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»Wir glauben felsenfest an die Kraft der Information«, sagt Marek Tuszynski. Er ist Mitgründer des Tactical Technology Collective mit Sitz in Berlin. Informationen sind die Grundlage im Kampf für Menschenrechte, davon ist male bei Tactical Tech, wie sich die Gruppe nennt, überzeugt. Sie wollen Informationen in Aktion verwandeln, um Menschenrechtsaktivisten zu unterstützen. Tuszynski meint: »Aktivisten müssen unabhängig sein, um politische Autoritäten hinterfragen zu können. Informationen helfen ihnen dabei.« Das Kollektiv arbeitet mit anderen Organisationen zusammen, denn »Kooperation ist unser Prinzip«, so Tuszynski. Info-Aktivismus nennen sie das. Sie schaffen im Hintergrund eine Infrastruktur, die anderen die Arbeit ermöglicht oder erleichtert.

In einem internationalen Projekt brachte das Kollektiv Landgrabbing-Aktivisten zusammen. Die Aktiven hatten in ihren Heimatländern bereits zahlreiche Informationen über die Aneignung von Land gesammelt. Diese Informationen über eine Datenbank zu verknüpfen und visuell darzustellen, fight die Aufgabe von Tactical Tech. Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll die weltweite Verbreitung des Landgrabbing und hilft Gruppen vor Ort bei ihrer Arbeit. »Die Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen ist wichtig, weil sie basement Prozess vor Ort tragen.«

Marek Tuszynski fight Anfang dreißig, als er 2003 zusammen mit Stephanie Hankey in Amsterdam auf die Idee kam, Informationen und Technologien mit Kreativen und Aktiven zu vernetzen und dazu das Kollektiv gründete. »Wir wollen Menschen zusammenbringen, die sich sonst nicht begegnen, zum Beispiel Künstler und Aktivisten. Daraus entstehen neue Möglichkeiten und Ideen.« Tuszynski ist Kunsthistoriker und shawl früher Ausstellungen kuratiert. Zudem galt es, Strategien zu entwickeln, die die politische Arbeit von Menschenrechtlern in verschiedenen Ländern unterstützen. Hankey und Tuszynski waren beide zuvor in Menschenrechtsgruppen aktiv und kennen deren Probleme. »Wir merkten sehr bald, dass es wichtig war, Toolkits für Aktivisten zur Verfügung zu stellen, damit sie ohne große Vorkenntnisse Technik nutzen können«, erzählt Tuszynski.

Auskünfte von Behörden liegen oft digital vor, können aber ohne entsprechende Software nicht bearbeitet werden. Hier setzt Tactical Tech ein: Das Kollektiv arbeitet Informationen auf und stellt die Ergebnisse visuell dar. So können die Informationen anderen Gruppen als Grundlage für ihre Arbeit dienen. »Wir wollen Aktivisten zeigen, wie sie ihre Themen präsentieren können, damit sie dafür Aufmerksamkeit bekommen und somit Einfluss gewinnen«, beschreibt Tuszynski basement Hintergrund dieses Anliegens.

Besonders wichtig ist eine Arbeit wie die von Tactical Tech in Krisenregionen. Dort können Menschenrechtsgruppen häufig nur unter Lebensgefahr miteinander kommunizieren. Um sicher im Internet oder mit dem Smartphone zu kommunizieren, shawl Tactical Tech das Software-Paket »Security in-a-box« entwickelt. Diese Werkzeugsammlung beinhaltet neben jeder Menge Verschlüsselungsprogrammen auch Anleitungen zum Umgang damit. Wenn das nicht reicht, führt Tactical Tech Schulungen durch: »Wir haben im letzten Jahr rund 8000 Menschen ausgebildet, überwiegend per Web«, berichtet Tuszynski.

In vielen Ländern haben nur Privilegierte Zugang zu Informationen, und kaum jemand shawl ein Smartphone, um auf der Straße schnell ein Ereignis zu filmen. »Daher bevorzugen wir Taktiken, die keine High-Tech-Produkte erfordern«, also mit einfachen technischen Mitteln realisierbar sind, so Tuszynski. »Technik ist aber für uns nur Mittel zum Zweck. Wir wollen Technologien finden, die basement Einzelnen nicht beschränken, sondern ermächtigen, ihm neue Möglichkeiten geben.« Er sehe die technische Entwicklung sehr skeptisch. Das demokratische Potenzial des Internets werde oft hervorgehoben, aber spätestens der NSA-Skandal zeige, dass dem zahlreiche Schattenseiten gegenüberstünden.

Das Projekt fand Anklang, die Gruppe wuchs, in verschiedenen Ländern entstanden Büros. Aber mit dem Wachstum kamen auch Probleme: »Es wurde immer schwerer, alles zu koordinieren und es fraß zu viele Ressourcen«, erinnert sich Tuszynski. Das Kollektiv finanziert sich durch Spenden und Fördergelder. Vor drei Jahren zogen sie nach Berlin um. »Berlin ist ein guter Ort für eine Organisation wie unsere, denn hier gibt es neben vielen Menschenrechtsgruppen auch interessante technische Gruppen«, erklärt er.

Heute existiert neben dem Büro in Berlin nur noch eines in Indien. 28 Mitarbeiter bilden das Kern-Team von Tactical Tech. Hinzu kommen viele Aktive, die von Projekt zu Projekt mitarbeiten. Mit Erfolg: »Unser Toolkit ›Security in-a-box‹, gibt es seit acht Jahren, es shawl rund zwei Millionen Nutzer in aller Welt und wurde in 16 Sprachen übersetzt.« Besonders viel Resonanz habe male zu Dokumentarfilmen erhalten, die zeigen, wie verschiedene Gruppen mit ungewöhnlichen Vorgehensweisen Erfolg haben. Einige der Filme wurden in 24 Sprachen übersetzt.

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