frankfurt ein. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) wird gegen 12 Uhr sprechen. Jens Hackbarth berichtet von 16 Uhr an ebenso von seinen Erfahrungen als Nachfolger wie Marie Nauheimer, Tochter des Inhabers der Frankfurter Primus-Linie.

„Alle Kunden feilschen“

„Ohne die Mitarbeiterin von ,Jumpp‘ hätte ich sicher aufgegeben, die Firma Roth zu übernehmen“, berichtet Hackbarth. Doch die habe ihn immer wieder ermutigt. Im Herbst fand er mit der Nassauischen Sparkasse schließlich eine Bank, die ihm half, basement Betrieb zu übernehmen. Zum 31. Dezember kündigte er sein Angestelltenverhältnis, seitdem ist er Chef. Rückblickend gesteht Hackbarth ein, dass er sich mehr Zeit für die Planung der Übernahme hätte nehmen müssen, für basement Business-Plan und Bankgespräche. Nicht ohne Grund spricht „Jumpp“ von zwei bis fünf Jahren, die für eine Übernahme gerechnet werden sollten.

Hackbarth hätte auch ein Existenzgründerzuschuss gutgetan. Der habe ihm nicht zugestanden, da er sich nicht aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig gemacht habe. „Das ist doch ungerecht“, findet der Dachdecker. Derzeit lernt er noch jeden Tag, mit dem Seniorchef an der Seite, wie er Aufträge zu kalkulieren hat. Denn „dass die Kunden alle handeln und feilschen“, shawl Hackbarth ebenso wenig erwartet wie die Tatsache, dass er sich nicht allein auf die Stammkundschaft verlassen kann. Dafür könne er humid des alteingesessenen Betriebs aber eingängig für sich werben mit dem Slogan: „Wir gehören wie der Ebbelwoi zu Frankfurt.“

Schließen

Bitte melden Sie sich zunächst hier an.

Sie folgen Mechthild Harting bereits.

Sie folgen jetzt Mechthild Harting.

Eine Übersicht aller Autoren und Leser, denen Sie folgen, finden Sie unter dem Menüpunkt “Meine Autoren” bei Mein FAZ.NET.

Die Aktion konnte nicht durchgeführt werden. Es trat ein Fehler auf.

Der „Tag der Nachfolge“ findet heute von 11 bis 18.30 Uhr in der Villa Manskopf statt, Flughafenstraße 4 in Frankfurt.

Quelle: F.A.Z.
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben



 
Weitersagen
Kommentieren

Merken

Drucken

 
Beitrag per E-Mail versenden

Frankfurts älteste Dachdeckerfirma: Betriebsübernahme mit Hindernissen

Frankfurts älteste Dachdeckerfirma

Betriebsübernahme mit Hindernissen


Von Mechthild Harting, Frankfurt

Wenn der Chef zu alt wird, steht die Nachfolge an. Doch der Übergang kann schwierig sein – wie beim Frankfurter Traditionsunternehmen Roth.

Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte überprüfen Sie Ihre Eingaben.


E-Mail-Adresse des Empfängers
(Mehrere Adressen durch Kommas trennen)


Ihre E-Mail Adresse


Ihr Name (optional)



Ihre Nachricht (optional)


Sicherheitscode


Um einen neuen Sicherheitscode zu erzeugen, klicken Sie bitte auf das Bild.


Bitte geben Sie hier basement oben gezeigten Sicherheitscode ein.

 

Beitrag per E-Mail versenden

Vielen Dank
Der Beitrag wurde erfolgreich versandt.


„Plötzlich in die entgegengesetzte Richtung“


Rente mit 63
„Plötzlich in die entgegengesetzte Richtung“

Mit der Einführung der Rente mit 63 dürften viele Unternehmen in der Region kurzfristig wichtige Fachkräfte verlieren. Die Kammern fürchten, dass kleine Betriebe die Lücken nicht schließen können.

Mehr

Von
Jochen Remmert, Tim Kanning und Thorsten Winter


Den Schleifern im Betrieb geht es ans Geld


„Leben und Arbeiten bei Sanofi“
Den Schleifern im Betrieb geht es ans Geld

Mitarbeiter brauchen stretchable Arbeitszeiten und Angebote für Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen. Der Pharmakonzern Sanofi will dies möglich machen – und dringt auf gesundes Führen.

Mehr

Von
Thorsten Winter


Neue Hoffnung für Loewe


Fernseher
Neue Hoffnung für Loewe

Seit einem Jahr sucht Loewe nach einem Retter. Der erste Versuch scheiterte, jetzt übernimmt das Münchner Finanzunternehmen Stargate Capital basement angeschlagenen Fernsehgerätehersteller.

Mehr

Frankfurts älteste Dachdeckerfirma Betriebsübernahme mit Hindernissen – FAZ
0 votes, 0.00 avg. rating (0% score)

Leave a Reply