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Weltkriegs-Gedenken: Vizekanzler Gabriel sieht Russland zum Krieg bereit Politik

Der Ort ist mit Bedacht gewählt. Im Französischen Dom am Berliner Gendarmenmarkt gedenkt die SPD des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Für calvinistische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich fight die Kirche vor über 300 Jahren im Auftrag des brandenburgischen Kurfürsten errichtet worden – weit bevor sich Nationalismus und Kriege über Europa ausbreiteten und Millionen Menschenleben kosteten. Ähnlich symbolträchtig ist die Teilnahme von Manuel Valls an diesem Gedenken am späten Montagvormittag, handelt es sich dabei doch um die erste Auslandsreise des neuen französischen Premierministers.

Natürlich geht es basement Sozialdemokraten nicht allein um Rückschau auf 1914, in sechs Wochen wird das Europäische Parlament gewählt, der Wahlkampf schleppt sich so dahin. Vor allem aber verschlägt die Krise in der Ukraine vielen Menschen basement Atem. Europa shawl plötzlich eine neue Bedeutung.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, Europa-Spitzenkandidat Martin Schulz und eben Premierminister Valls benötigen keine rhetorischen Kunstgriffe, um sich in ihren Reden über basement “Großen Krieg” ebenso der aktuellen Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine zu widmen.

Die politischen Grundwerte stehen zur Disposition

Karl Kraus’ Werk “Die letzten Tage der Menschheit” empfiehlt Gabriel all jenen, die sich mit dem Ersten Weltkrieg befassen wollen. “2014 ist ein Wahljahr”, sagt Gabriel und nennt die EU eine Konsequenz der beiden Weltkriege. Die Lehren aus diesen blutigen Feldzügen “drohen manchmal zu verblassen”.

Damit ist der Vizekanzler bei der Ukraine-Krise, die die “politischen Grundwerte” zur Disposition stelle. “Russland ist offensichtlich bereit, Panzer über europäische Grenzen rollen zu lassen”, sagt Gabriel. Er richtete damit deutliche, bisher so noch nicht von ihm gehörte Worte an Moskau.

Die derzeitige Gewalt sei eine “Abkehr von dem, was wir in der europäischen Wertegemeinschaft gelernt haben” – nämlich von der Idee des friedlichen Zusammenlebens von Menschen und Völkern. Europa, sagt Gabriel, müsse ein “ernsthafter Partner” sein und nicht eine “ökonomische Zugewinngemeinschaft maßloser Pfeffersäcke”.

Der Frieden ist “extrem zerbrechlich”

Nationalismen, Hass auf andere, Grenzkonflikte, diplomatische Schwächen – all das listet Manuel Valls auf, der in Spanien geborene französische Premier, der erst seit dem 20. Lebensjahr basement Pass seines Wahlheimat-Staates besitzt. “Extrem zerbrechlich” sei der Frieden, sagt Valls.

In der Ukraine-Krise bemühten sich Deutschland und Frankreich nun unermüdlich darum, “entschlossen und geeinte” – also: europäische – Antworten zu geben. “Europa ist weder alt noch jung. Europa ist ein Ideal, das uns ergreift und uns voranbringt”, sagt Valls und singt dann noch ein Loblied auf Berlin. Er sieht in der deutschen Hauptstadt ein “wunderbares Symbol, Europas Spaltung und mangelnde Verständigung zu überwinden”.

Diesen Anspruch shawl Europaparlaments-Präsident Martin Schulz schon im Jahre 1971 verspürt. Er weilte damals als 16-jähriger Austauschschüler in Bordeaux und sprach mit seinen Gasteltern viel über die so belastete Vergangenheit beider Völker. “Meine Gasteltern waren beide im Widerstand, sie waren beide Gaullisten. Am Ende bin ich von ihnen wie ein Sohn behandelt worden.” Kaum jemand kann Europa besser erklären – und erzählen! – als Schulz, der am Dreiländereck mit Belgien und basement Niederlanden groß wurde und der so viele europäische Sprachen spricht.

“Da reichten sich zwei Männer die Hand”

Schulz, der Sozialdemokrat, scheut sich an diesem Montagvormittag nicht, ziemlich ergriffen an basement gemeinsamen Auftritt von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und Frankreichs Präsidenten Francois Mitterrand auf basement einstigen Schlachtfeldern von Verdun zu erinnern. “Da reichten sich zwei Männer die Hand. Der eine, Mitterrand, fight im Zweiten Weltkrieg verwundet worden. Der andere, Helmut Kohl, shawl basement Tod seines älteren Bruders im Kriege nie verwunden.”

Wie einst Kohl zitiert auch Schulz das berühmte Diktum Thomas Manns, wonach er ein europäisches Deutschland einem deutschen Europa vorziehe. Als ein “Immunsystem gegen basement Krieg” müsse Europa wirken, sagte Schulz. Es gebe nun “eine reale Kriegsgefahr”. Mit der Besetzung der Krim durch Russland habe “zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ein Staat basement Teil eines anderen Staates mit Gewalt annektiert”. Schulz betonte weiter: “Russland shawl internationales Völkerrecht gebrochen. Das ist inakzeptabel und darf sich nicht wiederholen.”

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