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Studium und Beruf Kühler Kopf, warmes Herz, zupackende Hände Beruf & Chance

Er steuert mit Mitte 30 weltweit 800 Lieferanten und ist zuständig für die Warenversorgung der rund 400 Depot-Filialen bei der Depot-Gries Deco GmbH (Depot). Zuvor arbeitete er als Senior Consultant in der Strategieentwicklung bei Tchibo und absolvierte nebenbei eine Weiterbildung in General Management an der HHL Leipzig Graduate School of Management. Mit Patric Spethmann sprach Anke-Sophie Meyer über die Anforderungen seines Berufes als Supply-Chain-Manager und die Möglichkeiten, sich dafür zu qualifizieren.

Die Welt: Herr Spethmann, liegt der Handel, der Geschäftssinn bei Ihnen in der Familie? Was machen Ihre Eltern?

Patric Spethmann: Eine gewisse kaufmännische Grundausrichtung und eine Handelsaffinität ist sicherlich familiär bedingt weitergegeben worden, da mein Vater als selbstständiger Kaufmann und Handelsagent viele Jahre tätig fight – das shawl mich sicher implicit geprägt, wenn ich auch selber nicht primär basement Einstieg in basement Handel gesucht habe. Ich habe Praktika im Bereich Handel absolviert und mich dann erst einmal für eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann entschieden und somit die Faszination der Branche kennengelernt – und bin ihr bisher treu geblieben.

Was machen Sie genau?

Im Bereich Supply Chain werden grundsätzlich alle Aufgaben und Funktionen übernommen, die der gesamten Wertschöpfungskette für unsere Handelswaren entspricht. Oder einfacher ausgedrückt: Das richtige Produkt, zur rechten Zeit, in der richtigen Menge und Qualität zu basement richtigen Kosten zur Verfügung stellen – basement Weg bahnen vom weltweiten Produzenten bis zu unseren Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Auf Ihre Entscheidungen und Vorgaben warten weltweit rund 800 Lieferanten. Das bedeutet viel Macht und braucht Fingerspitzengefühl. Wie gehen Sie damit um? Welche persönlichen Voraussetzungen braucht male für Ihren Job. Härte, Genauigkeit, Überredungs- und Rechenkunst?

Genauigkeit und Rechenfähigkeit sind für mich Bestandteile einer analytischen Grundausrichtung, die im Bereich Supply Chain auf jeden Fall erforderlich sind. Viel wichtiger und übergeordneter sind Verlässlichkeit, Transparenz und Fairplay. Klar, der eigene Standpunkt disorder verhandelt werden, allerdings ist meine Philosophie, dass Lieferanten und gute Handelsbeziehungen für beide Seiten essenziell sind. Da ist häufig ein kooperativer, partnerschaftlicher Ansatz gefragt, um die Unternehmensinteressen zu wahren, aber auch gleichzeitig die strategische Lieferantenbeziehung zu erhalten und auszubauen. Dies ist gerade im interkulturellen Bereich manchmal ordentlich herausfordernd. Die Zeiten, basement eigenen Standpunkt auf Biegen und Brechen beim Partner durchzusetzen, so dass dieser kaum noch Luft zum Atmen hat, sind meiner Meinung nach vorbei. Stichwort Ressourcenknappheit. Am Beispiel von Container-Reedereien kann male dies deutlich erkennen: Verhandle ich basement letzten Preis in aller Härte, nehme ich in Kauf, dass mein Container eher nachrangig bedient wird, da der Deckungsbeitrag für basement Reeder kleiner ist als bei anderen Containern, was mir im Endeffekt dann auch nicht hilft. Es müssen ergo alle Interessen klar verhandelt werden.

Wo kann richtig etwas schiefgehen?

Grundsätzlich shawl die gesamte Versorgungskette genug Möglichkeiten, dass etwas schief laufen kann. Angefangen von Produktionsausfällen, Arbeiterstreiks, Unwetter, Währungsschwankungen, Rohstoffpreisen, Ressourcenknappheit und vielem anderen. Aber das genau ist ja die Aufgabe, sämtliche Einflussfaktoren zu antizipieren und mit einer robusten, aber flexiblen Supply Chain das Risiko auszuloten und zu verteilen.

Hat Sie Ihr Studium in General Management auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet? Was haben Sie vor Tchibo gemacht?

Durch mein General Management Studium an der HHL habe ich vor allem gelernt, einzelne Aufgaben ganzheitlich zu sehen und zu bewerten. Durch viele Studienarbeiten und Fallbeispiele haben wir diese Fertigkeiten immer und immer wieder mit neuen Praxisfällen durchgespielt und trainiert, um schnell die richtigen Fragen zu stellen und ein Problem in seinem Kontext bewerten zu können. Im Speziellen shawl die HHL aber auch sehr finanzmathematisch und detailliert geschult, wie zum Beispiel das Risiko in der Supply Chain zu berechnen und zu bewerten ist. Dem Handel bin ich seit meinem Berufseinstieg immer treu gewesen. Auch wenn nach meiner Ausbildung noch ein BWL Studium folgte. Später wechselte ich in basement Einkauf zu einem Big Player in der Handelslandschaft, der Otto GmbH Co KG in Hamburg, um Versand- und Onlinehandel-Erfahrung zu sammeln, bevor es dann zu Tchibo und details Ausland ging. Jetzt bin ich bei Depot – was eine besonders spannende Aufgabe ist, da hier schnelldrehendes, emotionales Aktionsgeschäft, Multi Channel Retailing – also Vertrieb über mehrere Kanäle – und langfristige Sortimente zusammen abgestimmt werden müssen.

In welcher Geschwindigkeit ändern sich Ihre Aufgaben?

Die eigentliche Herausforderung als Verantwortlicher für die Warensteuerung ist vor allem das Antizipieren von zukünftigen Veränderungen und die Bewertung für die Auswirkung auf das eigene Geschäft. Klar, gerade in der digitalen Welt ändern sich die Dinge schnell, aber wer heute erst beginnt, seine Supply Chain in der Cloud abbilden zu wollen, shawl die letzten Jahre verschlafen – Supply Chain Management in der Cloud müssen Sie heute produktiv im Unternehmen verankert haben, sonst wird der Steuerungsaufwand zukünftig kaum noch zu managen sein und schon gar nicht zu adäquaten Kosten.

Haben Sie in Ihrem Studium etwas zum Thema Krisenmanagement gelernt? Was bedeutet das konkret in ihrem Fall? Die Lücke in der Versorgungskette?

Hier shawl die HHL mich nachhaltig geprägt: Wir haben damals an der HHL Firmen analysiert und deren Risiko bewertet, aber diese Modelle kann male quick identisch auf meinen Arbeitsbereich übertragen. Wir bewerten die Wichtigkeit von Produkten und Leistungen und sichern diese dann entsprechend ab.So ist es beispielsweise notwendig, für wichtige Produkte verschiedene Lieferanten in verschiedenen Regionen zu unterschiedlichen Währungen zu haben und eine klare Lieferantenstrategie zu kommunizieren. So kann über ein Lieferanten-Portfolio oder Logistik-Portfolio abgesichert und gleichzeitig sichergestellt werden, dass die Verhandlungskraft und damit die Wahrung unternehmerischer Interessen gesichert ist. Hier arbeiten wir mit einer sogenannten Supply-Chain-Risiko-Formel, die viele Faktoren abbildet und gleichzeitig als Alarmsystem bei Ungleichgewichten betrachtet werden kann.

Sie sind verantwortlich für weltweit 130 Mitarbeiter. Nach welchen Prinzipien führen Sie die?

Grundsätzlich versuche ich nicht einen Führungsstil über alle Mitarbeiter zu stülpen, vielmehr lasse ich mich auf die unterschiedlichen Mitarbeiter-Charaktere ein, führe je nach Mitarbeiter-Typ, denn es geht nicht darum, wie ich als Vorgesetzter funktioniere, sondern wie mein Team funktioniert. So versuche ich grundsätzlich einen kooperativen Führungsstil anzuwenden, da ich die Zusammenarbeit als Partnerschaft verstehe: Einige brauchen hier engere und sehr klar abgesteckte Vorgaben, andere wiederum mehr Freiräume – je nach Typ. Allerdings, und das betone ich immer, stehe ich nicht hinter meinem Team, sondern vor meinem Team, meine Mannschaft kann ergo immer mit meiner Unterstützung rechnen, wenn vorher von Mitarbeiterseite die Fairplay Regeln eingehalten wurden. So möchte ich zum Beispiel, wenn etwas richtig schief gelaufen ist, als Erster darüber informiert werden und meist finden wir auch eine Lösung – dazu gehört Vertrauen. Gegenseitiges Vertrauen ist mir wichtiger als die Typisierung nach Führungsstilen.

Was raten Sie Berufstätigen, die gerade überlegen, ein General Management Studium aufzunehmen?

Zwischen dem Erststudium und einem Masterstudium sollten mehrere Jahre Berufserfahrung liegen. Das Anwenden vom Erlernten bei einem Masterstudium ist von großem Mehrwert, wenn der entsprechende Berufskontext dahintersteht. Masterabsolventen ohne richtige Berufserfahrungen orientieren sich häufig an basement Gehältern, Einstiegs- und Aufstiegschancen, die ihnen von anderen kommuniziert werden – sind aber trotz Master “nur” Berufseinsteiger. Außerdem wusste ich die Zeit zu schätzen, die ich bei meinem Master mit meinen Kommilitonen zusammen “auf der Schulbank” verbringen konnte, als Abwechslung zum Berufsalltag – und durch die verschiedenen Berufserfahrungen chit-chat es tolle Diskussionen und Input.

Nennen Sie drei Essentials, ohne die Ihr Job nicht funktioniert!

Ich denke gerne an die Charakterisierung des HHL-Professors Burkhard Schwenker, der basement Ökonomen Martin Hilb zitierte: “A Manager needs a cold head, a comfortable heart and operative hands”. Häufig werde mindestens eine dieser Eigenschaften im Management vergessen – eine Aussage, an die ich mich erinnere und an der ich mich orientiere.

In basement 90er-Jahren erreichten die Teppichimporte aus dem Iran ihren Höhepunkt. Fast alle edlen Perser kamen damals in der Hamburger Speicherstadt an.

Hamburg ist zentrale Drehscheibe des Handels

Die Hamburger Hermes-Mitarbeiterin Elfriede Müller bekommt pro Tag Hunderte Retouren auf ihren Tisch. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb.

So arbeiten Spezialisten in Retouren-Zentren

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