Technik-Clous aus Schanghai: Neue Nase für Silber – Motorsport

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Technik-Clous aus Schanghai: Neue Nase für Silber – Motorsport

(Motorsport-Total.com) – Die ersten Rennen des Jahres sind gefahren. Und die Formel-1-Teams beginnen nun damit, mehr und mehr leistungsverbessernde Teile einzuführen. Der zweitägige Test im Anschluss an den Großen Preis von Bahrain hat ihnen natürlich dabei geholfen.

Weil der Shanghai International Circuit aerodynamisch anspruchsvoll ist – es gibt eine lange Gerade und eine Vielzahl unterschiedlicher Kurven -, ist dieser Kurs ein guter Erprobungsgrund für Updates an den Autos. Allerdings werden die größten Upgrade-Pakete wohl erst, wie üblich, beim Großen Preis von Spanien im Mai eingeführt.

Mercedes

Die vielgepriesene Mercedes-Nase wurde im Freien Training am Freitag eingesetzt. Die neue Lösung erinnert an das Konzept des Bauteils, das in diesem Jahr bereits in den Rennen eingesetzt wurde, ist aber etwas kürzer. Die bisherige Nase hatte eine umgekehrte U-Form gehabt, um den Widerstand für die Luft so hoch wie möglich zu platzieren, befand sich aber natürlich innerhalb der Regeln für die Nasenspitze.

In dieser Ausbaustufe hing die Nase über das Zentrum des Frontflügels hinaus und die U-Form mündete in die Halterungsstreben des Frontflügels. Auf diese Weise erzielte Mercedes die höchstmögliche Nasenspitze, damit mehr Luft unter das Auto und an die Aerodynamik am Heck des Fahrzeugs geführt werden konnte.

Die neue Nase ist kürzer, aber immer noch in einer U-Form gehalten. Das macht diese neue Nase zur kürzestmöglichen unter den neuen Regeln. Denn der strukturelle Teil befindet sich ungefähr auf der Höhe des zentralen Frontflügel-Bereichs. Das führt dazu, dass lediglich 50 Millimeter der Nasenspitze über den Frontflügel hinausragen. Und bei dieser Sektion handelt es sich nur um eine dünne Außenhaut aus Kohlefaser, die kein Teil der Crashstruktur ist.

Das Ergebnis ist, dass Mercedes nun mehr Luft unter der Nase hindurch und zu den Vorderseiten der Seitenkästen hinführen kann. Dadurch kann der Unterboden mehr Abtrieb generieren.

Ferrari

Eine technische Neuentwicklung, die nach dem Test in Bahrain enthüllt wurde, waren die angeblasenen Radnaben an der Vorderachse von Ferrari. Das italienische Team hat die Lufteinlässe zur Bremskühlung vergrößert. Die Luft fließt in Leitungen, die im Inneren der sich drehenden Achse zu finden sind, und bläst Luft durch die Radmutter hinaus.

Eine neue Idee ist das nicht: Red Bull und Williams sind bereits mit ähnlichen Vorrichtungen angetreten. Weil die Systeme zur Sicherung der Räder im vergangenen Jahr aber verschärft wurden, hat Williams auf seine angeblasene Achse verzichtet. Ferrari hat das umgangen, indem sie einen Schlitz in der Radmutter geschaffen haben, der nach dem Boxenstopp durch einen Pin, der aus der Achse hervorragt, gesichert wird.

Bei Ferrari eingebracht hat diese Idee offensichtlich Aerodynamiker Dirk de Beer, den das Team von Lotus abgeworben hat. Lotus soll ein ähnliches Design in der Schublade liegen haben, doch bisher ist es noch nicht produziert worden.

Weil das Problem der Radsicherung gelöst wurde, kann Ferrari einen wichtigen Profit aus dieser Idee schlagen. Die Frontflügel sind in diesem Jahr nämlich schmaler. Und so ist es schwieriger, mit den Endplatten des Frontflügels den Luftfluss um die Vorderräder zu gestalten. Durch die Luft, die aus der Vorderachse austritt, wird die Luftverwirbelung des Frontflügels nach außen gedrückt. Das verbessert den Gesamteffekt des Frontflügels.

McLaren

McLaren setzt beim Großen Preis von China eine verbesserte Software für den Antriebsstrang ein. Außerdem hat das Team einen modifizierten Frontflügel am Start. In Bahrain hat der Frontflügel bereits ein Luftleitblech auf den stufenförmig angeordneten Winglets am Rand des Flügels erhalten.

Auch die Endplatten des Frontflügels wurden modifiziert, haben eine neue Form bekommen. Schon in Melbourne hatte McLaren die Endplatten um ein zusätzliches Luftleit-Element ergänzt. Dieses Element ist nun in zwei Einzelteile aufgeteilt, um einen leicht veränderten aerodynamischen Effekt zu erzeugen.

Force India

Force India hat das Bodywork im Heckbereich schmaler gestaltet. Das liegt daran, dass das Team auf den Mercedes-Antriebsstrang zurückgreift, der über ein einmaliges Auspuff-Endrohr-System verfügt. Dieses System ist deutlich schmaler als die üblichen Röhren-Lösungen.

Die neuen Seitenkästen sind nun mehr tailliert und enger gehalten, um den Vorteil des Auspuffsetups noch besser ausnutzen zu können. Diese Neuentwicklung wurde beim Test in Bahrain erstmals ausprobiert.

Dieses Auspuffdesign, das eine der “Geheimwaffen” von Mercedes darstellt, wurde den Mercedes-Kundenteams offenbar erst während der Wintertests enthüllt, sodass die Kundenteams den vollen Vorteil davon zunächst nicht ausschöpfen konnten.

Caterham

Ein Detail aus Bahrain war eine neue Heckflügel-Halterung bei Caterham mit nur einer Strebe. Das Team hatte das Auto ursprünglich mit zwei vertikalen Streben vorgestellt. Die Entwicklung im Windkanal von Toyota hat nun eine Heckflügel-Halterung in Y-Form ergeben.

Wie bei McLaren, so wird der Heckflügel nun von einer Strebe in umgekehrter Y-Form gestützt. Zwei gebogene Streben sitzen auf dem Getriebe und treffen unterhalb des Flügels aufeinander, um dort eine einzelne Stützstrebe zu formen.

Das hat den Vorteil, dass dem Heckflügel nur eine Stützstrebe vorsteht. Die gebogenen Streben, die auf dem Getriebe ansetzen, verbessern die Kühlung. Denn die Luft, die durch den Bogen strömt, wird mit dem Abgasstrom verbunden. Das hilft dabei, die Luft von den Seitenkästen wegzuleiten.

By | 2014-04-20T14:35:55+00:00 April 20th, 2014|Technik & Motor|0 Comments

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