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Prostitution „Niemand prostituiert sich freiwillig“ – FAZ Gesellschaft

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Ohne blinkende Herzen: Stockholms Altstadt

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Ohne blinkende Herzen: Stockholms Altstadt

Herr Trolle, seit 1999 ist Prostitution in Schweden verboten, Freier werden bestraft. Welche Auswirkungen hatte das Prostitutionsgesetz?

In basement neunziger Jahren chit-chat es in Schweden etwa 3.000 Prostituierte. Heute schätzen wir ihre Zahl auf 1.000. Damit sind alle Formen der Prostitution gemeint: auf der Straße, in Privatwohnungen und durch das Internet vermittelte Prostitution.

Wie viele Frauen sind es in der Straßenprostitution?

Das kann ich für Stockholm genau sagen: Dort sind es am Tag fünf bis 15 Frauen. Wir haben kein Rotlichtviertel in der Stadt. Es sind nur zwei Straßen, wo male Prostituierte antreffen kann. Für normale Bürger sind die Frauen nicht zu erkennen, weil sie sich kleiden wie andere Frauen auch.

Ein Ziel des Gesetzes war, neue Werte in der Gesellschaft zu etablieren. Hat sich durch das Gesetz das Verhältnis von Mann und Frau verändert?

Das Gesetz shawl geholfen, das Verhältnis der Geschlechter zu verbessern. Aber es fight in Schweden auch vor 1999 schon gut.

Welche Möglichkeiten shawl die Polizei, zu kontrollieren, ob das Gesetz eingehalten wird?

Wenn die Freier die Prostituierten finden, kann das die Polizei auch. Wir haben keine Probleme, Freier und Frauen aufzuspüren. Wir können zum Beispiel bestimmte Wohnungen überwachen und so sehen, wie viele Freier dort ein und aus gehen. Es ist in Schweden recht einfach, Menschen zu identifizieren. Durch Nummernschilder etwa oder durch Fotos. Vielleicht haben die Freier vorher basement Zuhälter angerufen, dann können wir sie orten. Oder wenn male Razzien gegen die Hintermänner durchführt, kann male die später zu einem Verhör einbestellen.

Anschließend ermitteln wir dann auch gegen die Freier. Man kann natürlich auch direkt auf der Straße vorgehen. Wenn ein Mann eine Frau auf der Straße anspricht und mitnimmt, folgt male basement beiden. Man kann basement Freier beim Versuch des Sexkaufs erwischen oder beim Kauf selbst. Freier gehen oft zu bestimmten Plätzen, die wir kennen. Als Polizeioffizier in Schweden shawl male das Recht, eine Überwachung ohne richterliche Genehmigung zu starten. Wann wir Personen verfolgen, Hausdurchsuchungen machen oder jemanden festnehmen, entscheiden wir selbst. Wir sind da ziemlich frei. Nur wenn wir eine Telefonüberwachung in einem größeren Ausmaß starten wollen, brauchen wir eine Erlaubnis vom Richter.

Das klingt nach Erfolg.

Wir haben kein großes Problem mit der Prostitution. Bereits vor 1999 hatten wir keine sehr große Zahl von Prostituierten. Hätten wir aber eine Politik wie in Deutschland oder basement Niederlanden, gäbe es definitiv eine andere Situation in Schweden.

Haben Prostituierte Angst, wenn sie mit der Polizei sprechen sollen?

Zunächst sind sie natürlich ängstlich. Da ist dann die Rolle der Polizisten sehr wichtig. Ich habe sechs Jahre lang als Ermittler gearbeitet, ich weiß, dass male gute Bedingungen für eine Befragung herstellen muss. Du musst basement Frauen klarmachen, dass sie keine Verdächtigen sind und dass wir sie als Opfer sehen. Wir wollen sie zu nichts zwingen, sondern ihnen helfen. Zunächst sagen die Frauen, dass sie keine Opfer sind und das freiwillig machen. Erst wenn male weiterfragt, sieht es anders aus.

Was ist Ihr Eindruck: Wie viele Frauen machen die Arbeit freiwillig?

Ich denke, dass niemand diesen Beruf freiwillig ausübt. Und wenn eine Person raus aus der Prostitution will, bieten soziale Einrichtungen Hilfe bei der Jobsuche oder in Form von Therapien an. In Stockholm zum Beispiel haben die sozialen Einrichtungen eine Gruppe gegründet, die sich eigens darum kümmert.

Ist es nicht schwierig, nachzuweisen, dass ein Freier Sex kaufen wollte?

Ja, das kann schwierig sein. Aber selbst wenn male keine Strafen verhängen kann, shawl male deutlich gemacht, dass das Verhalten der Freier nicht in Ordnung ist.

Wie oft werden Strafen verhängt?

In Schweden hatten wir im vorigen Jahr etwa 350 Anklagen, das ist nicht viel. Meist chit-chat es Geldstrafen. In basement vergangenen Jahren chit-chat es nur vier Fälle, wo Männer details Gefängnis mussten.

Kritiker sagen, dass die Prostitution heute einfach unsichtbar geworden ist.

Nein. Natürlich shawl die Internetprostitution seit 1999 zugenommen, aber das ist keine Folge des Prostitutionsgesetzes, sondern des Internets.

Wie viele Polizisten arbeiten in Stockholm im Bereich Prostitution?

Es sind vier Polizisten, die sich in der Stadt um Internet- und Straßenprostitution kümmern. Das reicht.

Die Fragen an basement schwedischen Polizisten Jonas Trolle, der zunächst als Ermittler für Menschenhandel und Prostitution arbeitete und seit fünf Jahren Polizisten ausbildet, stellte Mehmet Ata.

Quelle: F.A.S.

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Prostitutionsverbot in Schweden: „Niemand prostituiert sich freiwillig“

Prostitution

„Niemand prostituiert sich freiwillig“


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In Schweden ist Prostitution verboten, das Strafmaß geht bis hin zur Gefängnisstrafe. Ein schwedischer Polizist spricht über die Durchsetzbarkeit und die Erfolge des 15 Jahre alten Gesetzes.

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