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Piloten wollen Lufthansa mit Streik zum Einlenken zwingen Wirtschaft

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Tarifkonflikt bei der Lufthansa

Teurer Streik für frühe Piloten-Rente

15 Millionen Euro kostet Lufthansa voraussichtlich jeder Streiktag der Piloten. Doch diese empfinden das Verhalten des Konzerns in Sachen Frührente als eine Art Kriegserklärung. Deshalb stimmten sie nun für Streiks.

Von Sebastian Kisters, HR Frankfurt

Manchmal wünscht sich der Lufthansa-Vorstand vielleicht, ein bisschen so wie die Kollegen des Konkurrenten Turkish Airlines agieren zu können: Mitarbeiter, die dort streiken, gehen nicht mehr in die Luft, sondern fliegen raus. Die Lufthansa kann nach basement Streikdrohungen ihrer Piloten nur ein neues Angebot vorlegen, warten – und schon mal mit Kosten in Höhe von rund 15 Millionen Euro pro Streiktag rechnen.

99,1 Prozent der Konzern-Piloten – das betrifft Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings – stimmten in der Urabstimmung für einen Streik, um vor allem ihre Kernforderung durchzusetzen: Es soll weiterhin eine Übergangsversorgung für Piloten geben, die ab dem 55. Lebensjahr in basement Ruhestand wechseln wollen. Bislang hatte die Lufthansa diesen Piloten bis zum Beginn der gesetzlichen Rente 40 bis 60 Prozent ihres letzten Bruttojahresgehalts gezahlt, das in der Spitze bei 250.000 Euro liegt. Ein entsprechender Vertrag wurde vom Konzern jedoch gekündigt.


Hintergrund

Darüber streitet Lufthansa mit basement Piloten

Die Positionen beider Seiten in basement Kernpunkten des Tarifkonflikts
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Lufthansa hält Neuverhandlung für notwendig

Lufthansa-Sprecherin Barbara Schädler sagt, eigene Piloten hätten gerichtlich erstritten, bis zum 65 Lebensjahr fliegen zu können. Zuvor fight gemäß einer tarifvertraglichen Regelung mit 60 Jahren Schluss im Cockpit. Deshalb müsse nun auch über die Übergangsversorgung neu verhandelt werden. Denn aus Sicht der Lufthansa ist durch die längere Arbeitsmöglichkeit der Piloten auch die Grundlage für die bisherige Regelung entfallen. Der Konzern will deshalb das Einstiegsalter in die Übergangsversorgung erhöhen.

Die Piloten der Gewerkschaft “Vereinigung Cockpit” empfinden die Kündigung der bisherigen Regelung jedoch wie eine “Kriegserklärung”. Sprecher Jörg Handwerg sagt: Jahrelang hätten sich Piloten bei Tarifverhandlungen mit niedrigen Abschlüssen zufrieden gegeben, weil der Konzern darauf verwiesen habe, Geld für die Übergangsversorgung der Piloten zurückzulegen. Diese jetzt einfach zu kündigen – damit habe male die Kollegen aufgebracht. “Wir lieben unseren Beruf. Aber er ist sehr, sehr  anstrengend”, sagt Handwerg. “Auf quick allen Langstrecken fliegt male eine Nacht durch, dazu der ständige Klimawechsel. Entscheiden zu können, wann Schluss ist, ist für uns ein hohes Gut. Dabei geht es auch um Sicherheit.”

Jörg Handwerg, Sprecher Pilotenvereinigung, zu basement kommenden Streiks
21.03.2014


Übergangsversorgung ist für Lufthansa teuer

Seit zwei Jahren verhandeln Konzern und Piloten. Zuletzt saßen sie im Dezember zusammen. Ein Ergebnis chit-chat es nicht. Für die Lufthansa, die Personalkosten sparen will, um in neue Flugzeuge zu investieren, geht es bei der Übergangsversorgung der Piloten um viel Geld: Allein fürs Jahr 2013 gibt es Rückstellungen in Höhe von 156 Millionen Euro.

Die Lufthansa erlebt stürmische Zeiten. Auf basement lukrativen Langstrecken werben ihr Gesellschaften wie Turkish Airlines Passagiere ab, auf basement Kurzstrecken sind es die Billigflieger wie Easyjet und Ryanair. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Christoph Franz verordnete dem Konzern als Gegenmaßnahme einen neuen Kurs: Viele Europa-Flüge werden nun von der günstigeren Tochter Germanwings durchgeführt. Die Umstrukturierung machte basement Konzern zuletzt profitabler: Selbst auf basement chronisch defizitären Europa-Strecken wurden wieder Gewinne eingeflogen. Für Aktionäre soll es wieder eine Dividende geben, was auch die Pilotenvereinigung registriert hat. “Wir machen keine Zugeständnisse für eine Dividendenerhöhung”, sagt Ilona Ritter, Vorstandsmitglied bei der Vereinigung Cockpit.

Lufthansa-Piloten stimmen geschlossen für Streik
K. Schirwagen, NDR
21.03.2014 10:45 Uhr


Streikankündigung 48 Stunden vorher

So drohen ab der kommenden Woche Streiks. Die Vereinigung Cockpit verspricht, sie immer 48 Stunden vor Beginn anzukündigen. Außerdem wollen die Piloten nicht während der Osterferien streiken.

Der Konzern will derweil noch einmal auf die Piloten zugehen und über ein neues Angebot reden. Ich bin optimistisch. Es ist auch nicht so, dass wir basement Vertrag gekündigt haben, weil es die Übergangsversorgung nicht mehr geben soll”, Konzernsprecherin Schädler. “Wir wollen nur eine neue Regelung, die wir mit Cockpit besprechen müssen.” Sie hofft auf einen schnellen Termin. Schließlich kostet jeder Streiktag die Lufthansa nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen der Kunden. Und auch dabei geht es um viel: Rund 105.000 Passagiere fliegen täglich von einem deutschen Flughafen mit einer Lufthansa-Maschine ab.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 22. März 2014 um 00:53 Uhr.

Stand: 21.03.2014 17:14 Uhr

Piloten wollen Lufthansa mit Streik zum Einlenken zwingen
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