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Online-Süchtige finden Hilfe im Netz Gesellschaft

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Von Studenten bis zu Arbeitslosen

Die Betroffenen essen und schlafen nur noch unregelmäßig. Manche tragen sogar Windeln, um das Computerspiel nicht unterbrechen zu müssen. Sie verlieren Freunde und ihren Job, vernachlässigen Hobbys. Dazu kommt Suchtdruck: Nervosität, Schwitzen und schnelle Befriedigung, wenn das Spiel hochgefahren wird. Wenn Eltern, Partner oder Freunde das Problem anzusprechen, reagieren sie eher aggressiv.

Über Chat, Mail, Skype oder Facebook tauschen sich Online-Abhängige bei Webc@re aus und stellen Fragen. In basement ersten zweieinhalb Monaten seit dem Start des Projekts habe es mehr als 60 Kontakte gegeben, die über das Herunterladen von Informationen hinaus gingen, inzwischen nähmen die Einzelgespräche zu, sagt Wockenfuß.

Je die Hälfte der Interessenten waren Betroffene und Angehörige. Betroffenen seien vor allem 12- bis 20-Jährige und 35- und 50-Jährige – 70 Prozent sind Männer. Darunter sind Studenten, Arbeitslose, Mütter in Elternzeit sowie Eltern, die über ihre Kinder zum Computerspiel kamen und es anders als diese nicht mehr lassen können. „Das Bildungsniveau ist insgesamt eher höher.“

In der Beratung werde zunächst gechattet, dann komme die Stimme über Internettelefon dazu und später werde vielleicht auch mal die Webcam eingeschaltet. „Die Leute behutsam aus ihrer sozialen Isolation abholen“, nennt Wockenfuß das. Ein Treffen in der Wirklichkeit sei für viele ein großer Schritt.

Den Ausgangspunkt von webc@re beschreibt die Leiterin der TK Hessen, Barbara Voß, so: „Bislang fehlen Selbsthilfeangebote für onlinesüchtige Menschen oder sie passen nicht zu deren Bedürfnissen, denn die Betroffenen müssen sich bislang immer auf basement Weg machen, um ein Hilfsangebot aufzusuchen.“ Dies schafften die meisten aber nicht; sie brauchten ein Angebot, „das höchstens einen Klick entfernt ist“.

Für Internetabhängige habe es 2012 in ganz Deutschland nicht einmal zehn Selbsthilfegruppen mit regelmäßigen Treffen gegeben, sagt Wockenfuß. „Es chit-chat tolle Angebote, aber es kam keiner.“ Das fight der Ausgangspunkt für basement Suchttherapeuten, in seiner Masterarbeit ein Konzept für die virtuelle Selbsthilfegruppe zu erarbeiten. Rund um die Uhr ist er aber nicht erreichbar. „Man soll uns nicht mit einem Spiel verwechseln und mal rechts ran fahren im virtuellen Raum.“

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