Ukraine-Krise Prorussische Zivilisten attackieren Kiews Soldaten

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Ukraine-Krise Prorussische Zivilisten attackieren Kiews Soldaten

Russland hat nach dem Beginn der Offensive gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine vor einer gefährlichen Zuspitzung der Krise gewarnt. Die scharfe Eskalation des Konflikts habe das Land an den Rand eines Bürgerkrieges gebracht, sagte Präsident Wladimir Putin nach Angaben der Regierung in Moskau am Dienstagabend in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Auch in einem Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte der Kremlchef den zuvor gestarteten Einsatz ukrainischer Truppen. Moskau warnte vor einem Scheitern der für Donnerstag geplanten Krisengespräche in Genf.

Nach militärischen Operationen von Spezialkräften der ukrainischen Regierung im Osten des Landes ist die Lage dort unverändert angespannt. Spezialeinheiten hätten unter anderem an einem Flughafen südlich der Stadt Kramatorsk rund 30 bewaffnete Männer zurückgedrängt, sagte der ukrainische General Vasyl Krutow.

Ruhe ist damit nicht eingekehrt, im Gegenteil. Das Vorgehen Kiews hat den Widerstand der prorussischen Kräfte in der östlichen Ukraine offenbar weiter angestachelt.

Über den genauen Hergang der Gefechte am Flughafen von Kramatorsk gab es widersprüchliche Angaben. General Krutow sagte, Kämpfer in grünen Militäruniformen hätten am Dienstagnachmittag eine Einrichtung am Airport zu stürmen versucht. Seine Soldaten hätten die Attacke jedoch abgewehrt. Es war Geschützfeuer zu hören.

Laut der ukrainischen Regierung gab es keine Opfer, russische Medien berichteten jedoch von vier bis elf Toten am Flughafen. Ein Sprecher einer prorussischen Verteidigungsgruppe, Juri Schadobin, sprach von zwei Leichtverletzten, die in eine Klinik gebracht worden seien. Laut der Regierung in Kiew wurde eine nicht näher genannte Zahl von Milizionären gefangen genommen.

Kurz nach der Auseinandersetzung umzingelten Hunderte Anwohner den Airport. Sie reagierten damit auf Gerüchte, wonach Regierungstruppen auch eine Militäroperation in der Stadt Kramatorsk selbst planten. Einige lösten sich aus der Menge und versuchten, in einen Stützpunkt am Flughafen einzudringen, woraufhin Soldaten Warnschüsse abgaben.

Der General muss fliehen

General Krutow kam heraus, um mit den aufgebrachten Demonstranten zu sprechen, wurde jedoch angegriffen. Nach einem Handgemenge flüchtete er auf das Flughafengelände.

Der General hatte von einer Abwehr einer Attacke gesprochen, doch Übergangspräsident Alexander Turtschinow meldete im Kiewer Parlament die Eroberung des Airports. “Ich habe gerade einen Anruf aus der Region Donezk erhalten: Ukrainische Spezialkräfte haben den Flughafen der Stadt Kramatorsk von Terroristen befreit”, verkündete er. “Ich bin überzeugt, dass bald keine Terroristen in Donezk und anderen Regionen mehr übrig bleiben werden und sie sich auf der Anklagebank wiederfinden – denn da gehören sie hin.”

Stunden zuvor hatte Turtschinow eine “Anti-Terror-Operation” gegen prorussische Separatisten angekündigt, die inzwischen in neun Städten im Osten der Ukraine Regierungs-, Polizei- und Verwaltungsgebäude besetzt halten. Die Aufständischen fordern mehr Autonomie und engere Verbindungen zu Russland.

Zu den Militäreinsätzen machte Turtschinow wenige Angaben, erklärte jedoch, sie würden “verantwortungsvoll und ausgewogen” ausfallen, um die “Bürger der Ukraine zu schützen und Terror, Verbrechen und Versuche zu stoppen, unser Land in Stücke zu reißen”.

Rückendeckung für Kiew aus den USA

Die USA signalisierten Unterstützung für die neue Linie Kiews. Der Einsatz von Gewalt sei zwar “nicht die bevorzugte Option”, erklärte der Regierungssprecher Jay Carney. Aber die Regierung in Kiew habe die Verantwortung, Recht und Ordnung zu schaffen. Die Provokationen im Osten der Ukraine erforderten eine Antwort.

Moskau verurteilte das ukrainische Vorgehen. Es sei “kriminell, mit den eigenen Landsleuten zu kämpfen, während sie für legale Rechte aufstehen”, erklärte das Außenministerium in Moskau. Ressortchef Sergej Lawrow hatte Kiew zuvor vor dem Einsatz von Gewalt gegen die prorussischen Demonstranten gewarnt.

Man könne nicht Panzer schicken und zur selben Zeit Gespräche führen, sagte er mit Blick auf die für Donnerstag in Genf geplanten Verhandlungen mit den USA, der Europäischen Union und der Ukraine über die Krise.

China zeigte sich derweil über die Eskalation besorgt und rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Vizeaußenminister Li Baodong sprach am Mittwoch von einer “unglücklichen Entwicklung”. China setze sich für einen internationalen Kooperationsmechanismus ein, sagte Li Baodong mit Blick auf den Genfer Krisengipfel.

An armed man gestures in front of the police headquarters in Slaviansk, April 12, 2014. At least 20 armed militants wearing mismatched camouflage outfits took over the police and security services headquarters in the eastern city of Slaviansk seizing hundreds of handguns. REUTERS/Gleb Garanich (UKRAINE - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

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By | 2014-04-16T10:44:16+00:00 April 16th, 2014|Politik|0 Comments

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