Gebäude besetzt Ukraine droht Verlust der Kontrolle über den Osten

//Gebäude besetzt Ukraine droht Verlust der Kontrolle über den Osten

Gebäude besetzt Ukraine droht Verlust der Kontrolle über den Osten

Die ukrainische Regierung verliert immer mehr die Kontrolle über den Osten des Landes. In Donezk trat der Polizeichef zurück und gab damit dem Druck der prorussischen Demonstranten nach, die mehrere Verwaltungsgebäude in der Industriemetropole besetzt hielten. Über dem Polizeipräsidium wehte die Flagge der moskautreuen Kräfte. In Slawjansk stürmten Bewaffnete in Kampfanzügen das Polizeipräsidium und die Zentrale des Geheimdienstes. Über dem Polizeigebäude wurde die russische Fahne gehisst.

In mehreren Städten haben auch Kämpfe zwischen verfeindeten Gruppen begonnen, teilte Innenminister Arsen Awakow mit. In Kramatorsk sei es zu einem Schusswechsel zwischen der Miliz und unbekannten Angreifern gekommen, hieß es. Berichte über Verletzte liegen nicht vor. In Krasny Liman seien Sicherheitskräfte aus Kalaschnikow-Sturmgewehren beschossen worden. Dies bezeichnete Awakow im Online-Netzwerk Facebook als “Aggression der Russischen Föderation”. Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow rief den Nationalen Sicherheitsrat für eine Krisensitzung zur Lage im Osten zusammen. Das Treffen werde noch am Samstagabend abgehalten, erklärte eine Sprecherin Turtschinows.

Der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschyzja forderte Russland in einem Telefonat mit seinem Kollegen Sergej Lawrow auf, Provokationen zu unterlassen. Die Polizei stehe zum Einsatz bereit, wenn Verhandlungen mit den Demonstranten scheiterten, sagte er dem britischen Sender BBC. Die Ukraine sieht von Russland gesteuerte Provokateure hinter den Besetzungen.

Russland warnt wiederum Kiew vor einem bewaffneten Einsatz. Jegliche Anwendung von Gewalt gegen russischsprechende Menschen würde die Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Konflikts unterlaufen, sagte Außenminister Sergej Lawrow in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry. Auch das geplante Treffen zwischen russischen, ukrainischen, amerikanischen und EU-Vertretern in Genf am Donnerstag würde dadurch gefährdet.

Referendum über Abspaltung der Region

In Slawjansk brachten rund 20 mit Pistolen und Gewehren bewaffnete Männer Polizeiangaben zufolge rund 400 Handfeuerwaffen und automatische Gewehre in ihre Gewalt und verteilten diese an ihre Anhänger. Vor dem Polizeipräsidium versammelten sich Hunderte Einwohner der Stadt. Einige von ihnen bauten Barrikaden aus Autoreifen. Innenminister Awakow kündigte eine harte Reaktion des Staates an. Es gebe einen Unterschied zwischen Demonstranten und Terroristen, erklärte Awakow auf Facebook.

Prorussische Demonstranten halten in mehreren ostukrainischen Städten Regierungsgebäude besetzt. Sie fordern ein Referendum über eine Abspaltung der Region, in der viele russischstämmige Bürger leben. Die Regierung in Kiew hatte den Demonstranten ein Ultimatum bis Freitag gesetzt, die Besetzungen zu beenden, ohne dass sich etwas änderte. Als Reaktion auf die separatistischen Bestrebungen schlug Ministerpräsident Jazenjuk vor, den Regionen im Osten mehr Eigenständigkeit zu geben.

Die Besetzungen schüren Sorgen, dass die Regierung in Moskau nach der ukrainischen Halbinsel Krim auch andere Landesteile in die Russische Föderation eingliedern könnte. Russland hat nach Nato-Angaben inzwischen 40.000 Soldaten an der Grenze zusammengezogen. Lawrow hatte am Freitag allerdings erklärt, sein Land wolle, dass die Ukraine innerhalb ihrer Grenzen als Ganzes erhalten bleibe. Die Eingliederung weiterer Landesteile der Ukraine sei nicht im Interesse Russlands.

Besetzte Polizeidirektion in der Region Donezk

Getarnte Männer besetzen Polizeigebäude in Donezk

By | 2014-04-13T06:14:55+00:00 April 13th, 2014|Politik|0 Comments

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