Breaking News

Nwz-Gespräch Frauen suchen öfter Rückkehr in Beruf – Nordwest-Zeitung Beruf & Chance

Nwz-Gespräch Frauen suchen öfter Rückkehr in Beruf - Nordwest-Zeitung

 

Nordenham Schlüsselthemen für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Nordenham werden in den kommenden Jahren die Rückkehr von Frauen in den Beruf und Aufstiegschancen für junge Arbeitnehmerinnen sein. „Wenn die Kinder aus dem Haus sind, möchten viele Frauen zurück in den Beruf. Zudem haben wir in Nordenham eine relativ hohe Scheidungsrate, wodurch auch jüngere Frauen in die Situation kommen, ihren Lebensunterhalt wieder selber zu bestreiten“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordenham, Karin Windheim-Czichon, anlässlich des internationalen Frauentags im Gespräch mit der NWZ .

Der Wiedereinstieg ist oft schwierig: „Viele stellen nach Jahren fest, dass sie mittlerweile als ungelernt gelten, weil sie länger nicht in ihrem Beruf tätig waren“, sagt sie.
Neue Wege gehen

Seitens der Agentur für Arbeit und anderer Einrichtungen gebe es gute Weiterbildungsmaßnahmen. Aber Frauen sollten dabei auch ungewöhnliche Wege gehen: „Sie müssen sich für Berufe im gewerblich technischen Bereich öffnen“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. Der Arbeitsmarkt in der Wesermarsch ist vor allem industriell geprägt. Klassische Frauenberufe im Büro wie etwa bei Versicherungen, Banken oder in der Verwaltung wurden zuletzt eher abgebaut. Für Frauen, die nicht in soziale Berufe oder in den Pflegebereich wollen, sei die Industrie eine gut bezahlte Alternative.

Dass sowohl Berufseinsteigerinnen als auch -rückkehrerinnen weiter in technische Bereiche vordringen, sei auch für Nordenhams Wirtschaft unerlässlich. Dadurch könnte der Fachkräftemangel, der durch den demografischen Wandel fortschreite, weiter abgefedert werden.

„Zudem haben wir in dieser Gegend das Problem, dass viele junge Frauen wegziehen, weil sie keine passende Stelle in ihrem Beruf finden“, sagt Karin Windheim-Czichon. Das Beratungsunternehmen für Stadt- und Regionalentwicklung Forum Bremen hatte in einer Studie 2013 eine hohe Abwanderung von Frauen aus der Wesermarsch festgestellt. Dass junge Menschen aus ländlichen Räumen wegziehen, ist nicht ungewöhnlich. Doch in Nordenham und Umgebung verlassen deutlich mehr Frauen unter 25 Jahren die Region, als Männer in diesem Alter. Vor allem ambitionierte Frauen mit höherem Bildungsniveau ziehen weg, da sie hier kaum Aufstiegsmöglichkeiten in den von ihnen gewählten Berufen haben, war ein Fazit der Studie. „Wir verlieren dadurch viele Talente, die wir vorher mit Steuergeldern ausgebildet haben“, sagt Karin Windheim-Czichon. Firmen müssten Frauen fördern, weiblichen Nachwuchs aufbauen, aber auch für Wiedereinsteigerinnen mit Familie flexiblere Arbeitsmodelle anbieten. „Das gilt natürlich auch für Männer“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte.
Kompetenzen schätzen

Der Wandel habe schon eingesetzt, die letzten Jahre einiges bewirkt. Doch auch im Umgang mit Arbeitnehmerinnen in Unternehmen sieht die Gleichstellungsbeauftragte Verbesserungsbedarf. „Wenn Frauen in einer Runde sitzen, wo sie die einzige Frau sind, wollen sie nicht immer nur für soziale Themen herangezogen, sondern fachlich ernst genommen werden“, sagt Karin Windheim-Czichon.

Nwz-Gespräch Frauen suchen öfter Rückkehr in Beruf – Nordwest-Zeitung
0 votes, 0.00 avg. rating (0% score)

Leave a Reply