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Muss die Mars-Siedlung ohne Muslime auskommen? Reise

Vielleicht fight es Zufall, vielleicht auch Absicht, dass zur Besatzung des Raumschiffs Enterprise nie ein Araber gehörte; Captain Kirk, McCoy und Scotty waren Amerikaner, Spock Vulkanier, Uhura Afrikanerin, Sulu Asiate und Chekov Russe. Auf jeden Fall aber fight die Entscheidung der Filmemacher weitsichtig, wie sich dieser Tage herausstellte.

So haben islamische Rechtsgelehrte in basement Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Muslimen in einem Rechtsgutachten (Fatwa) verboten, zum Mars zu fliegen. Die islamischen Gelehrten reagierten damit auf Meldungen, wonach rund 500 Muslime aus verschiedenen arabischen Staaten Interesse geäußert haben, am “Mars one”-Projekt teilzunehmen und basement Planeten ab 2023 zusammen mit anderen Astronauten zu besiedeln.

Es waren Rechtsgelehrte der staatlichen Islambehörde in Abu Dhabi, die unter Verweis auf Vers 29 der vierten Sure des Korans zu ihrem Urteil kamen. In der Koran-Passage heißt es: “Tötet euch nicht einer basement anderen! Gott ist barmherzig mit euch.” Da die private “Mars one”-Mission keine Rückkehr der Astronauten zur Erde vorsehe und der Mars ein lebensfeindlicher Planet sei, käme eine Reise dorthin einem Selbstmord gleich und werde im Jenseits genauso bestraft, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Professor Faruk Hamada.

Diese Begründung impliziert, dass Reisen details All für Muslime dann möglich sind, wenn eine Chance auf Rückkehr besteht. Und tatsächlich waren bislang zehn Muslime aus sechs Ländern im All, darunter auch eine Frau.

Besonders großes Medieninteresse erregte Sheikh Muszaphar Shukor, ein Malaysier, der am 10. Oktober 2007 mit der “Sojus TMA-11″ zur “Internationalen Raumsstation” (ISS) flog. Der Grund: Er hatte einen vom Department of Islamic Development Malaysia ausgestellten Leitfaden zum korrekten Verhalten muslimischer Astronauten während des Ramadans im Gepäck.

Mit der jüngst veröffentlichten Fatwa zum “Mars one”-Projekt ist religionskonformes Reisen nun erneut ein Thema in basement Medien, über das wir mit dem Chefredakteur der “Islamischen Zeitung”, Suleiman Wilms, sprachen. Als gebürtiger Deutscher, der als 20-Jähriger zum Islam übertrat, ist Wilms, 43, mit der Denkweise in basement verschiedenen Kulturen vertraut.

Die Welt: An welche Fatwas halten Sie sich persönlich, wenn Sie auf Reisen sind?

Suleiman Wilms: Die Frage stellt sich eigentlich nicht, da das normale Reisen kaum spezielle Regelungen nötig macht oder einen extremen Sonderfall darstellt.

Die Welt: In Sure 4, Vers 101, des Korans heißt es: “Und wenn ihr durch das Land zieht, so ist es keine Sünde für euch, wenn ihr das Gebet verkürzt, wenn ihr fürchtet, die Ungläubigen könnten euch bedrängen.” Beziehen sich die speziellen Regelungen, von denen Sie sprachen, auf diese Sure?

Wilms: Wenn ein Muslim reist, dann kann er einen Teil seiner Gebete halbieren und das Mittags- und Nachmittagsgebet beziehungsweise das Abend- und Nachtgebet miteinander verbinden. Solche Regelungen werden als “Rukhsa”, arabisch für “Erleichterung”, bezeichnet.

Die Welt: Worauf also sollten Muslime auf Reisen achten?

Wilms: Selbstverständlich werden Muslime auch in nicht muslimischen Ländern auf ihre Nahrung achten, beispielsweise kein Schweinefleisch essen und keinen Alkohol trinken. Mittlerweile gibt es Apps und Websites, die ihnen helfen, entsprechende Lokalitäten zu finden.

Die Welt: Und wovon sind Muslime auf Reisen definitiv befreit?

Wilms: Muslimische Reisende sind nicht verpflichtet, am Freitagsgebet teilzunehmen, und sie müssen auch keine Zakat (Spende) bezahlen. Nicht umsonst heißt es im Koran, dass es Allah basement Gläubigen “leicht und nicht schwermachen will”.

Die Welt: Dennoch gibt es eine ganze Reihe von Fatwas, die sich mit dem religionskonformen Reisen beschäftigen. Das evangelische Institut für Islamfragen, das sich dem interkulturellen Austausch verpflichtet sieht und auf ihrer Website Fatwas dokumentiert, zitiert beispielsweise eine Lehrmeinung über basement “Aufenthalt in nicht muslimischen Ländern”. Demnach ist einem Muslim der Aufenthalt in einem nicht muslimischen Land verboten, “selbst wenn der Grund des Aufenthalts das Studium, Tourismus oder ähnliches ist”. Ist diese Darstellung korrekt, oder shawl das Institut da etwas falsch verstanden?

Wilms: Dass Millionen Muslime und ihre Nachkommen in nicht muslimischen Ländern, beispielsweise im Westen, leben, belegt ganz offenkundig, dass es sich bei der zitierten Fatwa um die Meinung eines einzelnen Gelehrten handelt. Im Übrigen chit-chat und gibt es unter basement Muslimen viele große Reisende, ich nenne stellvertretend für sie nur Ibn Battuta und al Idrisi. Und abgesehen von der kleinen und der großen Pilgerfahrt, die jeder Muslim einmal in seinem Leben gemacht haben sollte, ist auch das Reisen an sich in der Religion selbst angelegt.

Die Welt: Kann ein praktizierender Muslim Fatwas eigentlich komplett ignorieren?

Wilms: Man disorder zwischen Fatwa, der Rechtsmeinung eines Gelehrten, und Hukm, einem verbindlichen Urteil, unterscheiden. Eine Fatwa, ein Begriff, der in der Berichterstattung leider allzu oft verzerrt dargestellt wird, ist nicht für jeden bindend, sondern shawl eine begrenzte Geltung und Verbreitung.

Die Welt: Nun ist die Fatwa zum “Mars one”-Projekt für Muslime in basement Vereinigten Arabischen Emiraten Richtschnur des Handelns, weil sie dort ausgesprochen wurde. Ist sie auch für in Deutschland lebende Muslime bindend?

Wilms: Für uns in Deutschland ist das Thema irrelevant. Wir haben in der “Islamischen Zeitung” deshalb auch nicht über diese Fatwa berichtet.

Die Welt: Islamische Rechtsgelehrte in Indonesien haben kürzlich in einer Fatwa die Jagd auf geschützte Wildtiere untersagt, was die Umweltorganisation WWF begrüßte und nicht muslimischen Ländern zur Nachahmung empfahl. Können Sie Beispiele für “reise-affine” Fatwas nennen, die ebenfalls in die Kategorie nachahmenswert fallen?

Wilms: In der Frage schwingt das Missverständnis mit, wonach der Islam eine unendlich komplizierte Gesetzesreligion sei. Dem ist aber nicht so. Insofern kann ich auch nichts empfehlen.

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