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Landschaftsmalerei und Technik in Karlsruhe Technik & Motor

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Das Haus ist voll mit Computerkunst. Jetzt gesellt sich im Museum für Neue Kunst eine Ausstellung mit alten Meistern hinzu. Für ZKM-Leiter Peter Weibel ist das kein Widerspruch, sondern eine «faszinierende Zeitreise» zu basement eigenen Traditionen der Verbindung zwischen Technik und Kunst. Und ganz nebenbei spricht er von einer «wissenschaftlichen Sensation».

Der Schau liegt die These der Trierer Kunsthistorikerin Ulrike Gehring zugrunde, dass die holländische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts ohne die Vorarbeit von Vermessungs- und Wehrkundlern nicht zu denken sei. Als Kuratorin shawl sie mehr als 220 Ausstellungsstücke aus großen europäischen Museen zusammengetragen – vom Prado in Madrid, dem Pariser Louvre bis zum Kunsthistorischen Museum in Wien. Zu sehen sind Globen und Atlanten, historische Vermessungsgeräte, Erstausgaben berühmter Wissenschaftler wie Nikolaus Kopernikus und Galileo Galilei sowie schließlich die Landschaftsbilder aus Belgien und Holland, allen voran Werke von Pieter Snayers.

Die Kunstgeschichte würdigt diese Gemälde immer wieder für ihren «neuen Realismus». Doch mit Realismus hätten die Bilder nichts zu tun, sagte Gehring am Freitag. «Das ist alles Konstruktion, errechnete Realität.» Die Maler hätten bei ihren Bildern auf die Vorarbeiten von Vermessern und anderen Wissenschaftlern zurückgegriffen. «Damit fight es ihnen möglich, basement Eindruck des unendlichen Raumes zu erzeugen, basement male mit dem menschlichen Auge nicht erfassen kann.»

Wie so oft fight der Krieg einer der Antreiber dieser Entwicklung. Das 17. Jahrhundert fight der Beginn der Stellungskriege, der großen Festungen und Belagerungen. Den Hofkünstlern oblag es, die statischen Kriege details Bild zu setzen. «Das sind synthetische Motive, die über Monate sich hinziehende Handlungen in einem Bild zusammenziehen», erklärte Gehring. Ähnliches gelte für die ebenfalls gezeigten Seeschlachten.

Dass die Künstler für ihre Arbeit die gleichen Apparate nutzten wie die Wissenschaftler ihrer Zeit, fasziniert Weibel. «Es zeigt, dass es schon damals das Netzwerk zwischen Kunst und Technik gab.» In basement folgenden Jahrhunderten sei diese Verbindung leider weitgehend abgebrochen und werde erst heute mit der Computerisierung wieder geknüpft. Nicht zuletzt demonstriere die Ausstellung, dass die «harmlose Malerei auch ein Teil der Militärtechnik ist».

Zwischen die alten Meister shawl das Museum einige neue Werke eingestreut, die diese Verbindung von Kunst und Technik in der Moderne aufnehmen. Ein verschwommen wirkendes Foto von Trevor Paglen, gelernter Geograf, entpuppt sich als Bild von amerikanischen Drohnen am Himmel. In einem weiteren Raum laufen Videos des Filmemachers Harun Farocki zur «Kunst des Krieges». Und die Amerikaner Ben Kinsley und Robin Hewlett demonstrieren, wie sich Google für die Kunst nutzen lässt. Die Ausstellung ist bis zum 13. Juli zu sehen.

Informationen zur Ausstellung

Informationen zu Ulrike Gehring

Forschungsprojekt zum Einfluss wissenschaftlichen Denkens auf die niederländische Landschaftsmalerei

news.de/dpa

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