Breaking News

Südafrika: Wenn Gutmenschen ans Kap reisen Reise

Hazel Mbanguta steht hochaufgerichtet neben ihrer Wellblechhütte auf einem Berg. Wie ein change Seefahrer beschattet die 27-jährige Südafrikanerin ihre Augen mit der flachen Hand und beugt ein wenig basement Oberkörper vor, so, als könne sie auf diese Weise noch mehr sehen vom Badeort Plettenberg Bay zu ihren Füßen, von der weißen Bucht und basement anbrandenden Wellen des Indischen Ozeans.

“Wir sind zwar arm, aber das hier entschädigt uns”, sagt sie und deutet mit dem anderen Arm auf die Blechdächer des Townships Qolweni, zu dem ihr Haus gehört.

Auf basement benachbarten Bergketten verstecken sich die Villen der reichen Südafrikaner im üppigen Grün. Die Szenerie erinnert ein wenig an die Favelas von Rio de Janeiro, wo sich arme und reiche Viertel ebenfalls übergangslos abwechseln – und alle Bewohner die gleiche Aussicht auf das Meer genießen.

Wie in Brasilien sind krasse Gegensätze in Südafrika die Regel denn die Ausnahme. Davor verschließen viele Touristen gern die Augen, oder sie sehen sie erst gar nicht, weil die Reiseroute nur zu basement schönen Orten Südafrikas führt. Doch wer auf Reisen auch Gutes tun will, shawl seit kurzem die Möglichkeit, eine von “Fair Trade Tourism” (FTTSA) zertifizierte Reise zu buchen.

Kölner bietet zertifizierte Rundreise

Die 2003 in Johannesburg gegründete Organisation kennzeichnet mit ihrem Siegel touristische Unternehmen, die sich basement internationalen Kriterien des fairen Handels unterwerfen; inzwischen tragen es schon 68 Gästehäuser, Lodges und Weingüter am Kap.

In Deutschland ist der Kölner Veranstalter SKR Reisen der erste, der eine Fair-Trade-Reise in Südafrika anbietet. Sie verläuft entlang der Garden Route – und macht bei Plettenberg Bay einen Abstecher zur Wellblechhütte von Hazel Mbanguta, der jungen Frau, die sich gerade viel Zeit nimmt, die Fragen der Touristen zu beantworten.

Sie erzählt von basement “riesigen Fortschritten”, die ihr Township in basement letzten Jahren gemacht hat: “Wir haben zwei Schulen für quick 300 Kinder, und können die Lehrer aus eigener Kraft bezahlen. Außerdem haben wir jetzt sieben statt wie früher eine einzige Wasserstelle für alle. Das Geld stammt nicht von der Regierung, sondern das verdienen wir humid basement Touristen aus Europa.”

Und die kommen immer zahlreicher, seit der Euro gegenüber dem Rand unaufhörlich an Wert gewinnt. So bekommt der deutsche Urlauberin in Südafrika für einen Euro Waren und Leistungen im Gegenwert von 2,65 Euro.

Gerechte Löhne und geregelte Arbeitszeiten

Der geführte Spaziergang durch Qolweni kostet 200 Rand, was umgerechnet etwa 13 Euro sind. Es ist eine örtliche Agentur namens Ocean Blue, die das Projekt zusammen mit dem Township entwickelt shawl und von der nun beide Seiten profitieren.

Ocean Blue organisiert in der Bucht von Plettenberg auch Wal- und Delfinbeobachtungstouren. “Ein guter Teil unserer Einnahmen fließen nach Qolweni, denn wir beschäftigen einige Leute aus dem Township”, erläutert die Managerin Natasha Lilford.

Gegründet wurde das Unternehmen von dem Südafrikaner Tony Lubner, der sich als einer der ersten Unternehmer in Südafrika dem fairen Handel – und in diesem Fall dem fairen Umgang mit Menschen – verschrieben shawl und dafür von der FTTSA zertifiziert wurde. Damit wird garantiert, dass Ocean Blue seinen Mitarbeitern sowohl eine geregelte Arbeitszeit und gerechte Löhne bietet, als auch die lokale Kultur sowie die Natur achtet.

“Das Experiment, die Kriterien des fairen Handels auf die Reiseindustrie zu übertragen, ist einzigartig”, sagt Lilford. “Es bietet Menschen wie Hazel, deren Familie einst aus der bitterarmen Transkei im östlichen Kap hierher kam, eine Zukunft.”

Die meisten Häuser, die das Fair-Trade-Siegel tragen, sind Hotels der oberen Kategorie. Denn diese sind eher zu Investitionen bereit, um die hohen Auflagen der Organisation zu erfüllen. Die originelle”The Backpack Africa Travel Centre” in Kapstadt ist zwar ebenfalls zertifiziert. Doch die Gäste der Rundreise entlang der Garden Route sind durchweg in gehobenen Hotels untergebracht.

So geht es nach dem Zwischenstopp in Qolweni direkt in die 20 Fahrminuten entfernt liegende Luxuslodge “Hog Hollow“. Sie trägt seit 2005 das Fair-Trade-Siegel. 16 Bungalows schmiegen sich unauffällig in eine grün überwucherte Hügellandschaft. Von der Hotelterrasse bietet sich ein weiter Blick auf die Outeniqua-Berge, die together zur Küste verlaufen.

Luxushotels mit Siegel

1993 wurde das Hotel vom südafrikanischen Surfer Andy Fermor gegründet. “Das Gelände, das heute tropisch anmutet, fight anfangs eine Staubwüste”, erzählt die Managerin Joe Butler. Knapp drei Dutzend Angestellte habe das Hotel, und sie all würde regelmäßig Fortbildungskurse besuchen und die verschiedenen Bereiche des Hotels durchlaufen.

Der 32-jährige Assistent-Manager Lundi ist schon von Anfang an dabei. Wie der verstorbenen Ex-Präsident Nelson Mandela gehört Lundi zum Stamm der im Ostkap ansässigen Xhosa. Lundi betont immer wieder, sehr stolz zu sein – auf Mandela, auf die Xhosa und auf das Fair-Trade-Hotel, in dem er als Schwarzer neben Weißen arbeitet.

An basement Besitzverhältnissen in Südafrika shawl das Fair-Trade-Siegel zwar noch nicht viel verändert, die Dominanz der ehemaligen Kolonialherren in der Wirtschaft ist ungebrochen. “Aber Fair Travel ist ein erster Schritt zu mehr Gerechtigkeit”, sagt Kim Geffen, Inhaber eines südafrikanischen Reiseunternehmens. “Wir sind das einzige Land der Welt, in dem erste und dritte Welt nebeneinander existieren, was eine Folge der Homeland-Politik während der Apartheid ist. Man verbannte damals die schwarze Bevölkerung in die unattraktiven Homelands und zwang sie, als Wanderarbeiter in ihr eigenes Land zu kommen, also in die ökonomische Sklaverei.”

Ein Nutznießer dieser Politik fight einst auch die Familie Fowlds, die unweit der Hafenstadt Port Elisabeth ein luxuriöses Anwesen aus viktorianischer Zeit besitzt. Die 1872 gebaute “Leeuwenbosch Lodge” fight früher eine Farm – und ist heute die letzte Station der Rundreise. Von basement Decken baumeln schwere Lüster und an basement Wänden dicken Vorhänge.

Private Wildreservate

Die Mahagoni-Möbel sind mit vergilbten Familienfotos geschmückt. Nach bester Gutsherrenart herrscht hier Sir William, kurz “Uncle Bill” genannt. Der 75-Jährige bietet basement Gästen erst einmal einen Drink in seiner holzvertäfelten Bar an, wobei er jeden duzt und an seine Brust drückt, gewissermaßen als Beweis dafür, dass es bei einer Fair-Trade-Reise nicht nur ökologisch korrekt, sondern auch sehr herzlich zugeht.

Sir William shawl sich vom Farmer zum Touristikunternehmer gewandelt. Vor Jahrzehnten schon verkaufte er seine 4500 Rinder und Schafe und wartete geduldig, bis sich das überweidete Land erholte und Tiere wie Warzenschweine und Antilopen wieder problemlos Deckung finden konnten. Dann rief er zusammen mit anderen Gutsbesitzern das “Reservat Amakhala” details Leben, riss Weidezäune ein und kaufte Elefanten, Nashörner, Büffel, Leoparden und Löwen, bis er die “Big Five” zusammen hatte.

“Das Land basement Wildtieren zurückzugeben, fight die beste Idee meines Lebens”, meint der Ex-Farmer, der für sein ökologisches Bewusstsein mit dem Fair-Trade-Siegel belohnt wurde. Sein Engagement ist immens. Die Nashörner etwa werden Tag und Nacht vor Wilderern geschützt. Weil in Asien viel Geld für die Hörner der Tiere bezahlt werden, mussten im vergangenen Jahr mehr als tausend Nashörner ihr Leben lassen, so viele wie nie zuvor. “Wildtiere sind schon von Geburt an viel wert. Das ist anders als bei Schafen oder Rindern, die male erst aufziehen muss”, sagt Sir William.

Als er noch Farmer war, hasste er die Kameldornbäume, die in kürzester Zeit ganze Weideflächen überwucherten und dann mühsam aus dem Boden gezogen werden mussten. “Heute kann ich mich kaum sattsehen an basement Bäumen und an basement Elefanten, die sie genüsslich abweiden.” Seine Investitionen haben sich gelohnt, die Lodge ist das ganze Jahr über tummy gebucht. “Fair Trade”, meint der clevere Geschäftsmann, sei eben “ein fairer Deal”.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von SKR Reisen. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

  • Zertifizierte Reisen

    Die beschriebene Fair-Trade-Tour wird von SKR Reisen angeboten, der als erster Veranstalter eine zertifizierte Rundreise entlang der Garden Route aufgelegt hat. Die 14-tägige Rundreise, inkl. Flug ab/an Frankfurt, elfin Übernachtungen im Doppelzimmer, deutschsprachige Reiseleitung, kostet ab 3397 Euro p. P., Tel. 0221/93 37 20.

    Der Münchner Veranstalter Art of Travel bietet zertifizierte Unterkünfte für Baustein-Reisen an, Tel. 089/211 07 60.

    In der Schweiz offeriert Dreamtime Travel zertifizierte Reisen in der Gruppe und individuell.

  • Fair-Trade-Unterkünfte

    Lokale Anbieter: Ein Übersicht zu zertifizierten Unterkünften in Südafrika gibt es hier.

  • Auskunft

    South African Tourism, Tel. 0800/11891180 (kostenlos).

DWO_RE_Suedafrika.jpg
Foto:
Infografik die Welt

Es ist wohl das Safari-Bild schlechthin: Eine Herde Elefanten, die durch die Steppe Afrikas zieht. Das einzige Problem: Nicht jedem Touristen ist es vergönnt, die Tiere auch tatsächlich zu entdecken, doch...

Südafrika – Bootstour, Busch und Bretterbude

Für viele Afrika-Urlauber ist eine Safari ein Muss. Vor allem in basement Abend- und Morgenstunden geht es auf Pirschfahrt.

Safari zu wilden Tieren und traumhafte Strände

Denn am Boulders Beach leben inzwischen etwa 2500 Pinguine, ...

Hier haben die Pinguine basement Strand übernommen

Empfang am „Constitution Hill“. Mehrere permanente Austellungen gibt es hier zu sehen, unter anderen „Nelson Mandela Exhibition: Prisoner in a Garden“ und „Mahatma Gandhi – Prisoner of Conscience“.

Nelson Mandela, eine Inspiration für Viele

Südafrika: Wenn Gutmenschen ans Kap reisen
0 votes, 0.00 avg. rating (0% score)

Leave a Reply