Sarah Kuttner „Als Gastgeberin bin ich mega-unentspannt“ – FAZ

//Sarah Kuttner „Als Gastgeberin bin ich mega-unentspannt“ – FAZ

Sarah Kuttner „Als Gastgeberin bin ich mega-unentspannt“ – FAZ

© Marcus Höhn

„Was ich ganz gut kann, sind Kindernudeln“: Moderatorin Kuttner in eleganter Kulisse

Sarah Kuttner

© Marcus Höhn



„Was ich ganz gut kann, sind Kindernudeln“: Moderatorin Kuttner in eleganter Kulisse

Sie war die Freche beim Musiksender Viva, die nicht nur Videoclips ansagen durfte, sondern eine eigene Show bekam. Dann wurde Sarah Kuttner erwachsen und schrieb erfolgreiche Romane. Als Fernsehmoderatorin arbeitet sie natürlich immer noch; am Donnerstag startet auf ZDFneo ihre neue Sendung „Kuttner plus zwei“. In den insgesamt sieben Folgen lädt sie Prominente zum Essen, Trinken und Reden am Küchentisch. An einem sonnigen Nachmittag sitzt Kuttner, 35, im Büro ihres Managers in Berlin-Friedrichshain. In der Hand hält sie einen Pott Kaffee, zu ihren Füßen liegt ihr Jack-Russell-Terrier. Während seine Besitzerin redet, döst er vor sich hin.

Frau Kuttner, sich gegenseitig zum Kochen in gemütlicher Runde einzuladen ist ab 30 schwer angesagt. Ein bisschen spießig ist es aber auch, oder?

Finde ich nicht. Irgendwann ist halt die Partyluft raus, aber man hat trotzdem Lust, Leute zu treffen. Es ist doch nett, eingeladen zu sein. Sollen sich andere ruhig die Mühe machen und Rinderfilet mit Bärlauchpüree an Fonds kochen. Dann bin ich gerne ein dankbarer Gast, denn ich mag gutes Essen. Es darf halt nur nicht steif werden. Wenn die Anwesenden auf Biegen und Brechen interessante Gespräche führen wollen, hat das schnell etwas Bemühtes.

Bringt ein guter Gast ein Geschenk mit?

Ach, ein Geschenk ist für mich nicht dringend notwendig. Viele bringen ja gerne Wein mit. Da ich selbst keinen Alkohol trinke, kenne ich mich damit nicht aus. Leider bekomme ich oft welchen geschenkt, der steht dann bei mir rum, bis ich ihn bei der nächsten Gelegenheit weiterverschenke. Zum Glück bin ich nie zu so steifen Anlässen eingeladen. Ich gehe einfach zu Freunden. Da muss ich nicht groß drüber nachdenken, wie ich ein guter Gast wäre und ob es dafür ein Geschenk brauchte.

Sind Sie selbst privat eine gute Gastgeberin?

Nee, gar nicht. Es ist mir zwar immer wahnsinnig wichtig, dass sich alle wohl fühlen. Das hat aber zur Folge, dass ich mega-unentspannt bin. Das Schlimmste ist, dass ich ständig aufräume. Für meine Gäste muss das total zum Kotzen sein. Wenn ich eine Silvesterparty gebe, ist alles schon blitzblank, bevor die ersten Leute gehen. Ich stelle hier mal eine leere Bierflasche weg oder wische da mal was ab. Ich mag Unordnung nicht.

Bleibt Ihnen überhaupt Zeit, sich mit dem Besuch zu unterhalten?

Ich versuche das schon nebenbei. Aber bei mir soll halt keiner zu kurz kommen. Sobald ich das Gefühl habe, es fehlt einem was, stehe ich total unter Strom: Magst du noch was? Chips oder Flips?

Das grenzt ja an Belästigung!

Eben. Ich bin eine super angestrengte Gastgeberin, die ganze Zeit nur am Rödeln. Deshalb lasse ich mich lieber einladen.

Nun geben Sie in Ihrer neuen Sendung die Gastgeberin in heimeliger Küchenatmosphäre. Wie passt das zu Ihnen?

Der Sender hatte sich verschiedene Varianten überlegt, ich im Studio mit zwei Sesseln und so. Aber das hätte mir nicht so viel Spaß gemacht. Deshalb habe ich vorgeschlagen, die Gespräche am Küchentisch stattfinden zu lassen. Man muss da ein bisschen psychologisch denken, so bescheuert es klingt. Die Gäste fahren trotzdem in ein Studio, das ist ihnen bewusst. Wenn da diverse Standkameras stehen, kommt nicht so richtig Gemütlichkeit auf. Deswegen wollte ich eine richtige Küche. In einer Wohnung, in der sonst tatsächlich Menschen wohnen.

Kuttner plus Zwei

© Holger Dauer

„Nicht viel gegessen“: Hannelore Elsner und Bosse

Kann man beim Essen überhaupt ein nettes Gespräch führen? Mit vollem Mund spricht man nicht, das bleuen einem die Eltern ein.

Warum eigentlich? Wenn man was zu sagen hat, finde ich das okay.

Es sieht womöglich unvorteilhaft aus.

Meine Gäste haben ohnehin nicht viel gegessen. Da ich nur zuhören musste, war ich diejenige, die die ganze Zeit reingeschaufelt hat. Und wirklich unvorteilhaft sah keiner aus. Wenn man was im Mund hat, kann man grad nichts sagen, dann ist der andere dran. Und wenn alle was im Mund haben, ist halt kurz Ruhe, und alle kauen eine Runde.

Die erste Folge von „Kuttner plus zwei“ (mit Hannelore Elsner und Bosse) läuft am 10. April um 22:45 Uhr in ZDFneo.

Quelle: F.A.S.
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Sarah Kuttner: „Als Gastgeberin bin ich mega-unentspannt“

Sarah Kuttner

„Als Gastgeberin bin ich mega-unentspannt“


Von Nana Heymann

Sie redet selten um den heißen Brei herum, jetzt bittet sie Promis zu Stulle und Gespräch an den Küchentisch: Sarah Kuttner über Essen mit Freunden, Ost-Petersilie und die (imaginäre) Kochshow „Grill den Henssler“.

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By | 2014-04-10T06:19:56+00:00 April 10th, 2014|Lebensstil|0 Comments

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