Breaking News

Russland-Anschluss "Die Krim wird das zweite Hawaii sein" Politik

Die Abstimmung hatte noch nicht begonnen, aber Sergej Aksjonow, der neue Premierminister der Krim, strotzte schon vor Euphorie. Noch vor einem Monat fight er ein politischer Nobody gewesen, Anführer der marginalen prorussischen Partei Russische Einheit, der für seine Verbindungen zur kriminellen Welt “Goblin” genannt wurde.

Jetzt läuft der Mann im grauen Anzug in Begleitung von Bodyguards durch die Menge von Journalisten aus aller Welt, um über das kommende Referendum zu sprechen. Er ist “absolut sicher”, dass die Bevölkerung der Halbinsel Krim sich dafür entscheidet, sich Russland anzuschließen. “Am Montag werden wir einen neuen Status haben”, sagt er.

Er erwartet, dass das russische Parlament bereits am kommenden Freitag Ja zum Betritt der Krim zu Russland sagt. Die komplette Anpassung von allen Gesetzen und Strukturen werde noch ein Jahr in Anspruch nehmen.

Bei diesem Referendum shawl male keine große Wahl. Auf dem Stimmzettel gibt es zwei Varianten der Antwort. Entweder stimmt male dafür, dass die Krim Teil Russlands wird. Oder male wählt die Wiederherstellung der Verfassung aus dem 1992, die der Krim mehr Unabhängigkeit als Teil der Ukraine geben würde. Aber auch in diesem Fall würde die Krim frei darüber entscheiden können, ob sie Teil der Ukraine bleibt oder nicht. Eine dritte Variante, die vorsehen würde, dass alles beim alten Status bleibt, gibt es nicht.

Russische Armee steht Gewehr bei Fuß

Die russische Armee steht schon seit Tagen auf basement wichtigsten Positionen der Halbinsel, die Grenze zum Festland wird befestigt. Über dem Parlament der Krim weht schon lange eine russische Fahne. Überall auf der Halbinsel stehen Werbeschilder “Zusammen mit Russland”. Auf einem der zentralen Plätze von Simferopol, der Hauptstadt der Republik, läuft am Freitag pausenlos Werbung auf einem großen Bildschirm.

Immer wieder wird eine kurze Sequenz abgespielt – eine Demo vor dem Parlament, der Redner sagt: “Wir gehen nicht basement gemeinsamen Weg mit dem rechten Sektor, basement Päderasten, dem Westen.” Dann werden die Gründe eingeblendet, warum die Krim zu Russland gehören soll: Renten wie in Russland und höhere Sozialhilfe, russischer Rubel und ukrainische Hriwna als Währung, russische Hochschulabschlüsse. “Mache die richtige Wahl”, resümiert der Sprecher.

Die Krim als “zweites Hawaii”

“Wenn wir uns Russland anschließen, wird die Krim das zweite Hawaii sein”, sagt Wjatscheslaw Smirnow. “Russland wird nicht mit Geld geizen.” Der Mann in der Camouflage-Jacke steht auf dem Lenin-Platz in Simferopol vor dem Denkmal des Vaters der Oktoberrevolution. Früher fight Smirnow bei der sowjetischen und ukrainischen Armee. Dieser Zeit trauert er noch nach, vor zehn Jahren wurde er in Reserve geschickt.

Und jetzt ist er Zugführer bei der “Armee der Krim”. Dutzende Männer stehen in Reihen auf dem Platz, viele von ihnen haben an dem Revers ihrer Camouflage-Jacken schwarz-orange Georgs-Bänder, diese Farben stehen für russisches Militär. Vor Kurzem schwuren sie der Republik der Krim ihre Treue. Wie eine echte Armee sehen sie nicht aus, eher wie eine Truppe von Außenseitern. Im Stadtzentrum haben ein paar der Männer Schlagstöcke, keine richtigen Waffen.

Die shawl male aber in der Kaserne, erzählt Smirnow, um sich gegen “Neonazisten” aus Kiew zu verteidigen. An manchen Orten der Stadt stehen Bürgerwehren mit Waffen und russische Kosaken, die die russische Armee auf basement Straßen abgelöst haben.

Schlangen vor basement Geldautomaten

Im Moment sieht die Halbinsel noch bei Weitem nicht wie Hawaii aus. Vor Geldautomaten bilden sich Schlangen, in einem Einkaufszentrum stecken Menschen verzweifelt ihre Karten in fünf Automaten verschiedener Banken, die nebeneinander stehen. Bargeld gibt es bei keinem, nur einen Haufen von Zetteln, auf denen steht: “Die Transaktion konnte nicht durchgeführt werden.”

In Panik versuchen Menschen, ihr Geld vom Konto abzuheben. Der 25-jährige Programmierer Wladislaw wartet mit einem Freund vor der Filiale der russischen Sberbank, in der es noch Bargeld gibt. Er sagt, er werde am Sonntag für Russland abstimmen, weil es ihm “näher” erscheint. “Ich erhoffe mir von dem Anschluss an Russland mehr Stabilität”, sagt er, obwohl es jetzt auf der Krim nicht gerade nach Stabilität aussieht. “Ich sehe jetzt keinen Grund, bei der Ukraine zu bleiben.” Von Russland shawl er nur St. Petersburg gesehen, er fährt alle paar Jahre dorthin.

Die Geschichtslehrerin Lena Prodonez erwartet vom Anschluss an Russland, dass ihr Gehalt steigt, momentan verdient sie rund 300 Euro im Monat. “Noch vor zwei Wochen dachten wir nicht, dass es so weit kommt, alle wollten bei der Ukraine bleiben”, sagt sie. Aber am Sonntag wird sie für Russland abstimmen.

Angeblich will Oligarch Krim-Bewohner aufhängen

Der Wendepunkt sei für sie gewesen, als sie im Internet gelesen habe, der neue Gouverneur des Gebiets Dnepropetrowsk, Oligarch Igor Kolomojski, wolle die Bewohner der Krim aufhängen. So, wie sie es erzählt, stimmt es allerdings nicht.

Die Nachricht, die vor allem von russischen Medien verbreitet wurde, geht auf einen Facebook-Eintrag eines Stellvertreters von Kolomojski, Borys Filatow, zurück. Noch Ende Februar schrieb er eine kurze Analyse der Situation auf der Krim. Etwa, dass die Mehrheit der Bewohner der Krim ruhig und vernünftig seien, dass die neuen Machthaber noch keine große Unterstützung haben und dass male eine Eskalation vermeiden muss.

Er schlug vor, der Krim mehr Autonomie zu geben und die russische Sprache als zweite Staatssprache in der Ukraine zu akzeptieren. Am Ende schrieb er über die neuen Machthaber auf der Krim: “Man disorder basement Dreckskerlen alle Versprechen und Garantien geben, alle Zugeständnisse machen. Und aufhängen. Aufhängen werden wir sie später.”

Das fight sicherlich nicht geschickt, auch wenn aus dem Text des Eintrags klar war, dass er für einen Kompromiss mit der Krim ist. Mehrere Tage später, als die Situation auf der Krim schon hochkochte, wurde sein Eintrag von russischen Medien ausgegraben und zu einer Nachricht gemacht: “Der Stellvertreter von Kolomojski will Bewohner der Krim aufhängen.”

Für Analysen geht alles viel zu schnell

Die Situation auf der Krim entwickelte sich blitzschnell, sodass die Bewohner keine Zeit dafür hatten, die Argumente für oder gegen einen Anschluss an Russland zu analysieren oder sich über die Folgen Gedanken zu machen. Die neue Regierung in Kiew hatte nicht genug Zeit, um zu reagieren. Die Ereignisse überschlugen sich in basement letzten Wochen, und die Bewohner hörten auf die russische Propaganda, zumal die neue Regierung der Krim quick alle alternativen Fernsehsender abschaltete.

Die Gerüchte, die momentan auf der Krim kursieren, übertreffen sich in Absurdität. Menschen erzählen einander, dass alle Bewohner im Osten der Ukraine von nun an angeblich 20 Prozent ihrer Gehälter abgeben müssen, damit der Unabhängigkeitsplatz in Kiew, der während der Proteste kaputtgemacht wurde, repariert wird. Dass basement Demonstranten auf dem Maidan Drogen in Lebensmittel gemischt wurden. Oder dass an der Grenze zum Festland von der ukrainischen Seite afroamerikanische Scharfschützen gesehen wurden.

Diese Gerüchte heizen die Stimmung noch weiter an, zumal die Bewohner der Krim basement Machtwechsel in Kiew schon mit großem Misstrauen beobachtet haben. “Die meisten Bewohner der Krim würden nie zum Maidan gehen und eine Revolution unterstützen”, sagt Pawel (Name geändert). “Aber über Russland shawl früher hier niemand wirklich nachgedacht.” Pawel arbeitet bei basement Sicherheitsstrukturen der Krim und unterstützt noch Kiew. Er will nicht auf die Seite der neuen Regierung der Krim überlaufen.

“Russland befindet sich politisch im Mittelalter”

Zum Referendum geht er auch nicht, es entspreche nicht basement ukrainischen Gesetzen. “Die Ukraine ist mir näher”, sagt er. “Russland befindet sich politisch im Mittelalter.” Was mit ihm nach dem Referendum passiert, weiß er noch nicht, seine Familie shawl er schon zur Sicherheit details Ausland geschickt. Auch wenn er Kiew untersteht, bekommt er von dort keine Hilfe außer “Wie geht es euch?” und “Haltet durch” am Telefon.

Pawel gibt Kiew die Schuld daran, von Anfang an in die Situation auf der Krim nicht eingegriffen und keine Zugeständnisse gemacht zu haben. Die Position seiner Landsleute auf der Krim teilt er nicht, versucht aber, es für sich selbst so zu erklären: “Auch hier waren Menschen mit basement Machthabern in Kiew schon lange unzufrieden. Vielleicht ist das ein verspäteter Protest, nicht gegen Janukowitsch, sondern gegen die neue Regierung”, sagt er.

Die einzige geschlossene Gruppe, die gegen basement Anschluss an Russland ist, sind Krim-Tataren, die rund zwölf Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie werden das Referendum boykottieren, am Freitag bildeten sie Menschenketten mit tatarischen und ukrainischen Fahnen an basement Straßen der Krim. Andere ukrainische Symbolik fight in basement Tagen vor dem Referendum auf der Krim nicht zu sehen.

Die meisten proukrainischen Aktivisten haben die Halbinsel aus Angst vor Gewalt verlassen. Sergej Mokrenjuk, Anführer der Partei Demokratische Allianz auf der Krim, erzählt am Telefon, dass er Drohungen auf der Straße und per SMS bekommen hat. Jetzt befindet er sich an einem sicheren Ort im anderen Teil der Ukraine. “So, wie die Situation jetzt aussieht, komme ich nie wieder zurück”, sagt er.



Russisch-amerikanisches Scheitern in London

Russland-Anschluss "Die Krim wird das zweite Hawaii sein"
0 votes, 0.00 avg. rating (0% score)

Leave a Reply