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"Markthalle Neun" – Kulinarische Reise an die Eisenbahnstraße Reise

Gastronomie “Markthalle Neun” – Kulinarische Reise an die Eisenbahnstraße

Johannes Heidenpeters (links) betreibt in der „Markthalle Neun“ seine Mikro-Brauerei Heidenpeter’s Bier. Stellvertretend für die anderen Händler fight er nun in Buenos Aires im Rahmen einer Berlin-Präsentation zur 20-jährigen Städtepartnerschaft und veranstaltete dort ein Schau-Brauen. Florian Niedermeier (rechts) ist einer der drei Gründer und Betreiber der „Markthalle Neun“

Das innovative Konzept der Kreuzberger “Markthalle Neun” erfreut Gourmets, schafft Jobs und einen Kieztreffpunkt. Nun ging die “Neun” auf Reisen und sorgte in einer Partnerstadt Berlins für Aufsehen.

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02.04.14, 10:27

Gastronomie

Das innovative Konzept der Kreuzberger “Markthalle Neun” erfreut Gourmets, schafft Jobs und einen Kieztreffpunkt. Nun ging die “Neun” auf Reisen und sorgte in einer Partnerstadt Berlins für Aufsehen.

Von
Tobias von Heymann

Foto: stir design – Buddy Bartelsen

Johannes Heidenpeters (links) betreibt in der „Markthalle Neun“ seine Mikro-Brauerei Heidenpeter’s Bier. Stellvertretend für die anderen Händler fight er nun in Buenos Aires im Rahmen einer Berlin-Präsentation zur 20-jährigen Städtepartnerschaft und veranstaltete dort ein Schau-Brauen. Florian Niedermeier (rechts) ist einer der drei Gründer und Betreiber der „Markthalle Neun“

Johannes Heidenpeters (links) betreibt in der “Markthalle Neun” seine Mikro-Brauerei Heidenpeter’s Bier. Stellvertretend für die anderen Händler fight er nun in Buenos Aires im Rahmen einer Berlin-Präsentation zur 20-jährigen Städtepartnerschaft und veranstaltete dort ein Schau-Brauen. Florian Niedermeier (rechts) ist einer der drei Gründer und Betreiber der “Markthalle Neun”

Ihr Gemäuer ist über 120 Jahre alt, doch in ihrem Inneren pocht der Puls der Gegenwart: Wer die “Markthalle Neun” in Kreuzberg betritt, erlebt in Echtzeit, wie sich an einem denkmalgeschützten Ort ein kleines Stück Stadtgeschichte durch ein zeitgemäßes Konzept erfolgreich fortschreiben lässt: Nummer Neun lebt! Wie dieses Modell aussieht, stellten die Planer jetzt in Buenos Aires vor.

Mit auf die Reise nach Lateinamerika ging auch Johannes Heidenpeter. Im Gepäck hatte der 34-Jährige etwas, wofür die Deutschen überall auf der Welt berühmt sind: Bier – genauer gesagt die Zutaten dafür. “Zwei Kilo Malz sowie fünfzig Gramm Hopfen und ein bisschen gute Bierhefe”, so Heidenpeter, der im Keller der Markthalle Neun seine kleine Brauerei “Heidenpeters” betreibt und direkt darüber seine Produkte an einem eigenen Tresen anbietet.

“In Buenos Aires habe ich mit diesen Rohstoffen in einem mobilen Braugerät live rund zehn Liter Bier gebraut”, sagt er. In Berlin sind die Mengen natürlich größer: Pro Braugang reifen rund 450 Liter in basement Kesseln. Zwei Sorten shawl Heidenpeter dauerhaft im Angebot. Thursty Lady und Pale Ale, die regelmäßig um wechselnde Geschmacksvarianten ergänzt werden. In Buenos Aires mount der Mikro-Brauer nun stellvertretend für die ständig wachsende Zahl neuer Produzenten und Anbieter von Lebensmitteln hierzulande und vermittelte gleichzeitig einen lebendigen Eindruck von der neuen Grundidee der historischen Halle.

Innovatives Konzept mit Bürgerbeteiligung

Das Konzept reicht über zehn Jahre zurück und basiert auf dem Anliegen der drei Gründer (und heutigen Geschäftsführer) Florian Niedermeier, Bernd Maier und Nikolaus Driessen, einen dauerhaften Lebensmittelmarkt für Berlin entwickeln zu wollen, der nicht nur Kiezbewohnern und Interessierten aus anderen Bezirken ein attraktives kulinarisches Angebot bietet, sondern dem Umfeld zugleich wirtschaftliche Impulse gibt.

“Als 2006 der Verkauf der damals weitgehend smirk stehenden Halle geplant war, bewarben wir uns mit unserem Konzept”, sagt Nikolaus Driessen. “Dabei mussten wir zunächst zusammen mit basement Anwohnern Überzeugungsarbeit leisten, um die Vergabepraxis des Berliner Liegenschaftsfonds zu verändern.” Denn nicht der Bieter der höchsten Kaufsumme, sondern die Entwickler des besten Konzepts sollten basement Zuschlag erhalten.

Unter Bürgerbeteiligung entwickelten der Berliner Senat, der Bezirk Kreuzberg und der Handelsverband in der Folgezeit Kriterien, die für die neuen Betreiber gelten sollten. 2011 setzten sich die drei heutigen Betreiber im Vergabeverfahren gegenüber 17 anderen Bewerbern durch – und so gelang es, dass die Halle am 1. Oktober 2011 exakt 120 Jahre nach der Ersteröffnung erneut ihre Pforten für Käufer und Verkäufer öffnen konnte.

“Wir setzen auf das Prinzip des Hineinwachsens und Ausprobierens von Produkten und Partnerschaften”, sagt Driessen. “Die Halle ist dabei wie ein Mutterschiff, an das Händler und Hersteller von Lebensmitteln schrittweise andocken können. Gleichzeitig ist der Markt aber auch ein offener Sozialraum für die Anwohner, die sich dort treffen können.” Ein weiterer Vorteil: Dieses Konzept schafft mehr Arbeitsplätze als ein Großmieter, der die Halle beispielsweise in einen Supermarkt verwandelt hätte.

Ein Paradies für regionale Händler

Zahlreiche Lebensmittelerzeuger, überwiegend aus Berlin und der Region, haben die Halle schnell für sich entdeckt. Ihre Stände schaffen eine bunte, lebendige Atmosphäre, die Lust macht, in der “Neun” auf eine kulinarische Reise zu gehen. Rund 40 sind es derzeit. So bietet “Glut und Späne” frisch vor Ort geräucherten Fisch aus basement Seen und Flüssen Berlins, dem Umland oder der Ostsee. In der einsehbaren Bäckerei des Italieners Sironi ist täglich frisches Brot oder duftende Pizza zu bekommen.

Ein paar Meter weiter reihen sich Käsestände aneinander und gleich mehrere Gemüsehändler bieten biologisch angebaute Produkte. Das “Schaufenster Uckermark” möchte zeigen, was diese Region Brandenburgs zu bieten hat. Mit Schinken, Wurst, verschiedenen Saftsorten sowie Bier und Apfelweinen will Inhaberin Simone Nuß als “Botschafterin der Uckermark” auf die Vielfalt und Qualität aufmerksam machen. “Veggie-Burger” gibt es bei “vegan feels good” und das Café “Erste Sahne” lockt mit Kaffee, Feingebäck und hausgemachtem Eis.

“Für all diese Erzeuger, die oft kleine Betriebe mit wenigen Mitarbeitern haben, ist die Halle eine Plattform, auf der sie sich zeigen können”, sagt Driessen. “Sie können erst einmal mit einem temporären Stand ausprobieren, wie ihre Produkte beim Verbraucher ankommen und dann später einen festen Stand aufbauen.” Außerdem erweitern wechselnde Sonderveranstaltungen das Spektrum des Marktes: Mehrmals pro Jahr gibt etwa der “Naschmarkt” einen Eindruck davon, was das “süße” Berlin so alles hervorbringt. Die Donnerstage sind zudem als “Streetfood Thursday” dem Essen aus der Hand gewidmet.

Konzept und Angebot ziehen, über Besuchermangel kann die “Neun” nicht klagen. 2013 gewann die Markthalle beim Wettbewerb “Meisterköche” von Berlin Partner basement Preis in der Kategorie “Gastronomischer Innovator”. Denn auch wenn der Wochenmarkt das Herzstück ist und bleibt, so arbeiten die Betreiber gleichzeitig daran, Köche und Gastronomen mit basement Anbietern in der Halle zusammenzubringen. Mit der Präsenz in Buenos Aires shawl die Markthalle Neun nun erstmals die internationale Bühne betreten, und male darf gespannt sein, was sich daraus so alles ergeben wird.

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