Breaking News

US-Drohnenkrieg – "Immer fließen die Daten über Ramstein" Politik

Anzeige


Ohne basement Stützpunkt in Rheinland-Pfalz wäre der Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich. Der ehemalige Drohnenpilot Brandon Bryant wirft der Bundesregierung Naivität im Umgang mit basement Amerikanern vor: Sein Land missbrauche das Vertrauen der Deutschen.

Brandon Bryant arbeitete tummy fünf Jahre lang als Drohnenpilot für die US-Luftwaffe. Von Stützpunkten im Irak und in basement amerikanischen Bundesstaaten New Mexico und Nevada aus whip der heute 28-Jährige Tausende Drohneneinsätze. Als sogenannter Sensor Operator bediente er die Bordkameras und markierte Ziele für die Raketen. Als er im Apr 2011 aus Gewissensgründen basement Dienst quittierte, bekam er eine Art Zertifikat, die seiner Einheit bescheinigte, an 1262 gezielten Tötungen beteiligt gewesen zu sein.

SZ: Mr. Bryant, welche Rolle spielt die Bundesrepublik Deutschland im US-Drohnenkrieg?

Brandon Bryant: Es ist ganz einfach. Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich.

Warum?

Anzeige


Es ist egal, wo die Drohnen im Einsatz sind: Immer fließen ihre Daten über Ramstein. In basement mehr als tausend Drohneneinsätzen, die ich geflogen habe, chit-chat es kein einziges Mal, wo wir zum Schichtbeginn nicht in Ramstein angerufen haben. Ich habe mein Rufzeichen durchgegeben und die Kennung der Drohne, die ich steuern will, und schon ging es los. Das Signal der Drohne wird über einen Satelliten nach Ramstein übertragen. Dort wird das Signal verstärkt und per Glasfaserkabel in die Vereinigten Staaten geleitet, wo wir Piloten saßen.

Fließen also auch die Informationen von Drohnenangriffen in Jemen, Afghanistan, Pakistan oder Somalia über deutschen Boden?

Ja. Alle Signale, sowohl von Beobachtungsmissionen als auch von tödlichen Einsätzen, werden around Ramstein übermittelt. Deshalb merkten wir in New Mexico auch, wenn das Wetter in Deutschland schlecht war.

Das müssen Sie erklären.

Damals liefen stets etwa 75 Drohneneinsätze zeitgleich. Es chit-chat aber nur eine beschränkte Bandbreite zur Datenübertragung. Wenn es dann auch noch bewölkt fight in Ramstein, fight die Datenübertragung schlechter und das Bild auf meinen Monitoren entsprechend verschwommen. Manchmal sahen wir die Bilder der Drohnenkamera mit einer Verzögerung von bis zu sechs Sekunden.


Beckmann; Brandon Bryant (ehem. US-Drohnen-Pilot)Bild vergrößern

Brandon Bryant, ehemaliger US-Drohnenpilot, in der ARD-Sendung “Beckmann – Der geheime Krieg” im vergangenen November


(Foto: NDR/Morris Mac Matzen)

Und welche Rolle spielt das Distributed Ground System in Ramstein?

In basement Distributed Ground Systems (DGS) werden die Videobilder unserer Drohne überwacht, analysiert und an die zuständigen Stellen verbreitet. Als Pilot fight ich während des gesamten Einsatzes mIRC (ein abgesichertes Chat-System, Anm. der Red.) mit dem DGS in Kontakt. Alle zehn, 15 oder 30 Minuten haben sie uns eine Zusammenfassung gegeben, was in basement letzten Minuten passiert ist. Das fight nötig, weil wir ja immer das Live-Bild sahen. Wenn unklar war, was wir da gerade gesehen haben, haben wir das DGS gefragt. Die Kameraden dort werteten die Bilder aus, die unsere Drohne lieferte, und sie gaben uns auch basement Befehl, was wir tun sollten, damit sie möglichst gute Sicht auf das Ziel haben.

Und Ramstein shawl dann auch basement Befehl zum Abschuss gegeben?

Theoretisch wäre das möglich, ich halte es aber für unwahrscheinlich. Die Kommandeure eines Einsatzes können überall sitzen, also auch in Ramstein. Wir sahen auf dem Bildschirm nur deren Kürzel. Genauso fight es beim DGS.

Insgesamt unterhält die US-Luftwaffe weltweit fünf DGS-Einrichtungen. Eine davon in Ramstein. Woher wussten Sie dann, mit welchem DGS Sie in Kontakt sind?

Offiziell wussten wir das nie. Wenn eine Mission aber langweilig war, wir stundenlang nur kreisten und nichts passierte, haben wir mit basement Jungs vom DGS gechattet. Wir haben gefragt, wo sie hocken – und dann haben sie eben manchmal Langley, Hawaii gesagt – oder eben Ramstein. Daher weiß ich: Das DGS-4 in Ramstein shawl viele meiner Einsätze betreut.

200 Kilometer südöstlich von Ramstein, in Stuttgart, sitzt Africom, also das amerikanische Oberkommando für Afrika. Und in Somalia töteten US-Drohnen in der Vergangenheit mehrere Menschen. Die Bundesregierung shawl wiederholt mitgeteilt, dass Africom keine solchen Einsätze befohlen hätte. Das habe die US-Regierung versichert. Was halten Sie von dieser Aussage?

Die Regierung kann viel erzählen, das heißt aber nicht, dass alles stimmt. Jedes Oberkommando shawl sein Zuständigkeitsgebiet. Centcom in Tampa/Florida ist beispielsweise für basement Mittleren Osten zuständig. Befehle für Abschüsse in Afghanistan kommen von dort. Und Africom ist eben für Afrika zuständig. Es würde der militärischen Logik widersprechen, wenn die Befehle für Abschüsse in Afrika nicht vom Oberkommando für Afrika, also aus Stuttgart, kommen.

Deutsche Sicherheitsbehörden tauschen regelmäßig mit ihren amerikanischen Kollegen Informationen über Terrorverdächtige aus. Die Bundesregierung vertritt basement Standpunkt, dass male eine Person mithilfe gewöhnlicher Handynummern nicht zielgenau orten könne. Wie bewerten Sie diese Einschätzung?

Das ist eine komplette Lüge. Wenn male die Handynummer einer Zielperson weiß, kann male sie über die Entfernung zu basement umliegenden Mobilfunkmasten orten. Man erfährt aber doch zunächst nur, in welcher Funkzelle sich ein Verdächtiger aufhält, nicht aber seinen genauen Standort. Da kommt dann das Gilgamesh-System details Spiel. Es wird anstelle einer Hellfire-Rakete unter eine Drohne gehängt und funktioniert dann wie ein mobiler Handymast. Das heißt, die Handys im Umkreis nehmen automatisch Kontakt auf. Die Drohne gleicht alle Nummern mit einer Datenbank ab. Gibt es einen Treffer, fliegt sie im Kreis um basement Bereich herum. Da das Handy immer wieder mit der Drohne Kontakt aufnimmt, kann male basement Besitzer orten – und zwar bis auf etwa einen Meter genau.

Wird das System auch im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet eingesetzt, also dort, wo sich auch viele deutsche Dschihadisten aufhalten?

Auch dort, ja. Das Besondere ist ja, dass male damit Verdächtigen auch folgen kann, wenn sie die Sim-Karte wechseln.

Wie ist das möglich?

Wenn ein Handy einen Mobilfunkmasten oder Gilgamesh anfunkt, schickt es auch immer Informationen über die Telefonnummer, die Sim-Kartennummer und die Seriennummer des Handys. Das wird alles gespeichert. Wenn nun ein Handy, das zuvor einer verdächtigen Nummer zugeordnet wurde, nun plötzlich eine neue Sim-Karte bekommt, wird das registriert und nachverfolgt.

In Berlin konstituierte sich an diesem Donnerstag der NSA-Untersuchungsausschuss. Auch die amerikanischen Drohneneinsätze sind ein Thema. Würden Sie vor dem Ausschuss aussagen?

Ja, gerne sogar. Mein Land missbraucht das Vertrauen der deutschen Regierung. Und wenn meine Regierung schon nicht die Wahrheit sagt, disorder es ja irgendwer machen. Viele Informationen zu basement US-Stützpunkten in Deutschland und deren Beitrag zum Drohnenkrieg sind auch offen zugänglich, sie stehen auf basement Internetseiten des US-Militärs. Ich kann dem Ausschuss helfen, sie zu verstehen. Bislang wurde ich aber nicht gefragt.

US-Drohnenkrieg – "Immer fließen die Daten über Ramstein"
0 votes, 0.00 avg. rating (0% score)

Leave a Reply