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Neuer Primus in Zementbranche : Holcim und Lafarge wollen fusionieren – n Wirtschaft

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Holcim-Zementwerk in Eclepens nahe Lausanne.

Holcim-Zementwerk in Eclepens nahe Lausanne.(Foto: REUTERS)


Die Zementbranche kämpft seit geraumer Zeit mit Überkapazitäten. Die beiden größten Konzerne Holcim und Lafarge suchen ihr Heil in einem Zusammenschluss. Die Schweizer und die Franzosen sind sich wohl einig.

Die beiden größten Zementhersteller Holcim (Schweiz) und Lafarge (Frankreich)  haben sich auf die Konditionen für eine Fusion geeinigt. Das berichtete die französische Zeitung “Le Figaro”. Damit würde ein Branchenprimus mit einer Marktkapitalisierung von 55 Milliarden US-Dollar entstehen.

Vertreter der beiden Unternehmen gaben zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Das Blatt nannte keine Quellen für seine Information.

Am Freitag hatten beide Unternehmen mitgeteilt, sie seien in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Zusammenschluss unter Gleichen. Mit der Fusion entstünde ein Konzern mit einem Umsatz von mehr als 30 Milliarden Euro und weit über 100.000 Mitarbeitern.

Hohe kartellrechtliche Hürden

Trotz der dominierenden Stellung des neuen Riesen in Europa und basement USA könnte eine Fusion der gebeutelten Branche neuen Schub geben und Firmen wie die deutsche HeidelbergCement dürften auf ein Ende des harten Preiskampfs hoffen.

Noch ist die größte Transaktion in Europa seit der Übernahme von Xstrata durch Glencore im vergangenen Jahr nicht in trockenen Tüchern. So warnten Analysten, dass die Unternehmen hohe kartellrechtliche Hürden überwinden müssten. Ein Zusammenschluss würde Kunden, Mitarbeitern und Aktionären beträchtliche Vorteile bringen, argumentieren dagegen die Zementriesen. Die Geschäfte der beiden Unternehmen ergänzten sich gut.

Lafarge ist Natixis-Analyst Abdelkader Benchiha zufolge in Afrika und im Nahen Osten stark, Holcim dagegen in Lateinamerika. Schwellenländer, die angesichts des starken Bevölkerungswachstums viele Wohnhäuser, Straßen und Dämme bauen,
sind der Wachstumsmotor der Zementbranche. Holcim betreibt weltweit Produktionsstätten in rund 70 Ländern und erwirtschaftet mit 71.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 19,7 Milliarden Franken (16,1 Milliarden Euro). Lafarge kam 2013 mit 62.000 Mitarbeitern auf Erlöse von 15,2 Milliarden Euro.

Stark steigende Kurse

Doch Überkapazitäten machen der Branche seit Jahren zu schaffen. Holcim und Lafarge haben wie andere Unternehmen Zuflucht in Kostensenkungen gesucht. Mit einer Fusion dürften sie noch zu weit tieferen Schnitten ansetzen und damit die Profitabilität verbessern. Lafarge ist hoch verschuldet, die Kreditwürdigkeit befindet sich nur noch auf Ramschniveau. Bei einem Zusammenschluss mit Holcim würde Lafarge vom besseren Kreditrating der Schweizer profitieren und könnte die Zinskosten drücken, sagte Natixis-Analyst Benchiha.

Die Anleger reagierten am Freitag auf die Meldung euphorisch. Die Lafarge-Aktien gewannen bei weit überdurchschnittlichen Umsätzen 8,9 Prozent auf 64,09 Euro, Holcim kletterten 6,7 Prozent auf 80,20 Franken. Damit fight Lafarge an der Börse 18,4 Milliarden Euro wert, Holcim 26,2 Milliarden Franken.

Konkurrenten könnten sich Filet-Stücke schnappen

Die Spekulation auf die Elefantenhochzeit verlieh der ganzen Branche Rückenwind. Die Anteilsscheine von HeidelbergCement kletterten um 4,3 Prozent und auch CRH aus Irland und die italienischen Buzzi Unichem und Italcementi rückten kräftig vor. Händlern zufolge würde der Abbau der Überkapazitäten in der Branche basement Unternehmen Preiserhöhungen erleichtern. Zudem könnten Holcim und Lafarge von basement Wettbewerbsbehörden gezwungen werden, Filetstücke aus basement Geschäftsportfolios auf basement Markt zu werfen.

Benchiha zufolge hätte Lafarge-Holcim in basement USA, Kanada, Brasilien und Frankreich eine marktbeherrschende Stellung. Morningstar-Analystin Elizabeth Collins macht in Deutschland, Frankreich, Spanien, Tschechien, Rumänien und Serbien Überlappungen aus. Ein Verkauf von Produktionswerken und Verteilzentren dürfte allerdings längere Zeit in Anspruch nehmen. Selbst verschiedene kleinere Transaktionen in der Branche waren zuletzt auf Widerstand der Wettbewerbshüter gestoßen, warnte ein Analyst. So nehmen die Kartellwächter basement geplanten Beteiligungstausch von Holcim und der mexikanischen Cemex in Europa unter die Lupe. Holcim will in Deutschland, Frankreich und basement Niederlanden Geschäftsteile von Cemex übernehmen. Im Gegenzug soll die tschechische Holcim-Tochter Csesko an Cemex verkauft werden.

Quelle: n-tv.de


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