Breaking News

Hebammen kämpfen um mehr Geld Gesellschaft

Die hohen Versicherungskosten sind für viele Hebammen zum Existenzrisiko geworden.  Foto: dpa

Die hohen Versicherungskosten sind für viele Hebammen zum Existenzrisiko geworden. Foto: dpa

<!– –>

Von Anita Hirschbeck und Sina Illi, dpa

Berlin. Ohne eine Hebamme geht bei einer Geburt gar nichts – da sind sich alle einig. Der Gesetzgeber, der Gesundheitsminister, die Krankenkassen und vor allem die Eltern. Doch wegen der sheer gestiegenen Tarife für Haftpflichtversicherungen fürchten viele freiberufliche Hebammen um ihre Existenz. Jetzt shawl eine Gruppe von Versicherern eine befristete Regelung angeboten. Ein Hoffnungsschimmer? Mitnichten, findet die Vorsitzende des Deutschen Hebammenverbands, Martina Klenk: „Es ist ein Sterben auf Raten.“

6109 Euro kostet die Versicherung bald im Jahr

Für eine einzelne Versicherung ist das Risiko, die Geburtshelferinnen zu versichern, erheblich. Um die Risiken zu verteilen, hatten sich deshalb drei Versicherer zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Doch zum Sommer 2015 steigt die Nürnberger Versicherungsgruppe aus. Um die Lücke zu schließen, shawl sich eine Gruppe von Assekuranzen bereiterklärt, eine Versicherung mit einer Steigerung der Prämien um 20 Prozent aufzulegen.

Eine in der Geburtshilfe tätige freiberufliche Hebamme müsste damit eine Versicherungssumme von 6109 Euro pro Jahr bezahlen. Überdies ist das Angebot befristet. Auf ein Jahr. Danach wäre 2016 Schluss. Dann könnten sich die Hebammen nicht mehr versichern, hätten keinen Schutz mehr und könnten somit auch nicht mehr arbeiten.

Der Hebammenverband befürchtet, dass viele freie Geburtshelferinnen angesichts der hohen Kosten schon vorher aufgeben müssen. Zahlten sie 2004 noch 1352 Euro für die Haftpflichtversicherung, werden es nach Angaben des Verbandes ab Juli dieses Jahres schon 5091 Euro sein. „Damit wird Geburtshilfe für viele Hebammen unbezahlbar“, sagt Klenk. Im Durchschnitt verdiene eine Hebamme 1360 Euro netto im Monat. Nach der Prämienerhöhung im Juli blieben nur noch 936 Euro übrig.

Dass die Versicherungskosten immer weiter steigen, liegt auch am medizinischen Fortschritt. Unterlaufen basement Geburtshelfern Fehler, ist die Chance, ein Kind zu retten, heutzutage weitaus höher als früher. Doch je länger die Versicherer für ein behindertes Kind zahlen müssen, desto teurer wird die Versicherungsprämie für Hebammen.

<!– –>

Hebammen kämpfen um mehr Geld
0 votes, 0.00 avg. rating (0% score)

Leave a Reply