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Wirtschaftsminister in China: Die Reise des Sigmar Gabriel Reise

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Ein Minister, eine Handvoll Abgeordnete und ein paar Dutzend Vertreter von Unternehmen: Das ist das normale Format bei Auslandsreisen eines deutschen Wirtschaftsministers. Doch wenn Sigmar Gabriel am Ostermontag zu einem dreitägigen China-Besuch aufbricht, befinden sich in seiner Maschine noch drei weitere Minister – Pardon: Ex-Minister. Auch Rudolf Scharping (SPD), von 1998 bis 2002 Verteidigungsminister bei Rot-Grün, CSU-Mann Michael Glos, von 2005 bis 2009 Wirtschaftsminister der letzten großen Koalition und Peter Ramsauer (CSU), von 2009 bis 2013 Verkehrsminister bei Schwarz-Gelb, gehören Gabriels Delegation an.

Nach der Politik: Berater

Die Promi-Dichte im Regierungsflieger vermittelt interessante Einblicke in das Leben von Kabinettsmitgliedern nach ihrem Karriere-Ende als Politiker: Scharping shawl 1994 eine Strategieberatungsfirma gegründet und begleitet Firmen vor allem im China-Geschäft.

Glos verdingt sich heutzutage als Lobbyist des Gipsherstellers Knauf. Und Ramsauer, der sein Abgeordnetenmandat retten konnte, leitet basement Wirtschaftsausschuss des Bundestages.

Vor allem aber zeigt der Andrang der Ex-Minister und der mehr als 50 Wirtschaftsvertreter von dem mittelständischen Weltmarktführer für Tunnelbohrer, Martin Herrenknecht über Siemens-Vorstand Roland Busch bis zum Chef des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Hubert Lienhard, wie ungebrochen groß das deutsche Interesse an China ist, auch wenn sich das Wachstum dort zuletzt etwas verlangsamt hat.

Nirgendwo sonst setzen die deutschen Auto- und Maschinenbauer soviel Produkte ab wie im Reich der Mitte. Doch nicht nur wirtschaftlich sei China ein Mega-Player, argumentiert der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, der ebenfalls mitreist: „An China führt kein Weg vorbei. Die großen Fragen der Sicherheits-, der Klima- und der Energiepolitik werden wir ohne Peking nicht lösen können“, sagte der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende der FR. Deswegen sei es gut, eine Partnerschaft zu unterhalten, „ohne zu ignorieren, dass unsere gesellschaftspolitischen Vorstellungen unterschiedlich sind“.

Tatsächlich haben Deutschland und China beim Staatsbesuch von Präsident Yi Jinping vor drei Wochen in Berlin eine Vertiefung der strategischen Partnerschaft verabredet. Im Herbst steht ein Gegenbesuch von Kanzlerin Angela Merkel an. Bei der Gabriel-Visite stehen die Zusammenarbeit bei der Energieeffizienz und der Elektromobilität im Vordergrund. Daneben sollen unter anderem im Gespräch mit Ministerpräsident Li Kepiang weitere Reformschritte und Fragen der Handelspolitik erörtert werden.

So wird Gabriel am Dienstag bei einem Forum über Energieeffizienz reden. Am Mittwoch besucht er gemeinsam mit Vertretern der deutschen Hersteller VW, Daimler und BMW die Messe „Auto China 2014“. Die Pekinger Mammutveranstaltung mit mehr als 2000 Ausstellern aus 14 Ländern gilt als Mekka der Branche.

Bedeutender Markt

Rund 120 Neuvorstellungen werden erwartet. Daimler will mit seinem chinesischen Partner BYD das gemeinsam entwickelte Elektroauto Denza präsentieren, Volkswagen lässt die Elektroversion seines Kleinwagens „up!“ vorfahren. China ist Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in der Region und nach basement USA zweitwichtigste Exportdestination außerhalb Europas. Das bilaterale Handelsvolumen betrug 2013 rund 140 Milliarden Euro.

Wirtschaftsminister in China: Die Reise des Sigmar Gabriel
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