Ostereier vom freien Huhn

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Ostereier vom freien Huhn

In etwa 20 Stunden produziert ein Huhn die Kalkschale fr das Ei, das es dann legt. “Eine unglaubliche Krperleistung”, sagt Martin Mollenkopf. Auf seinem Hof in Treffensbuch hlt er 4500 Hhner im Freiland.

Die insgesamt 4500 Hhner des Biobauern Martin Mollenkopf legen etwa alle 20 Stunden ein Ei. Dass dies nicht in vorsterlichen Stress mndet, sondern dass es den Hhnern dabei gut, davon kann man sich auf dem Hof direkt berzeugen. Fotos (2): Brigitte Scheiffele

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Die insgesamt 4500 Hhner des Biobauern Martin Mollenkopf legen etwa alle 20 Stunden ein Ei. Dass dies nicht in vorsterlichen Stress mndet, sondern dass es den Hhnern dabei gut, davon kann man sich auf dem Hof direkt berzeugen. Fotos (2): Brigitte Scheiffele

Martin Mollenkopf: Respekt vor den Bedrfnissen der Tiere ist wichtig.

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Martin Mollenkopf: Respekt vor den Bedrfnissen der Tiere ist wichtig.

Im Frhjahr erfreut eine berschumende Anzahl blhender Obstbume und saftiger Wiesen das Herz manch eines Betrachters auf der Albhochflche. Um den paradiesischen Anblick herzustellen, braucht es viele Hnde und unzhlige Arbeitsstunden: Es kosten viel Zeit, die Bume zu pflanzen und zu pflegen. “Das ist biologischer Landbau”, sagt Martin Mollenkopf. Kurz vor dem Ortseingang nach Treffensbuch grasen Rinder auf saftigen Wiesen, blhen Obstbume, schnattern Gnse. Bis zu 4500 Hhner rennen quer ber die Auenanlage von Mollenkopfs Hof. Sofort schart sich das Federvieh aufgeregt um den Besucher: Futter erwartend, mit den Flgeln schlagend, wohl genhrt und gesund.

Auf 1,8 Hektar, also auf 18 000 Quadratmetern, haben die Hhner Auslauf, knnen aber auch in den Stall. Dort bietet ihnen Mollenkopf das doppelte Platzangebot wie in der blichen Bodenhaltung, viel Ruhe, kleine Holzhtten zum Eierlegen, dazu Tageslicht, viele Sitzstangen und einen stets begehbaren, berdachten Pavillon. Neben allen Kstlichkeiten, die saftige Wiesen oder freies Land zu bieten haben, fttert Mollenkopf seine Hhner mit selbsterzeugtem Getreide, Erbsen und getrockneter Luzerne. Dazu kauft er biologisch angebauten Soja und Mais.

Doch nach einem milden Winter und trockenen Frhjahr wie diesmal erwartet die Bio-Bauern auf der Alb eine schwierige Ernte, bekundet Mollenkopf. Zudem htten sich die Auslaufflchen fr die Hhner ber den Winter nicht erholen knnen: “Wenn Schnee liegt, bleiben die Hhner im Stall, und das Gras kann sich erholen. Dieses Jahr ist die Erholungszeit ausgefallen und die Grasnarbe vernichtet”, erklrt der Landwirt. Deswegen werde er Stck fr Stck der Wiesen abgrenzen mssen, damit sie sich erholen knnen. “Hhner werden mit jedem Grashalm fertig. Je weicher der Boden ist, umso mehr whlen sie.”

Es ist seine Lebensphilosophie, Lebensmittel im Einklang mit der Natur und mit Respekt vor den Bedrfnissen der Tiere zu erzeugen, erzhlt er. Und dadurch tragen einige biologisch wirtschaftende Hfe auch in Treffensbuch entscheidend zum Landschaftsbild bei: Mit freilaufenden Tieren, vielfltigen Feldern und Wiesen, sowie einer oft ppigen Begleitflora, die Nichtkenner auch Unkraut nennen.

Mollenkopf lebt von der Legehennenhaltung. Fr die Sozialstruktur sind auch Hhne wichtig. Doch fr einen Hahn msse man um die 100 Hennen rechnen, darunter werde es schwierig: “Die streiten sonst sehr. Hhne konkurrieren, legen ein gockelhaftes Verhalten an den Tag und sind natrlich nicht nur auf eine Henne fixiert”, erzhlt der Treffensbucher. Sprich: Die Anzahl der Hhne bei 4500 Hhnern ist uerst gering.

Im Alter von 20 Wochen produziert ein Huhn schon verkaufsfhige Eier. Ist es ungefhr ein Jahr alt, kann die Schale schon pors werden und die Eier lassen sich nicht mehr verkaufen. Mollenkopf hat fr einige “Rentner” unter seinen Hhnern einen mobilen Stall eingerichtet: Dort fristen sie ihr Dasein und legen immer noch ein paar Eier, die aber nicht zum Verkauf gegeben werden. “Wenn man bedenkt was ein Huhn in einem Jahr leistet, ist das doch bemerkenswert”: Innerhalb von 20 Stunden produziert es die Kalkschale von einem Ei. Ein tglicher Umwandlungsprozess, in dem Futter eine magebliche Rolle spielt. “Bioeier haben einen schnen gelben Dotter. Der geht nicht ins Rtliche”, sagt Mollenkopf und beantwortet die Frage nach weien oder braunen Eiern dahin, dass braune Hhner braune Eier und weie Hhner weie Eier legen. Weie Hhner knnten aber durchaus auch braune Eier legen, nur nicht umgekehrt. “Und natrlich legen Hhner nicht mehr Eier, weil mal eben Ostern ist.” Eier, so Mollenkopf, haben immer Saison.

By | 2014-04-20T14:36:59+00:00 April 20th, 2014|Wirtschaft|0 Comments

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