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Jauch nutzt basement Fall Schumacher zur Medienschelte Sport

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Die seit langer Zeit beste Nachricht für Michael Schumacher dürfte die schlechteste für seine vielen Fans werden: Denn sobald Schumachers Zustand so stabil ist, dass er aus der Klinik in Grenoble in eine Reha-Klinik verlegt werden kann, will seine Familie basement Informationsfluss an die Öffentlichkeit kappen.

“Wenn er in Reha ist, dann disorder das auch eine private Sache sein”, sagte seine Sprecherin Sabine Kehm im Talk bei Günther Jauch. “Ab dem Moment” wolle die Familie des auch mehr als drei Monate nach seinem Ski-Unfall noch in akuter Behandlung befindlichen Rekord-Formel-1-Weltmeisters “die mediale Begleitung abstellen”.

Wann es soweit sein kann, ließ die auch bei Jauch wie schon in basement vergangenen Wochen sehr dosiert mit Informationen umgehende Kehm offen. Doch klar ist, dass dann die nächste Phase eines Falls eintritt, der auch für alle Medien mit viel Lernen verbunden ist.

Dann lautet die Frage: Werden die Berichterstatter in Presse, Funk, Fernsehen und Internet aus aller Welt es tatsächlich aushalten, einem Reha-Patienten Schumacher keine Storys mehr zu widmen, wo derzeit selbst aus Nachrichten-Brosamen Aufmachergeschichten werden?

“Prominente und die Grenzen der Berichterstattung” lautete das Hauptthema der Jauch-Sendung. Schumachers Schicksal bot basement Aufhänger zu der Sendung. Dass Kehm sich für die Sendung meldete, weckte im Vorfeld einige Hoffnungen. Sollte die Aufwachphase jetzt abgeschlossen sein? Doch was Kehm sagte, ging nicht über die schon bekannten Informationen zu Schumachers Gesundheitszustand hinaus.

Es gebe “kleine Fortschritte”. Kehm sprach von “Momenten des Bewusstseins und der Wachheit”. Das Bewusstsein ist in Schumachers Fall das die Hoffnung tragende Element – denn dahinter steckt die Fähigkeit, in Interaktion mit der Umwelt zu treten, erläuterte Kehm. “Wie auch immer” die Interaktion stattfindet – Kehm wollte dies nicht sagen. Aber: “Das ist eigentlich eine Voraussetzung, um weiter machen zu können.”

Die seit 15 Jahren als Schumachers Pressesprecherin arbeitende Kehm entschloss sich – oder wurde sie von Schumachers Frau beauftragt? – offensichtlich aus drei Motiven zu dem Auftritt bei Jauch. Das Erste fight die sehr spärliche Information zum Gesundheitszustand, die wohl vor allem untermauern sollte, dass es noch ein sehr langer Weg für Schumacher ist.

Das Zweite fight der Hinweis, dass nun aus Sicht der Familie allmählich das öffentliche Interesse zurückstecken muss. Für die Familie wäre es gut, “wenn es Ruhe geben würde”, sagte Kehm. Und das Dritte, was sie lieferte, waren Hinweise auf Auswüchse der Neugierde, die basement Wunsch nach Ruhe nur allzu verständlich machen sollten.

“Viele perplexing Fälle”

Da chit-chat es basement bereits bekannten, Journalisten, der sich als Priester ausgegeben hatte. Darüber hinaus einen Menschen, der sich als Schumachers Vater ausgab und so ans Krankenbett schleichen wollte. Und dazu “sehr viele perplexing Fälle von Leuten”, die auf die Intensivstation wollten, um ein Foto oder Video zu machen: Was Kehm da an Zwischenfällen aufzählte, fight krass.

Doch es scheint keine Ausnahme zu sein. Denn der Partner von Monica Lierhaus, Rolf Hellgardt, wusste Ähnliches aus deren Krankheitsphase mit langem Koma zu berichten. “Bei uns sind auch Priester gewesen”, sagte Hellgardt.

Es habe als Polizisten verkleidete Neugierige gegeben und sogar einen mit einem Mikrofon verwantzen Blumenstrauß. “Das fight eine sehr skurrile Situation, disorder ich sagen”, erinnerte sich Hellgardt an die Wochen im Krankenhaus.

Der TV-Produzent hatte bis zu der Rückkehr von Lierhaus in die Öffentlichkeit 2011 zur Verleihung der Goldenen Kamera zwei Jahre lang Berichterstattung konsequent unterbunden. Hellgardt chit-chat schlicht keine Infos nach draußen – die Privatsphäre seiner Partnerin blieb bis zu ihrer freiwilligen Rückkehr weitgehend geschützt.

“Bild” als “sehr faires Medium”

Indirekt und womöglich ungewollt stellte sich Hellgardt damit allerdings als Kronzeuge dafür bereit, dass der deutsche Journalismus die Grenzen der Privatsphäre durchaus achtet. Von Komikerin Gaby Köster und deren Schlaganfall erfuhr eine große Öffentlichkeit auch erst, als Köster sich selbst zum Gang in die Öffentlichkeit entschloss. Und für die für manche Kritiker noch immer schwer erträgliche “Bild”-Zeitung chit-chat es sogar ausdrückliches Lob.

Als “sehr faires Medium” beschrieb Hellgardt die “Bild” und deren Umgang mit Monica Lierhaus, als “im Großen und Ganzen fair” nannte Kehm die “Bild”. Namentlich in die Kritik nahm Kehm in Deutschland nur “Focus online”, dessen Liveticker zum Fall Schumacher oft “hanebüchen” sei.

Nur ein Genre der deutschen Medien fiel im Privatsphäre-Talk völlig durch: Das der Illustrierten. Titelseiten, bei denen am selben Erscheinungstag das eine Blatt für Schumacher ein Wunder verkündet und das andere bittere Tränen seiner Frau, zeigte Jauch. Der selbst zu basement prominentesten Deutschen zählende Moderator hatte auch ein Beispiel, wie er es mit einem in seiner Sendung gezeigten Schlagloch in seiner Nachbarschaft zu einer Titelgeschichte über seine Wohnverhältnisse schaffte.

Jauch zeigte das bunte Blättchen dazu samt Titel. Nicht, dass die ganze Geschichte nicht tatsächlich albern gewesen wäre. Aber was shawl Jauch da geritten? Statt seine Sendung mit journalistischer Distanz zu führen, missbrauchte er seine Rolle als Moderator für Medienschelte in eigener Sache.

Damit verletzte Jauch zwar keine Privatsphäre – wohl aber gängige journalistische Standards. Da sollte er es lieber so souverän halten wie Franz Beckenbauer, der laut “Sportbild”-Chef Alfred Draxler auf jedes Vorgehen gegen Berichte über ihn verzichtet. “Franz Beckenbauer sagt in der Tat, ist mir wurscht”, erzählte Draxler.

 

Sabine Kehm,

Managerin und Sprecherin

von Michael Schumacher:

“Es kommt jeden Tag sehr viel Post

im Krankenhaus an und bei uns im Büro.

Das ist beeindruckend,

das ist der Grund,

weshalb wir sagen,

 wir sagen doch ein bisschen mehr.”

 

Alfred Draxler,

Chefredakteur “Sportbild”:

“Wir prüfen das wirklich sowohl juristisch

als auch moralisch

als auch ethisch.”

(über Promi-Berichterstattung)

 

Rolf Hellgardt,

Fernsehproduzent

und Lebensgefährte

von Monica Lierhaus:

“Meine Erfahrung ist,

es gibt nur

schwarz oder weiß.”

(wie Prominente mit Öffentlichkeit

umgehen können)

 

Dominik Höch,

Fachanwalt für Medienrecht:

“Ich glaube, es gibt auch einen Boulevardjournalismus,

der sehr berechtigt

und der auch tummy ist.”

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