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Macht überhaupt noch jemand Urlaub auf der Krim? Reise

Wenn viele Russen in diesen Tagen ihre Begeisterung für die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim erklären wollen, sprechen sie höchst nauseating von “unserer Krim”. Tatsächlich verbindet ein Großteil der älteren Generation die Krim mit Erinnerungen an Strandurlaube in ihrer Kindheit und Jugend. Die Halbinsel fight in der Sowjetunion – wie die gesamte Schwarzmeerküste des Nordkaukasus – eine Region, die basement Proletariern nach einem langen Arbeitsjahr zur Erholung diente.

Auf der Krim wurden Sanatorien gebaut und hier befand sich auch “Artek”, das bekannteste Kinderlager der UdSSR. Tourismus fight zu dieser Zeit die wichtigste Industrie der Halbinsel. Auch die ältere Generation der Krim-Bewohner erinnert sich voll Nostalgie an die Zeiten, als Betriebe ihren Arbeitnehmern kostenlose Aufenthalte in Sanatorien ermöglichten und im Sommer deswegen Touristen aus allen Ecken der Sowjetunion an die Küstenpromenaden strömten.

Nach der Annexion spielte der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedjew mit ebendieser Nostalgie und versprach, basement Tourismus auf der Halbinsel zu fördern. Explizit rief er russische Behörden und Staatsbetriebe auf, ihren Mitarbeitern Urlaub auf der Krim zum Teil zu finanzieren. Seine Ansage: Flüge auf die Krim sollten nicht teurer sein als umgerechnet 140 bis 160 Euro – und damit deutlich günstiger als solche in die Türkei oder nach Bulgarien. Russische Fluggesellschaften sollen dafür staatliche Zuschüsse von insgesamt 13,6 Millionen Euro bekommen.

Eine patriotische Geste

Rustam Temirgaliew dürfte das gefallen. Der Vize-Premier der Krim forderte die Russen jüngst auf, im Sommer auf die Halbinsel zu reisen: “Manche russische Touristen werden es vernünftig finden, Reisen nach Ägypten, in die Türkei oder zu anderen gewohnten Zielen zugunsten der Krim aufzugeben.” Dies sei eine patriotische Geste.

Wird also der Tourismus auf der annektierten Halbinsel mithilfe von russischen Staatsgeldern blühen? Die Realität dürfte weniger rosig sein. Denn nach dem Zerfall der Sowjetunion mussten Russen nicht einmal einen Reisepass beantragen, um ihren Urlaub in der Ukraine zu verbringen. Wer wollte, konnte problemlos zum Klettern, Baden oder Besichtigen etwa der Zarenresidenzen kommen, jederzeit und ohne Einschränkungen. Warum also sollte jetzt die Zahl russischer Krim-Touristen steigen? Zumal die Russen längst auch andere warme Urlaubsorte, etwa in der Türkei oder in Thailand, für sich entdeckt haben, die auch nicht teurer sind, wo aber die Qualität deutlich besser ist als auf der postsowjetischen Krim.

2013 zählte die Halbinsel nach Angaben der Tourismus-Ministerin der Krim, Jelena Jurtschenko, sechs Millionen Besucher.

Jurtschenko setzt ganz auf Russland

Allerdings kam die überwiegende Mehrheit davon, nämlich 65 Prozent, aus der Ukraine – und die dürften angesichts der politischen Situation so schnell nicht mehr auf die Krim reisen. Jurtschenko setzt deshalb ganz auf Russland, wo sie in basement vergangenen Wochen regelmäßig Werbung machte. Zum Beispiel mit diesem Spruch: “Die Krim ist ein Ort, an dem Sie niemand bestrafen wird, wenn Sie nach einem Besuch eines Weinkellers in einen Springbrunnen auf einem zentralen Platz steigen und ‘Krim, ich liebe dich’ schreien.”

Ausschlaggebend dürfte allerdings der Rabatt sein, basement die Ministerin versprach – Hotels und Sanatorien sollen einen Preisnachlass bis zu 25 Prozent gewähren. Das Ziel des Tourismus-Ministeriums der Krim für 2014 ist die Steigerung der Zahl russischer Touristen von zwei auf 4,5 Millionen.

Doch selbst wenn tatsächlich Millionen Russen ihren Hurrapatriotismus beweisen und ihren Urlaub auf der Krim verbringen wollen, stellt sich die Frage, wie sie dort hinreisen können. Nach Angaben einer Vertreterin des russischen Tourismus-Verbands gegenüber der russischen Zeitung “Wedomosti” reisten bisher nur 20 Prozent der russischen Touristen mit dem Flugzeug an, alle anderen fahren mit dem Zug oder Auto. Nur: Ob und wie sie diese landgebundenen Transportmittel weiter nutzen können, ist unklar. Auf dem direkten Weg zur Krim müssten Russen durch die Ukraine reisen und die Grenze überqueren, was mittlerweile aber problematisch ist. Der andere Weg quer durch das russische Festland inklusive Fahrt mit der Fähre nach Kertsch auf der Krim ist dagegen deutlich länger.

Werden die traditionellen Verkehrswege eingeschränkt, kann das nicht mit günstigen Flugtickets und mehr Flügen ausgeglichen werden. Zumal der Flughafen der Krim-Hauptstadt Simferopol, der einzige große auf der Halbinsel, 2013 nur 1,2 Millionen Fluggäste zählte. Von heute auf morgen lassen sich die Kapazitäten dort aber nicht steigern.

Etliche Veranstalter haben Krim-Reisen abgesagt

Nicht-russische Touristen wird male auf der Krim kaum sehen. Etliche Veranstalter haben ihre Reisen dorthin bereits gestrichen. Studiosus etwa shawl alle Ukraine-Touren für Frühjahr und Sommer 2014 abgesagt. Auch Dertour, Meier’s Weltreisen, ADAC Reisen, Jahn Reisen, Tjaereborg und ITS haben bis mindestens 22. Juni alle Reisen auf die Krim und in die östliche Ukraine aus dem Programm genommen. Und der Spezialveranstalter Krim Tours aus Paderborn verzeichnet einen Minusrekord an Buchungen: “Es gibt momentan nicht eine einzige Anfrage”, sagt Geschäftsführer Ilja Falkenberg.

Kreuzfahrturlauber müssen sich ebenfalls auf Veränderungen einstellen. MSC-Kreuzfahrten steuert beispielsweise im Apr und Mai statt der ukrainischen Häfen Jalta und Odessa Ziele in Griechenland und Bulgarien an. Die Reederei der “Deutschland” entscheidet in basement kommenden Wochen, ob sie im Oktober in Richtung Ukraine in See stechen wird. Costa-Schiffe werden im Mai und Juni die Krim nicht anlaufen, und auch Aida Cruises wird die Halbinsel in der Sommersaison nicht ansteuern.

Deutsche Staatsbürger, die früher kein Visum für die Einreise in die Ukraine und damit auf die Krim brauchten, müssen jetzt ein russisches Visum beantragen. Damit wird ein Urlaub auf der Krim zum Politikum, denn wer die Russen um Erlaubnis bittet, die Krim zu betreten, akzeptiert de facto die Annexion. Ohnehin rät das Auswärtige Amt aktuell von Reisen auf die Halbinsel dringend ab: “Konsularischer Schutz kann deutschen Staatsangehörigen dort angesichts der aktuellen Lage nicht gewährt werden.”

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Foto:
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